Artikel im April 2007


TYPO-Countdown mit Typeradio

Typeradio: The Sweet 16 Session

Wie ich soeben den News auf Typophile entnehmen konnte, verkürzt Typeradio die letzten Stunden vor der TYPO mit einem Special: »The Sweet 16 Session« werden am 16. Mai vom 10. Stock des Haus des Reisens am Berliner Alexanderplatz in einem 16-stündigen Marathon gesendet. LoveLiza und Donald Beekman führen durch den Tag und werden von einer Echtzeit-Visualisation-Show von Bruno Setola begleitet. Das Ganze endet mit der Sweet 16 After Hours Party, zu der ich mich hiermit schonmal ankündige. Empfangen kann man die Show dann natürlich über die hauseigene Website typeradio.org. Kostenlos und weltweit.

Buchstaben aus feinem Gehackten

Das Ganze ist zwar schon beinahe zwei Jahre alt und damit mittlerweile nach dem Lebensmittelgesetz Gammeltypo, ich möchte dennoch diese tolle Sache erwähnt wissen: der New Yorker Robert J. Bolesta macht nämlich Buchstaben aus Gehacktem. Ich liebe Gehacktes. Mjamm, mjamm, mjamm.

Buchstaben aus Fleisch von Robert Bolesta
© Einzelfotos: Robert Bolesta [robertbolesta.com/2005/valuepack.htm]

Vielleicht in diesem Zusammenhang auch interessant das »BrainAlphabet«?

Vielen Dank für den Tipp an Georg.

Berliner Typostammtisch 05/07: Einladung

Endlich steht der nächste Berliner Typostammtisch ins Haus. Die nunmehr vierte Veranstaltung findet am 4. Mai 2007 um 18.30 Uhr im Wilhelm-von-Humboldt-Salon des Restaurants »Cum Laude« statt. Das ist nur drei Minuten vom Bahnhof Friedrichstraße entfernt und liegt somit zentral wie es zentral nur liegen kann.

Die Morris Sans von Dan ReynoldsDiesmal darf ich wieder viel Spannung versprechende Vorträge ankündigen. Aus Wiesbaden können wir Dan Reynolds [TypeOff, Linotype, Rhein-Main-Typo-Stammtisch …] begrüßen und aus Berlin den österreichischen Type- und Grafikdesigner Thomas Maier [Linz-09-Logo, Designpreis 2007 für Traktordesign, Dozent Kunstuniversität Linz …]. Dan wird über seine Morris Sans™ berichten [siehe »Morris Sans™: Die bessere Bank Gothic«] und Thomas über »Die Typographie der Schreibmaschine«, ein Bestandteil seiner Doktorarbeit zur Technikgeschichte der Schriftherstellung.

Bitte gebt mir per Mail [siehe Infoseite] oder in den Kommentaren Bescheid, falls ihr teilnehmen wollt. Unsere Interessentenliste wächst stetig und so ist es umso wichtiger, die Anzahl der Teilnehmer im Voraus zu kennen.

Design für den medialen Augenblick

Machen Sie mir ein Lifestyle-Magazin. Sie haben die totaaaaale gestalterische Freiheit. Machen Sie einfach, was Sie wollen. Es muss nur genauso aussehen wie ein Lifestyle-Magazin.

Jux, das neue SpülmittelSo ähnlich stelle ich mir das Briefing einer TV-Produktionsfirma vor, wenn sie für ihre Telenovela mal wieder eine entscheidende Requisite benötigt. In schleichwerbesensiblen Zeiten kann man nicht einfach eine bestehende Zeitschrift in die Kamera halten. Das hieße schließlich, sein eigenes Produzentengrab zu buddeln. Was also tun? Es bleibt nur, auf jene Requisite zu verzichten, wie die Öffentlich-Rechtlichen das gern praktizieren, oder ein fiktives Magazin designen zu lassen. Die letztgenannte Variante ist sicher die interessantere und zugleich die goldene Stunde der Fake-Designer. Die bekanntesten Filmgrafiker hier zu Lande, die genau in diese Bresche springen, sind Henning Brehm, Jan Hülpüsch und Daniel Porsdorf von Schein Berlin, der Agentur für die mediale Wirklichkeit im Prenzlauer Berg.

Die Herren von Schein Berlin Jan Hülpüsch, Daniel Porsdorf und Henning Brehm (v.l.) und ihre Produkte
Die Herren von Schein Berlin und ihr Repertoire: Jan Hülpüsch, Daniel Porsdorf und Henning Brehm (v.l.)

Ich hätte gern eine Schachtel von den … wie hießen die noch gleich?
Ein kleiner Blick in die »Schein«-WeltSchein Berlin gestalten alles, was auf den TV-Geräten und Leinwänden so auftaucht: Rechnungen, Kreditkarten, Geldscheine, Flugtickets, Flaggen, Firmenlogos, Plakate, Websites, Verpackungen, Magazine, Tageszeitungen, Bücher, Dosen, Flaschen, ja sogar Hitlers Briefpapier. Die Namen der nicht existierenden Produkte sind in der Regel auch Spielball der Fantasie der Berliner Designer. Der Produktionsfirma ist es meist egal, ob der Jungschauspieler nun Spin Cola oder 01 Cola trinkt. Hauptsache unauffällig, also der ungeschriebenen geltenden Norm entsprechend.

Auch die Kundenliste der Prenzlberger liest sich wie das Inhaltsverzeichnis eines Fernseh- und Filmkompendiums: »Gute Zeiten, schlechte Zeiten«, »The Bourne Conspiracy«, »V for Vendetta«, »Der Rote Kakadu«, »Der Untergang«, »The Good German«, »Mission Impossible III« und »Moppel-Ich«. Alle orderten das eine oder andere Fake-Produkt. Eine äußerst spannende Branchennische, die in ihren gestalerischen Freiheiten sicher dem Designparadies schon sehr nahe kommt. Für noch mehr Informationen über dieses reizvolle Thema empfehle ich die Webseiten der drei Herren:

design-souvenirs.de | last-minute-design.de | schein-berlin.de

[Alle Fotos © Schein Berlin]

Wenn dir danach immer noch nach mehr Input zur Filmgrafik dürsten sollte, sei dir die englischsprachige Beleuchtung des Designs im Film »Idiocracy« von Armin Vit auf Speak Up ans unersättliche Herz gelegt.

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