Artikel im September 2008


Impressionen von der ATypI in St. Petersburg [1]

ATypI 2008 St. Petersburg: Matroschkas von Politikern ATypI 2008 St. Petersburg: Die Hauptstraße Newski Prospekt/Невский проспект bei Nacht ATypI 2008 St. Petersburg: Lada Sputnik ATypI 2008 St. Petersburg: Die Auferstehungskirche
So, nach der Rückkehr aus der Heldenstadt Leningrad Санкт-Петербург will ich noch die diesjährige ATypI nachbetrachten. Aus privater und beruflicher Sicht hatte ich viel Spaß. Die Stadt ist wunderschön, wenngleich auch wolkenverhangen und mit Erkältungserregern eingedeckt. Zumindest kehrten fast alle Beteiligten mehr oder weniger krank zurück. Eine Reise ist St. Petersburg aber definitiv wert, allein die Jahreszeit will gut gewählt sein.
ATypI 2008 St. Petersburg: Schlossplatz

Beeindruckt hat mich die Kreativität und Vielfältigkeit der russischen Studenten, die diese im Rahmen einer Ausstellung zur Schau stellten. Interessant zu sehen, wie sie – entgegen der hierzulande üblichen Reihenfolge – zuerst ihre kyrillischen Alphabete gestaltet haben und daraus dann die lateinische Erweiterung. Ein Teil der Ausstellung zeigte übrigens die vom TDC prämierten Exponate, unter denen sich unter anderem auch die aktuelle Slanted befand.

Mein persönliches Highlight der Konferenz war neben dem Typophile Film Fest, das ich aufgrund der Teilnahme am Treffen der EULA-Interessengruppe leider vorzeitig verlassen musste, vor allem die viel zu kurze, aber hochrangig besetzte Podiumsdiskussion zu meinem Diplomthema Webfonts. Roger Black, Bert Bos, Håkon Wium Lie [die beiden Entwickler von CSS], Thomas Phinney [Adobes Produktmanager für Fonts] und Si Daniels [Microsoft Typography] tauschten dabei ihre größtenteils bekannten Argumente aus, ließen für mich aber dennoch ein Bild entstehen, wohin die Reise gehen wird. Unter dem zusätzlichen Eindruck eines intensiveren Gesprächs mit dem sehr sympathischen Si Daniels scheint mir die mittelfristige Zukunft der Webfonts klar geworden zu sein.

Microsoft wird, unterstützt vom Großteil der Foundries und Schriftgestalter, beim Internet Explorer weiterhin an seiner EOT-Technologie festhalten. Das World Wide Web Consortium wird diese aller Voraussicht nach als offenen Standard neben der @font-face-Technologie akzeptieren. Laut Bert Bos ist gar eine dritte parallele Technik denkbar, was derzeit jedoch unwahrscheinlich ist. Ich habe den Eindruck, dass diejenigen Schrifthersteller, die die Webfontsentwicklung mitgehen wollen, derzeit noch fast ausnahmslos auf EOT setzen. Entscheiden über Erfolg oder Misserfolg der Technologien werden jedoch primär die Webdesigner. Diese wollen eine einfache Lösung, vergleichbar mit den bestehenden Möglichkeiten, aber eben hauptsächlich mit einer deutlich größeren Schriftauswahl. Da aus dieser Sicht die Fontverlinkung mit @font-face die Nase vorn hat, sollten sich die Foundries ebenfalls hiermit beschäftigen.

Zum Schluss noch einige in der Überschrift bereits angekündigte Impressionen aus der Stadt an der Newa. Weitere Fotos anderer Konferenzteilnehmer finden sich außerdem in der noch wachsenden ATypI-Flickr-Gruppe.

ATypI 2008 St. Petersburg: Das Veranstaltungsgebäude der ATypI 2008: der Beloselsky-Belozersky-Palast am berühmten Newski-Prospekt.
Das Veranstaltungsgebäude der ATypI 2008: der Beloselsky-Belozersky-Palast am berühmten Newski-Prospekt. (weiterlesen…)

Tage der Typografie vor dem Aus

Die einmal im Jahr stattfindenden Tage der Typografie sind offenbar Geschichte. Bisher war die Veranstaltung Bestandteil des zentralen Bildungsprogramms der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Diese gab nun allerdings bekannt, die Veranstaltung nicht mehr weiter zu unterstützen. Ohne diese wesentliche Finanzierung, so Tanja Huckenbeck und Peter Reichard vom Veranstalter Typosition, wird es nach dem zehnten Jubiläum in diesem Jahr leider keine weiteren Tage der Typografie mehr geben. Bleibt zu hoffen, dass Tanja und Peter sich davon nicht unterkriegen lassen und im nächsten Jahr trotzdem eine ähnliche Veranstaltung auf die Beine stellen werden [können].

Ohne Buddhas in die Bergmannstraße

Quo vadis? darf zu Recht gefragt werden, nachdem ich gestern nun meine Diplomarbeit abgegeben habe. Nach vier Jahren endet damit für mich ein Kapitel, das ich jeden Tag genossen und genutzt habe. Die Entscheidung, noch einmal die Hörsaalbänke zu drücken, habe ich zu keiner Zeit bereut, auch wenn ich froh bin, endlich wieder ins »echte Leben« zu dürfen. Doch wohin geht es jetzt für mich und was bedeutet das für’s Fontwerk?

Zur ersten Frage Folgendes: Stellt euch vor, (weiterlesen…)

Steppenwolf Tundra gestohlen: 150 € Belohnung!

Geklaut: Steppenwolf Tundra Geklaut: Steppenwolf Tundra Geklaut: Steppenwolf Tundra
Mein geliebtes Steppenwolf … Ihr elenden *****!!! [Ruhig, Ivo, ruhig.] Ich weiß, es ist nahezu hoffnungslos, aber eine kleine Chance gibt es ja immer. Also: Mir wurde heute zwischen 10.30 Uhr und 13 Uhr an der TFH in Berlin-Wedding mein schwarzes Steppenwolf Tundra gestohlen. Für die berühmten sachdienlichen Hinweise bin ich bereit, 150 Euro springen zu lassen! Ich will mein Bike wieder!

Entgegen dem etwas älteren Foto hat das gute Teil keinen Sattel von Fizik, sondern einen von Specialized [mit Aussparung] und einen breiteren, gebogeneren Lenker. Außerdem eine Manitou-Skareb-Federgabel, eine Shimano-XT-Schaltung, Scheibenbremsen der Marke Magura Luise und Ritchey-Komponenten sowie einen Tacho, Lampenhalterungen und ein paar hellblaue Schrammen, vor allem am Oberrohr. Danke.
Geklaut: Steppenwolf Tundra

Twenty-Five Designers And One Toy

Etch-A-Sketch-Selbstportrait
Mein Etch-A-Sketch-Selbstportrait

Beim TypoStammQuiz gehörte das A0-Plakat und die dazugehörige 60-seitige Broschüre »Twenty-Five Designers And One Toy« bereits zu den begehrtesten Preisen. Nun gibt es beides kostenlos für die ersten 150 Besteller im Fontblog. HD Schellnack fragte dafür auf der diesjährigen TYPO 25 Designer und Typografen, ob sie – passend zum Thema – ein Image mit einem Etch-A-Sketch zeichnen würden. Branchengrößen wie Ed Benguiat, Stefan Sagmeister, David Berlow, Alison Jackson, Erik Spiekermann und Bruno Steinert ließen es sich natürlich nicht nehmen, mit dem Spielzeug kreativ zu werden.

Es war mir eine große Ehre, ebenfalls das Gerät ausprobieren zu dürfen. Bis dahin war ich tatsächlich noch jungfräulich auf diesem Gebiet. Damals war auch noch nicht klar, was aus diesem Spaß am Ende werden würde. Das Ergebnis finde ich Klasse und super umgesetzt. Da macht mir auch der kleine, vertraute Verschreiber meines Nachnamens nichts … ;)

[vielleicht ist das aber die Gelegenheit, diesen sehr häufig gemachten Fehler mal öffentlich anzustreichen :
Grabowitsch = falsch! Gabrowitsch = richtig!]