Artikel im April 2007


Krefeld sendet Botenstoff[e]

Der Fachbereich Design der Krefelder Hochschule Niederrhein setzt den »Botenstoff #01« frei. Vergangenen Donnerstag wurde in Form einer Release-Party die Veröffentlichung des Selben zelebriert. Der Botenstoff ist ein zukünftig jährlich zu erstellendes Magazin mit überwiegend aktuellen Arbeiten und Themen aus Forschung und Lehre. Die 96-seitige Erstausgabe entstand im Wintersemester 06/07 im Kurs Editorial-Design, der von Nora Gummert-Hauser betreut wurde [Im Übrigen eine überaus nette Redaktionskollegin bei Slanted]

Botenstoff #01 - Titel Botenstoff #01 - Innenteil Botenstoff #01 - Innenteil Botenstoff #01 - Innenteil

Das Magazin wurde komplett von den Studenten konzipiert und realisiert. Von der Recherche über die Texte bis hin zur Gestaltung. Entstanden ist so ein interessanter Blick hinter die Kulissen eines Designfachbereichs. Festgehalten wurde dieser Blick auf einem vierfarbig mit Offset bedruckten 135-Gramm-Papier von Arjo Wiggins, welches wiederum in einem mit dreifarbigen Siebdruck verschönerten Umschlag aus Naturpapierkarton verpackt wurde. Aus haptischer und vor allem drucktechnischer Sicht eine ansprechende Lösung.

Fein ausgesuchte und vor allem harmonierende Schriften [FF Quadraat, Gringo] fügen sich in ein lockeres, freundliches Layout ein, das niemals langweilig wird. Die Übersichten über die Aktivitäten innerhalb des Fachbereichs werden ergänzt durch Auszeichnungen, Diplomarbeiten, Praktikumsberichte, Buchtipps, Studientipps, Illustrationen, Fotos und Interviews. Sehr gern las ich das mit Eike vom Grafischen Hort. So entstand schlussendlich kein monothematisches Heft, vielmehr wurde Vielschichtigkeit und Interdisziplinarität geschaffen. Besonders empfehlenswert ist Botenstoff daher vielleicht für zukünftige Designstudenten, um ein wenig den bevorstehenden Studienalltag zu kosten. Ansonsten natürlich für alle, die Design als ihre lebenseigene Spielwiese betrachten.

Für acht Euro kann man sich unter botenstoff-magazin.de eines der 1.200 gedruckten Exemplare sichern. Bleibt zu hoffen, dass dieses ansprechende Projekt fortgeführt wird. Ich wünsche den Krefeldern dafür alles Gute und gratuliere noch einmal zur Premiere.

Kommt jetzt das Versal-ß?

Im Jahr 2004 beantragte Andreas Stötzner – Autor der Zeitschrift SIGNA und Mitglied des Internationalen Arbeitskreis Signographie – beim Unicode Consortium die Aufnahme eines Latin Capital Letter Double S in den Unicode-Standard. Der Antrag wurde jedoch verworfen. Zum Einen aus technischen Gründen, zum Anderen, da die Existenz dieses Buchstabens nicht ausreichend bewiesen war.

Nun scheint aber laut einer Meldung auf Signographie.de ein Durchbruch gelungen zu sein. Andreas Stötzner schreibt dort:

Das versale Eszett (scharfes S) wird aller Voraussicht nach als neuer Buchstabe in den internationalen Zeichensatz ISO 10646 bzw. Unicode aufgenommen. Ein entsprechender Beschluß wurde auf der Tagung des zuständigen ISO-Fachgremiums am 27. April 2007 in Frankfurt am Main verabschiedet. Der Kodierungsantrag zum Versal-scharf-S wurde vom Deutschen Institut für Normung (DIN) eingebracht. Deutschland wurde in der einwöchigen, turnusmäßigen Sitzung durch Mitglieder des DIN-NIA 29.01 (Codierte Zeichensätze) vertreten.

Die Bestätigung des Kodierungsbeschlusses und definitive Aufnahme des versalen Scharf-S wird in Jahresfrist erwartet. Damit würde das kleine »Eszett« nach einigen Jahrhunderten Sonderstatus endlich seine Großbuchstaben-Entsprechung und das deutsche Alphabet seinen vollwertigen 27. Buchstaben erhalten. Besonders bei Personen- oder Ortsnamen wäre damit die lange vermißte Möglichkeit eindeutiger Schreibung der S-Laute auch in Majuskelschreibweise gegeben.

Bestrebungen, das versale scharfe S auch offiziell einzuführen, gibt es seit 128 Jahren.

Weitere Infos zum Versal-ß:

Ein früherer kurzer Beitrag von mir zum Thema:

Eine Stunde

Das erste Mal seit fast genau einem Jahr bin ich eben wieder über eine volle Stunde gelaufen. Nach der Verletzung und Operation wieder ohne Schmerzen konditionell halbwegs auf dem Dampfer zu sein, freut mich riesig. Das wollte ich mal frisch geduscht loswerden.

Berlin (48): Die Mauer steht [noch]

Mauersegment in der Liesenstraße

…und zwar bei mir um die Ecke.

Große Momente des Journalismus

Nach dem Niedergang des Journalismus möchte ich auf die großen Momente der Branche hinweisen.

Kai Pflaume, der Troy McClure des deutschen Privatfernsehens, moderierte den Europapokalabend. Beim Marsch durch die Institutionen ist der umtriebige Ernährer zweier Kinder jetzt beim Fußball angekommen.

Und wer hats geschrieben? Klar, die 11 Freunde. Danke für den Funken Hoffnung.