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Archiv für April 2007

× Krefeld sendet Botenstoff[e]

» 30. April 2007, 19.38 Uhr | Kategorie Design | 5 Kommentare

Der Fachbereich Design der Krefelder Hochschule Niederrhein setzt den »Botenstoff #01« frei. Vergangenen Donnerstag wurde in Form einer Release-Party die Veröffentlichung des Selben zelebriert. Der Botenstoff ist ein zukünftig jährlich zu erstellendes Magazin mit überwiegend aktuellen Arbeiten und Themen aus Forschung und Lehre. Die 96-seitige Erstausgabe entstand im Wintersemester 06/07 im Kurs Editorial-Design, der von Nora Gummert-Hauser betreut wurde [Im Übrigen eine überaus nette Redaktionskollegin bei Slanted]

Botenstoff #01 - Titel Botenstoff #01 - Innenteil Botenstoff #01 - Innenteil Botenstoff #01 - Innenteil

Das Magazin wurde komplett von den Studenten konzipiert und realisiert. Von der Recherche über die Texte bis hin zur Gestaltung. Entstanden ist so ein interessanter Blick hinter die Kulissen eines Designfachbereichs. Festgehalten wurde dieser Blick auf einem vierfarbig mit Offset bedruckten 135-Gramm-Papier von Arjo Wiggins, welches wiederum in einem mit dreifarbigen Siebdruck verschönerten Umschlag aus Naturpapierkarton verpackt wurde. Aus haptischer und vor allem drucktechnischer Sicht eine ansprechende Lösung.

Fein ausgesuchte und vor allem harmonierende Schriften [FF Quadraat, Gringo] fügen sich in ein lockeres, freundliches Layout ein, das niemals langweilig wird. Die Übersichten über die Aktivitäten innerhalb des Fachbereichs werden ergänzt durch Auszeichnungen, Diplomarbeiten, Praktikumsberichte, Buchtipps, Studientipps, Illustrationen, Fotos und Interviews. Sehr gern las ich das mit Eike vom Grafischen Hort. So entstand schlussendlich kein monothematisches Heft, vielmehr wurde Vielschichtigkeit und Interdisziplinarität geschaffen. Besonders empfehlenswert ist Botenstoff daher vielleicht für zukünftige Designstudenten, um ein wenig den bevorstehenden Studienalltag zu kosten. Ansonsten natürlich für alle, die Design als ihre lebenseigene Spielwiese betrachten.

Für acht Euro kann man sich unter botenstoff-magazin.de eines der 1.200 gedruckten Exemplare sichern. Bleibt zu hoffen, dass dieses ansprechende Projekt fortgeführt wird. Ich wünsche den Krefeldern dafür alles Gute und gratuliere noch einmal zur Premiere.

Geschrieben von Ivo


× Kommt jetzt das Versal-ß?

» 30. April 2007, 18.39 Uhr | Kategorie Typografie | 4 Kommentare

Im Jahr 2004 beantragte Andreas Stötzner – Autor der Zeitschrift SIGNA und Mitglied des Internationalen Arbeitskreis Signographie – beim Unicode Consortium die Aufnahme eines Latin Capital Letter Double S in den Unicode-Standard. Der Antrag wurde jedoch verworfen. Zum Einen aus technischen Gründen, zum Anderen, da die Existenz dieses Buchstabens nicht ausreichend bewiesen war.

Nun scheint aber laut einer Meldung auf Signographie.de ein Durchbruch gelungen zu sein. Andreas Stötzner schreibt dort:

Das versale Eszett (scharfes S) wird aller Voraussicht nach als neuer Buchstabe in den internationalen Zeichensatz ISO 10646 bzw. Unicode aufgenommen. Ein entsprechender Beschluß wurde auf der Tagung des zuständigen ISO-Fachgremiums am 27. April 2007 in Frankfurt am Main verabschiedet. Der Kodierungsantrag zum Versal-scharf-S wurde vom Deutschen Institut für Normung (DIN) eingebracht. Deutschland wurde in der einwöchigen, turnusmäßigen Sitzung durch Mitglieder des DIN-NIA 29.01 (Codierte Zeichensätze) vertreten.

Die Bestätigung des Kodierungsbeschlusses und definitive Aufnahme des versalen Scharf-S wird in Jahresfrist erwartet. Damit würde das kleine »Eszett« nach einigen Jahrhunderten Sonderstatus endlich seine Großbuchstaben-Entsprechung und das deutsche Alphabet seinen vollwertigen 27. Buchstaben erhalten. Besonders bei Personen- oder Ortsnamen wäre damit die lange vermißte Möglichkeit eindeutiger Schreibung der S-Laute auch in Majuskelschreibweise gegeben.

Bestrebungen, das versale scharfe S auch offiziell einzuführen, gibt es seit 128 Jahren.

Weitere Infos zum Versal-ß:

Ein früherer kurzer Beitrag von mir zum Thema:

Geschrieben von Ivo


× Eine Stunde

» 29. April 2007, 11.46 Uhr | Kategorie Persönlich | 14 Kommentare

Das erste Mal seit fast genau einem Jahr bin ich eben wieder über eine volle Stunde gelaufen. Nach der Verletzung und Operation wieder ohne Schmerzen konditionell halbwegs auf dem Dampfer zu sein, freut mich riesig. Das wollte ich mal frisch geduscht loswerden.

Geschrieben von Ivo


× Berlin (48): Die Mauer steht [noch]

» 28. April 2007, 18.19 Uhr | Kategorie Indivisuell | 4 Kommentare

Mauersegment in der Liesenstraße

…und zwar bei mir um die Ecke.

Geschrieben von Ivo


× Große Momente des Journalismus

» 28. April 2007, 11.17 Uhr | Kategorie Zeitgeist | 3 Kommentare

Nach dem Niedergang des Journalismus möchte ich auf die großen Momente der Branche hinweisen.

Kai Pflaume, der Troy McClure des deutschen Privatfernsehens, moderierte den Europapokalabend. Beim Marsch durch die Institutionen ist der umtriebige Ernährer zweier Kinder jetzt beim Fußball angekommen.

Und wer hats geschrieben? Klar, die 11 Freunde. Danke für den Funken Hoffnung.

Geschrieben von Ivo


× Sizilianisches Naturschauspiel

» 27. April 2007, 08.15 Uhr | Kategorie Indivisuell | Kommentieren?

Vom sizilianischen Taormina aus kann man zuweilen bei Nacht die Lava des Ätna sehen

Das Bild schlummert nun bereits eine ganze Weile auf meinem Datenträger. Bevor es dort für immer als verschollen gilt will ich es mal lieber veröffentlichen, weil es mich auf eine besondere Art und Weise fasziniert. Vor ziemlich genau zwei Jahren war ich auf Sizilien. Vom bekannten Touristenort Taormina kann man da zuweilen schon mal die fließende Lava des Ätna sehen. Zumindest bei Nacht. Am Tage raucht der Vulkan »nur«. Sieht aber auch schön aus. Zeige ich aber nicht.

Geschrieben von Ivo


× Welche Schulschrift ist die richtige?

» 25. April 2007, 19.35 Uhr | Kategorie Typografie | 22 Kommentare

Eine interessante Diskussion entbrannte unlängst zwischen meinen Kommilitonen. Es tauchte die Frage nach den Formen der Buchstaben auf, mit denen wir damals das Schreiben erlernten. Wie viel Kringel hat ein »H«, wo setzt man beim »K« an, wie hat das »z« auszusehen? Anders gefragt: Welche Schulschrift ist die richtige? Selbstverständlich war jeder der Ansicht, mit den in der Grundschule gelernten Füllerführungen noch heute up-to-date zu sein, auch wenn die Wenigsten den Füller heute noch benutzen. Die Stichprobe brachte es aber zu Tage: ein einheitliches Aussehen war Fehlanzeige, verklärte Erinnerungen paarten sich mit »Das ist so doch definitiv nicht richtig«-Behauptungen. Es konnten doch aber nicht alle im Recht sein? Deutliche Differenzen lagen zwischen bayrischem, ostfriesischem, Berliner und letztlich Ostharzer »Schriftdesign«, die alte Garde war sich zudem mit den Jüngeren uneins. Der Verdacht erhärtete sich: in Deutschland herrscht auch in puncto Schulschrift föderale Vielfalt.
Die Lateinische Ausgangsschrift: Ein Beispiel
Wie aber erklärt sich diese Vielfalt? Beleuchten wir die Sache also einmal näher. Historisch möchte ich der Kurzweiligkeit zuliebe auf Sütterlin & Co. verzichten und in der für uns relevanten Nachkriegszeit beginnen. 1953 wurde die durch Hitler 1941 im Normalschrifterlass eingeführte Deutsche Normalschrift verbindlich durch die Lateinische Ausgangsschrift ersetzt. Ausnahme hier war Bayern, das erst 13 Jahre später von der »Altlast« loslassen konnte. Ihre Merkmale waren in einem Zug schreibbare Kleinbuchstaben mit Anstrichen und vielen Drehrichtungswechseln sowie eine geschwungenere Linienführung. Zusätzlich wurde jedoch die alte »deutsche Normale« weitergelehrt, um vor allem ältere Schriftstücke noch lesen zu können. Die drei gültigen Schulschriften im Überblick [Bildquelle: Grundschulverband] In der DDR wurde hingegen 1968 zur Reduzierung der Schwierigkeiten bei Anwendung der Lateinischen Ausgangsschrift die sogenannte Schulausgangsschrift verbindlich eingeführt, die der Lateinischen ähnelt, aber einige Buchstabenvarianten enthält [deutlich z.B. beim »A« und »S«]. Seit den achtziger Jahren wurde aus den selben Gründen in vielen Bundesländern die Vereinfachte Ausgangsschrift zugelassen, die 1972 in den bundesrepublikanischen Schulkreislauf geworfen wurde und sich durch drastische Reduktionen der Drehrichtungswechsel, Luftsprünge und oben am Mittelband beginnende und endende Kleinbuchstaben charakterisiert.

Die genauen Regelungen, was kann und was muss, unterscheiden sich bis heute in den einzelnen Bundesländern. Möglich sind sowohl die Lateinische, die Vereinfachte und die Schulausgangsschrift. Tatsächlich benutzt also heute jeder »die Richtige«, wenn er sich in den Grundzügen dieser drei Möglichkeiten bedient. Die Vielfalt dürfte in der Praxis sogar noch größer sein. Weitestgehend ist man heute nämlich dazu übergegangen, den Kindern primär die Druckschrift beizubringen [wobei wir wissen, dass da die Vielfalt erst so richtig beginnt] und ihnen die Entwicklung einer eigenen Schreibform selbst zu überlassen. Die vorgestellten Schreibformen sollen nach diesem Paradigmenwechsel lediglich noch als Orientierungshilfe dienen. Aus typografischer Sicht ist in diesem Zusammenhang noch anzumerken, dass die Anmutung einer »Druckschrift« selbst oder sogar ein spezieller Grundfont nicht vorgeschrieben ist, bis auf die Eigenschaft der Serifenlosigkeit. Lediglich in Bayern und Hamburg wird eine Empfehlung für eine spezielle Druckschrift ausgesprochen.

[Quellen: Grundschulverband – Arbeitskreis Grundschule e.V. [»Grundschule Aktuell« Ausgabe 91, September 2005], Wikipedia, Bildquelle [modifiziert]: »Grundschule Aktuell« 91]

Die einzelnen Schriften können übrigens nach einer Registrierung kostenlos unter pelikan-lehrerinfo.de als TrueTypes heruntergeladen werden.

Geschrieben von Ivo


× Abflug

» 24. April 2007, 09.35 Uhr | Kategorie Indivisuell | 3 Kommentare

Abflug

Geschrieben von Ivo


× Hausempfehlung: qualitätsgetestete FontFonts

» 23. April 2007, 17.33 Uhr | Kategorie Typografie | 2 Kommentare

Die überarbeitete FF Blur von Neville Brody

Im aktuellen FontShop-Newsletter werden neben der unschlagbar günstigen 100-Beste-Schriften-Font-Edition – deren Website ich mit Georg realisierte – auch zwei von mir während meines FSI-Praktikums getestete Displayfonts angepriesen. Zum Einen die überarbeitete FF Blur von Neville Brody und zum Anderen die neue FF Soul von Donald Beekman [DBXL, Typeradio]. Daraus steht derzeit FF Softsoul Ultra als Testschnitt [nicht Free Font] zur Verfügung. Nie gab es besser getestete Schriften als heute … ;)

Geschrieben von Ivo


× Berlin (47): Brücke nach Osten

» 22. April 2007, 22.18 Uhr | Kategorie Indivisuell | 3 Kommentare

Die Brücke der Deutschen Bahn von Berliner Hauptbahnhof Richtung Osten

Geschrieben von Ivo


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