
Nach fünf Jahren intensiver Arbeit hat der Schriftdesigner Georg Seifert seine bisher umfangreichste Schrift veröffentlicht: die Graublau Sans. Georg, mit dem ich seinerzeit die 100 Besten Schriften ins Netz schupste, hat dafür über 1.000 Zeichen gestaltet, die sich auf insgesamt fünf Fetten und eine Kursive verteilen, die wiederum neben einem sehr umfangreichen Ziffernsatz jeweils das Zeichenspektrum der westeuropäischen, zentraleuropäischen, griechischen, türkischen und kyrillischen Sprachräume enthalten. Die Familie sollte somit selbst anspruchsvollsten Aufgaben selbstbewusst begegnen können.
Herausgegeben wird die Schrift von Ralf Herrmanns Label fonts.info. Dort wird die Graublau Sans folgendermaßen beschrieben:
Den eher neutral gehaltenen aufrechten Schnitten im zeitlosen Design humanistischer Groteskschriften wurde eine charakterstarke Kursive zur Seite gestellt. Das Schriftbild der Kursiven leitet sich noch deutlicher von der Schreibschrift ab, als es bei den meisten heutigen Groteskschriften der Fall ist. Das bewegte Schriftbild der Kursiven hebt sich dadurch hervorragend von den aufrechten Schnitten ab und und behält sich dabei eine ausgezeichnete Lesbarkeit.
Mir gefallen besonders die liebevoll gestalteten Ligaturen und einige der Alternativzeichen [allen voran die versalen Ö und Ü] und wie auch schon bei der OliveGreen Mono – die es übrigens ab sofort mit griechischen und kyrillischen Zeichensatz gibt – eben jene besagten Kursiven. Das zusätzliche Angebot, die Graublau Sans auf einer CD in einer Metallbox zu erwerben, ist ebenfalls eine Erwähnung wert.
Rosa ist die Stencil Script

Zu guter Letzt wirft Georg noch die außergewöhnliche Rosa Stencil auf den Fontmarkt. Die Idee, eine Script- mit einer Stencilschrift zu kreuzen, ist so absurd, dass ich diesen Versuch gerade deswegen hiermit für legitim erkläre. Ich bin besonders hier auf Anwendungsbeispiele gespannt. Zum Beispiel ist die Rosa Stencil prädestiniert für das CD-Cover »Die Nürnberger Domspatzen singen die schönsten Armeelieder« …