Artikel im April 2007


Sizilianisches Naturschauspiel

Vom sizilianischen Taormina aus kann man zuweilen bei Nacht die Lava des Ätna sehen

Das Bild schlummert nun bereits eine ganze Weile auf meinem Datenträger. Bevor es dort für immer als verschollen gilt will ich es mal lieber veröffentlichen, weil es mich auf eine besondere Art und Weise fasziniert. Vor ziemlich genau zwei Jahren war ich auf Sizilien. Vom bekannten Touristenort Taormina kann man da zuweilen schon mal die fließende Lava des Ätna sehen. Zumindest bei Nacht. Am Tage raucht der Vulkan »nur«. Sieht aber auch schön aus. Zeige ich aber nicht.

Welche Schulschrift ist die richtige?

Eine interessante Diskussion entbrannte unlängst zwischen meinen Kommilitonen. Es tauchte die Frage nach den Formen der Buchstaben auf, mit denen wir damals das Schreiben erlernten. Wie viel Kringel hat ein »H«, wo setzt man beim »K« an, wie hat das »z« auszusehen? Anders gefragt: Welche Schulschrift ist die richtige? Selbstverständlich war jeder der Ansicht, mit den in der Grundschule gelernten Füllerführungen noch heute up-to-date zu sein, auch wenn die Wenigsten den Füller heute noch benutzen. Die Stichprobe brachte es aber zu Tage: ein einheitliches Aussehen war Fehlanzeige, verklärte Erinnerungen paarten sich mit »Das ist so doch definitiv nicht richtig«-Behauptungen. Es konnten doch aber nicht alle im Recht sein? Deutliche Differenzen lagen zwischen bayrischem, ostfriesischem, Berliner und letztlich Ostharzer »Schriftdesign«, die alte Garde war sich zudem mit den Jüngeren uneins. Der Verdacht erhärtete sich: in Deutschland herrscht auch in puncto Schulschrift föderale Vielfalt.
Die Lateinische Ausgangsschrift: Ein Beispiel
Wie aber erklärt sich diese Vielfalt? Beleuchten wir die Sache also einmal näher. Historisch möchte ich der Kurzweiligkeit zuliebe auf Sütterlin & Co. verzichten und in der für uns relevanten Nachkriegszeit beginnen. 1953 wurde die durch Hitler 1941 im Normalschrifterlass eingeführte Deutsche Normalschrift verbindlich durch die Lateinische Ausgangsschrift ersetzt. Ausnahme hier war Bayern, das erst 13 Jahre später von der »Altlast« loslassen konnte. Ihre Merkmale waren in einem Zug schreibbare Kleinbuchstaben mit Anstrichen und vielen Drehrichtungswechseln sowie eine geschwungenere Linienführung. Zusätzlich wurde jedoch die alte »deutsche Normale« weitergelehrt, um vor allem ältere Schriftstücke noch lesen zu können. Die drei gültigen Schulschriften im Überblick [Bildquelle: Grundschulverband] In der DDR wurde hingegen 1968 zur Reduzierung der Schwierigkeiten bei Anwendung der Lateinischen Ausgangsschrift die sogenannte Schulausgangsschrift verbindlich eingeführt, die der Lateinischen ähnelt, aber einige Buchstabenvarianten enthält [deutlich z.B. beim »A« und »S«]. Seit den achtziger Jahren wurde aus den selben Gründen in vielen Bundesländern die Vereinfachte Ausgangsschrift zugelassen, die 1972 in den bundesrepublikanischen Schulkreislauf geworfen wurde und sich durch drastische Reduktionen der Drehrichtungswechsel, Luftsprünge und oben am Mittelband beginnende und endende Kleinbuchstaben charakterisiert.

Die genauen Regelungen, was kann und was muss, unterscheiden sich bis heute in den einzelnen Bundesländern. Möglich sind sowohl die Lateinische, die Vereinfachte und die Schulausgangsschrift. Tatsächlich benutzt also heute jeder »die Richtige«, wenn er sich in den Grundzügen dieser drei Möglichkeiten bedient. Die Vielfalt dürfte in der Praxis sogar noch größer sein. Weitestgehend ist man heute nämlich dazu übergegangen, den Kindern primär die Druckschrift beizubringen [wobei wir wissen, dass da die Vielfalt erst so richtig beginnt] und ihnen die Entwicklung einer eigenen Schreibform selbst zu überlassen. Die vorgestellten Schreibformen sollen nach diesem Paradigmenwechsel lediglich noch als Orientierungshilfe dienen. Aus typografischer Sicht ist in diesem Zusammenhang noch anzumerken, dass die Anmutung einer »Druckschrift« selbst oder sogar ein spezieller Grundfont nicht vorgeschrieben ist, bis auf die Eigenschaft der Serifenlosigkeit. Lediglich in Bayern und Hamburg wird eine Empfehlung für eine spezielle Druckschrift ausgesprochen.

[Quellen: Grundschulverband – Arbeitskreis Grundschule e.V. [»Grundschule Aktuell« Ausgabe 91, September 2005], Wikipedia, Bildquelle [modifiziert]: »Grundschule Aktuell« 91]

Die einzelnen Schriften können übrigens nach einer Registrierung kostenlos unter pelikan-lehrerinfo.de als TrueTypes heruntergeladen werden.

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