Artikel im Oktober 2007


Manipulation bei Amazon?

Kann man den Bewertungen noch trauen?Markus Wäger, selbständiger Grafikdesigner und Autor der Galileo-Trainings-DVD »Adobe InDesign CS3«, hat ein Problem: Amazon.de. Dort wird seit August sein InDesign-Video-Training verkauft, was grundsätzlich für ihn nicht schlecht ist. Plötzlich häuften sich allerdings auffällig viele negative Bewertungen zu seiner DVD. Gut, auch dies kann natürlich der Wahrnehmung der Käufer entsprechen. Dass aber gleichzeitig alle positiven Bewertungen gelöscht werden, ist dann schon ein starkes Stück. Das deutet auf eine Systematik hin und ist offenbar auch kein Einzelfall. Wie kann ich mich zukünftig noch an den Bewertungen dort orientieren? Im Grunde gar nicht mehr. Diese Manipulation stellt das gesamte Prinzip Amazon in Frage. Nicht, dass ich etwas geahnt hätte, als ich mich kürzlich entschied, keine Empfehlungen mehr mit dem Versandhaus zu verlinken. Für das Unternehmen wäre es wohl besser, in dieser Thematik zu handeln, sonst ist die Angriffsfläche für die Konkurrenz beachtlich groß. Am Besten ist und bleibt wohl immer noch die persönliche Beratung im Laden um die Ecke [wie zum Beispiel bei der Buchhandlung meines Vertrauens].

Mehr Details zur Sache von Markus Wäger selbst auf designworks.at: »Manipulation bei Amazon?«, »Amazon Krimi – Fortsetzung« und »Let’s make our own reality. Mehr zum Amazon-Krimi«.

Schriftfarbenrassismus

Ist da ein typografischer Ku-Klux-Klan am Werk?

Die neu eröffnete Filiale von Tigaa-Imbiss […] musste ihr braunes, eigens von einem Architekten entworfenes Logo ändern, weil die Stadt überzeugt war, es handele sich hier um kein Logo, sondern um einen Schriftzug und für den seien nunmal weiße Einzelbuchstaben vorgeschrieben. Nur der farbige I-Punkt durfte bleiben.

Berliner Typostammtisch 12/07: Ankündigung

Es ist nicht leicht, im weihnachtsfeiergeplagten Dezember eine Location für unsere nicht mehr so kleine Runde zu finden. Es hat aber geklappt. Gerade weil aber das Jahresende traditionell mit Terminen überfüllt ist, solltet ihr ganz dick den 13. Dezember 2007 – ein Donnerstag – in die Moleskines und sonstigen Kalendarien vermerken. Diesmal haben wir auch mehr Platz. Mehr Infos zum letzten Typostammtisch in diesem Jahr gibt es in Kürze.

Anleitung: Die eigene Schrift entwerfen

Type WorkshopWer schon immer mal eine eigene Schrift entwerfen wollte, jedoch nicht weiß, wie man an die Aufgabe herangeht, braucht eine Anleitung. Im digitalen Zeitalter findet man hierzu natürlich zahlreiche Informationen im Netz. Das meiner Meinung nach beste Tutorial zu diesem umfassenden Thema haben die Jungs von Underware zusammengeschustert [typeworkshop.com]. Sie zeigen die wichtigsten Grundlagen ohne allzu sehr ins knifflige Detail zu gehen. Dazu bedarf es sicher immer noch zusätzlich der persönlichen Lehre und vor allem der eigenen Erfahrungen. Manuel Bieh hat den Workshop ins Deutsche übersetzt. Absolutes Muss, will man sich selbst im Design von Schriften versuchen, ist außerdem die »Anatomie der Buchstaben« von Karen Cheng mit Ergänzungen von Henning Krause. Ohne Lektüre dieses Werkes sollte man besser gar nicht erst beginnen, digital an Schriftzeichen zu schrauben. Mal ganz davon abgesehen, dass das Buch wunderschön gestaltet und verarbeitet wurde.

Eine weitere Anleitung, die ich noch erwähnen möchte, findet sich unter chank.com/howto, allerdings wird hier das mittlerweile weniger populäre Fontographer zu Grunde gelegt. Die meisten Schriftentwerfer arbeiten heute jedoch mit dem umfangreicheren FontLab Studio, so dass sich FontLab längst zum Quasi-Standard entwickelt hat. Studenten bekommen übrigens auf beide Programme jeweils 45% Rabatt.

//Nachtrag: »Mein« fleißiger Nils machte mich auf ein weiteres prägnantes Tutorial aufmerksam: pixelchen.net.

Ein neuer Typoblog? Nein, der TYPO-Blog!

Die TYPO hat jetzt ihren eigenen BlogDie größte regelmäßige Designkonferenz Europas hat jetzt auch einen eigenen Weblog. FontShop und das großartige Studio Adhoc spendieren der TYPO unter typoberlin.de/blog eine eigene schicke Wordpress-Installation. Jürgen Siebert haut damit künftig in Echtzeit die aktuellsten Neuigkeiten rund um die Veranstaltung raus und erhofft konstruktives Feedback. Mit einer witzigen Aktion soll dem Projekt gleich zu Beginn ordentlich Leben eingehaucht werden: dem TYPO-Image-Kopf-in-der-Tüte-Gewinnspiel. Dabei kann jede Woche ein Ticket im Wert von 645 Euro gewonnen werden. Ich lege das also jedem ans Herz, der mal wieder knapp bei Kasse ist oder einfach nur sparen möchte. Ich möchte niemanden mehr hören, niemanden, der über die Preise meckert und es nicht wenigstens mit einem eigenen Beitrag versucht hat. Ansonsten bleibt wie immer nur mein Aufruf, die Frühbucherrabatte zu nutzen und sich das Spektakel nicht entgehen zu lassen.

Fontwerk