× Typospur (34): Leihamt der Stadtgemeinde Berlin
» 25. Juni 2007, 22.31 Uhr | Kategorie Typografie | 5 Kommentare

Der nächste Berliner Typostammtisch wird am Freitag, den 13. Juli wieder im »Cum Laude« stattfinden. Jeder Schrift-Interessierte ist wie immer herzlich eingeladen. Bitte gebt mir jedoch in den Kommentaren oder per E-Mail Bescheid, falls Ihr teilnehmen wollt. Unsere Interessentenliste wächst weiterhin, so dass es organisatorisch immer wichtiger ist, die Anzahl der Teilnehmer im Voraus zu kennen.
Als Referenten stehen diesmal Andreas Seidel und Florian Hardwig zur Verfügung. Andreas wird tief in der ostdeutschen Typokiste graben und Spannendes über »Herbert Tannhäuser« berichten. Florian will uns einen interessanten Einblick in die »Welt der Schulschriften« gewähren. Sein Vortrag wird ein Vorgeschmack auf die nächste ATypI in Brighton sein. Ich freue mich sehr, wieder solch hervorragende Diskussionsgrundlagen ankündigen zu dürfen und bedanke mich bereits jetzt ganz herzlich bei den Beiden.
Unter diesem Motto gewährt Wolfgang Beinert vom Typolexikon am 28. Juni um 20 Uhr einen Blick hinter die Kulissen des Top-Grafikdesigns. Der Eintritt im Internationalen Design Zentrum Berlin ist frei.
Ich hab sie alle. Alle Alben, die Meisten in der dicken Limited Edition. Diverse Maxis, Bücher, Raritäten, T-Shirts, Vinyl, BRAVO-Schallfolie. Ich war bei unzähligen Konzerten, bei MTV-Unplugged, zu Geheimgigs, saß allein in »Was geht«. Kurzum, Die Fantastischen Vier sind meine Band. Egal was kam in der letzten Hälfte meines Lebens, sie hatten immer zur rechten Zeit den richtigen Song für mich. Mal war sie weg, mal ich zu geil für diese Welt, mal brauchte ich Millionen Legionen hinter mir. Nach dem letzten Album »VIEL« hatte ich das komische Gefühl des heimlichen Abschieds aus meinem Leben. Und nun? Klangheimlich schleichen sie sich doch mit »Fornika« zurück.
Ich bin kein Musikkritiker. Aber ich weiß, dass das hier kein Hip-Hop der Neunziger mehr ist. Ich bedauere dies nicht, denn wir leben nun mal nicht mehr in den Neunzigern und wir sind auch nicht mehr die Selben wie vor zehn Jahren. Nicht die Fans und nicht die Musiker. Insofern meistern die Vier den altbekannten Spagat, sich treu zu bleiben, ohne sich zu sehr treu zu bleiben. Sie machen einfach, worauf sie Spaß haben. Und das sind diesmal eben auch mal Instrumentals statt Abgeh-Hip-Hop-Nummern, das ist Elektronik statt Sampling. Das ist geile Mucke, verdammt …
Was? Es ist mal wieder Zeit für eine neue Rangliste? Na gut. Mir soll es Recht sein. Mal überlegen … die zehn besten Buchstaben … hmm … Schriften … hatten wir schon … ah, ja! Wie wär es mit den zehn besten Typografiebüchern? Gut? Okay. Ihr müsst aber bedenken, dass eine solche von einer Einzelperson erstellte Liste subjektiv sein muss und lediglich den heutigen Stand meines Empfindens widerspiegeln kann. In einem halben Jahr sieht die vielleicht schon wieder ganz anders aus. Eine reine Momentaufnahme also. So et voilà, hier sind meine ganz persönlichen Typobuchempfehlungen:
Grundsätzlich mag ich Bücher, die man aufgrund ihres Formates überall mit hin nehmen kann. Der Bringhurst ist ein solches und vereint auf diese Größe eigentlich alles, was man zum typografischen Gestalten wissen muss. Zugleich lebt es seine Inhalte hervorragend vor.
Ich lehne mich mal aus dem Fenster und nenne es das Standardwerk. Die TAZ bezeichnete das Buch einmal als »eine Art Duden für Typografen«. Das passt irgendwie. Daher ein sogenanntes Must Have.
Der Pschyrembel der Typografie. Der Titel sagt alles. Das vom Hermann-Schmidt-Verlag liebevoll produzierte Buch ist nur etwas für echte Liebende. Die aber werden damit glücklich und es lieben und ehren bis an ihr Lebensende.
Gewissermaßen das Pandon zur »Detailtypografie«. War aber eher da. Eines von beiden reicht meiner Meinung nach. Nichtsdestotrotz, es gehört einfach ob seiner Vollständigkeit zur Typobuch-Top-Ten.
Mein Lieblingsklassiker, einfach, weil man jedem Kapitel den enormen Rechercheaufwand anmerkt. Die Illustrationsvielfalt ist ein typografischer Traum. Das Original vom VEB Verlag der Kunst Dresden ist längst nur noch im Antiquariat oder dann und wann bei eBay zu bekommen.
Zwar nichts für den Nachttisch, aber ein derart aufwendig zusammengetragenes Kompendium über Fonts ist dann doch fast Pflicht für jeden Schriftenliebhaber. Nicht umsonst wird das Fontbook auch als »Gelbe Bibel« bezeichnet. Typoatheisten: Hände weg!
Jan ist einer der aktivisten und besten Autoren der Typoszene. Mit »Dutch Type« hat er seinem Heimatland und dessen fantastischer Schriftszene ein kleines bibliophiles Denkmal gesetzt.
Den mag ich, auch wenn er längst überholt ist. Die Idee, das Thema über einen Roman anzugehen, ist genial und verdient einen Platz in dieser Liste. Will man einen aktuellen Spiekermann, sollte man jedoch besser zu »ÜberSchrift« greifen. Vielleicht gibt es ja mal eine aktualisierte Romanauflage [Zaunpfahlwink]?
Nomen est omen. Bereits 1952 erschien das Meisterbuch, kann aber heutzutage als zeitlos angesehen werden. Tschichold wird nachgesagt, die Typografie zur Wissenschaft gemacht zu haben. Dieses Buch ist an dieser Theorie nicht ganz unschuldig.
Es gibt wohl kaum ein Fachbuch, das so umstritten ist. Aichers Werk ist tiefgründig, intelligent aber eben auch sehr kontrovers. Will man die Typografie kritisch betrachten, muss man »typographie« gelesen haben.Natürlich würden mich die Top-Ten-Listen meiner Leser oder anderer Fontnerds interessieren. Kritische Anmerkungen zu meiner Liste sowieso. Auf Ralfs Buch möchte ich an dieser Stelle auch noch einmal gesondert hinweisen, nachdem der Fontblog es nun endgültig in die Verkaufscharts katapultierte. Um den Buchgroßkapitalist zu vermeiden und etwas fürs Karma zu tun, weise ich für den Fall des ernsthaft bestehenden Interesses an den gedruckten Werken neben dem gut sortierten Buchladen um die Ecke außerdem auf zwei mit positiven Vibes bestückte Bezugsquellen von Typobüchern hin: Zum Einen den großartigen Verlag Hermann Schmidt Mainz selbst und zum Anderen natürlich meinen Haus-und-Hof-Lieferanten FontShop.
Also raus aus dem Netz und rein in die Bücher!
Ich darf Trauzeuge sein. Nächstes Jahr. Bei meinem lieben Bruder. Ich bin wirklich gerührt.
Dieser Frage beantwortete am vergangenen Montag Andreas Frohloff. Der »Head of TypeDepartment« von FontShop International folgte der Einladung von Studenten der Druck- und Medientechnik der TFH Berlin, um über das umfassende Thema der Schriftgestaltung und -herstellung zu referieren. Über 40 interessierte Studenten aus allen vier Jahrgängen gewannen so einen Einblick in eine Thematik, die bisher im Studienplan nur bedingt Beachtung findet. Über die Geschichte der Schrift und ihrer Grundlagen wusste Andreas Frohloff den Bogen zum heutigen Produktionsprozess digitaler Fonts zu spannen und zeigte am »offenen Patienten« typische Fallstricke beim Arbeiten mit FontLab & Co. Zum Abschluss durfte auch ich noch einmal vor das gespannte Auditorium treten und über einige Details aus meiner Zeit bei FSI als Fonttester berichten. Am Ende gab es für das gesamte Seminar viel positives Feedback von den Kommilitonen. Ich möchte daher Andreas noch einmal ganz herzlich für sein ehrenamtlich erbrachtes Engagement danken. Die DMTler wissen dies sehr zu schätzen. Er ist nördlich der Berliner Wettergrenze* ein jederzeit gern gesehener Gast.
* Dem Hauptreferenten des Abends nach gibt es in Berlin eine Nord-Süd-Wettergrenze. Seit letzter Woche – in Kreuzberg gewitterte es, in Mitte jedoch nicht – glaube ich das sogar.
C.M.Y.K. Der Song, auf den ich bereits seit Beginn meiner grafischen Tätigkeit warte, ist nun endlich geschrieben und aufgenommen worden. Electric Mustafa zelebrierte das gute Stück gemeinsam mit der genialen Typeradio-Crew auf der letztjährigen TYPO. Letztere stellen den Song nun in ihrem abonnementpflichtigen Typeradio-Feed zur Verfügung. Endlich.
Schaue ich ausnahmsweise mal selbstreferenziell zurück, dürfte das genau das Richtige für mich sein. Mein Entwurf wäre jedoch auf keinen Fall weiß.

Download Wallpaper: 1024×768 [244 KB] | 1280×854 [324 KB] | 1280×1024 [344 KB]
© Nur für den privaten Gebrauch als Bildschirmhintergrund zu verwenden.