Artikel im Februar 2007


Morris Sans™: Die bessere Bank Gothic

Dan Reynolds neue Morris Sans

Endlich hat die Bank Gothic das, was ich schon immer an ihr vermisst habe: Kleinbuchstaben und Charakter. Zu verdanken ist dies dem Organisator des Offenbacher »Original-Typostammtisches« Dan Reynolds, der Morris Fuller Bentons 77 Jahre alte Schrift neu interpretierte und sie heuer als Morris Sans™ bei Linotype vorstellte. Unter den Augen von Type Director Akira Kobayashi zeichnete er außerdem Lining, Oldstyle und Small Cap Figures, jeweils als Tabellenziffer- und Proportionalvariante. Die neuen Minuskeln sind weniger geometrisch als die Versalien, was dem Font eine erfrischende Würze verleiht. Sämtliche üblichen Sprachräume wurden selbstverständlich ins Open-Type-Format gepackt, drunter geht es ja auch gar nicht mehr. Glückwunsch, Dan, und viel Erfolg für deine Morris Sans™. Ich bin gespannt, wann ich sie das erste Mal in freier Wildbahn antreffe.

ITC veröffentlicht Officina Pro

»Approved by Erik Spiekermann«, was immer das im Detail heißen mag, sei die neue Pro-Version der ITC Officina. Damit ist die erfolgreichste Schrift der International Typeface Corporation [Platz 8 im All-Time-Font-Ranking] nun auch im modernen OpenType-Zeitalter angekommen. Eine schicke PDF zur Officina gibt es übrigens bei FontShop. [M]Ein kurzer Beitrag zur Erfüllung der typografischen Chronistenpflicht …

Montevideo ist wie München am Meer*

Der Autor der »Mörderfackel« hat wieder zugeschlagen. Nachdem Armin Reins das Mittelmaß in der deutschen Werbung bekämpfte, fühlt er nun der »Corporate Language« auf den Zahn. Mit Genuss verschlang ich sein Buch, das – wie ich finde – genau das richtige ist für Texter, Werber, Kommunizierer und alle die verstehen wollen, warum sie von den Werbern nicht verstanden werden. Um es mit den Worten des Spiegels zu sagen: »Nach der Lektüre wissen sie genauer, warum sie manche Dinge kaufen und andere nicht.«

Corporate Language von Armin ReinsAbwechslungsreiche, aber in sich schlüssige Kapitel vermitteln entscheidende Erkenntnisse für eine bessere Unternehmenssprache, die entscheidender wahrgenommen wird, als großspurige Versprechungen teurer Kampagnen. Oder wer hat sich nicht schon einmal über ein arrogantes Schreiben seiner Versicherung geärgert? Außerdem erfährt man bereits auf den ersten Seiten, wie man mit einem einzigen Satz zum Multimillionär werden kann. Jener Satz ist nun aber schon vergeben.

»Es geht heute in den Texten häufig nicht mehr darum, durch eine Vielzahl von Argumenten zu glänzen. Es geht darum, die richtige Haltung zu kommunizieren. Denn der Verbraucher kauft immer mehr Produkte, die ihn in seiner Haltung bestätigen.«

Derlei anhand bemerkenswerter Beispiele erläuterte Theorien und Erkenntnisse lassen mir nichts anderes übrig, als »Corporate Language« dem thematisch auch nur annähernd Interessierten wärmstens zu empfehlen. Allein schon er abermals entzückenden typografischen Gestaltung des Hermann-Schmidt-Verlags wegen. Ich bin sehr gespannt auf Armin Reins, der – nachdem ich meinen Kollegen von seinem Buch vorschwärmte [gibt es da vielleicht einen Zusammenhang?] – als Sprecher der TYPO 2007 engagiert wurde. Ende des unbezahlten Werbeblocks.

* Wer übrigens wissen will, was es mit der Überschrift auf sich hat, wird nicht umhin kommen, die Seiten ab 39 zu studieren … ;)

Feed-Futter

In der Technik-Spalte stehen ab sofort alle Links zu den FeedsMensch, es macht mich aber auch keiner darauf aufmerksam … Die ganze Zeit habe ich es versäumt, in meiner kleinen »Technik-Spalte« am Seitenfuß auf den Kommentar-Feed hinzuweisen. Wenn man selbigen nämlich über einen RSS Reader oder den Browser abonniert, verpasst man keinen Artikelkommentar auf Fontwerk.com mehr. Zum Beispiel den von Jürgen, der quasi exklusiv aus seiner kommenden PAGE-Kolumne zitiert.

Wenn man mit der Maus über das Icon fährt, kann man die Feeds auswählen. Hier die Ansicht im Opera-BrowserAuch im Quellcode ist der Kommentarabolink nun hinterlegt, so dass man gepflegt den Feed im Browser auswählen kann [die Screenshots zeigen den entsprechenden orangenen Button in der Adresszeile beim Firefox und in Opera]. Wer mit dem bisher Geschriebenen nichts anzufangen weiß, kann ja mal auf diesen Link klicken und schauen, ob sich etwas tut: feed:http://www.fontwerk.com/comments/feed. Sollte dann ein Licht aufgegangen sein und Bedarf nach weiteren Feeds bestehen [eigentlich gibt es ja »nur« noch das Artikelabo, das allerdings in drei verschiedenen technischen Varianten], braucht man sich lediglich nur noch mit dieser tollen Technik anfreunden und sich dann wieder dieses Artikels entsinnen. Falls ihr aber immer noch nicht wisst, wovon ich hier rede: vergesst die Sache einfach wieder.
Wenn man mit der Maus über das Icon fährt, kann man die Feeds auswählen. Hier die Ansicht im Firefox-Browser

Nachwuchsförderung in der Druck- und Medientechnik

Gute Nachrichten aus der Berliner Druckszene: Die neu gegründete Elsnerdruck-Stiftung hat sich zur Aufgabe gemacht, den Nachwuchs der Führungskräfte des Grafischen Gewerbe in Berlin und Brandenburg zu fördern. Erreicht werden soll dies durch Zuwendungen für herausragende Studienleistungen an Absolventen der Druck- und Medienbranche sowie durch Förderung von Vorhaben, die geeignet sind, den Fach- und Führungsnachwuchs besonders zu qualifizieren. Das können Studienfahrten, Projekte, aber auch Fachseminare sein. Auf der Absolventenfeier des FB VI der TFH Berlin am 2.2.2007 überreichte Herr Gerhard Elsner erstmalig zwei Preise an die zwei besten DMT-Absolventinnen des vergangenen Semesters. Dotiert waren diese Preise mit 2.000 € beziehungsweise 1.500 €. Ein großes Kompliment gilt diesem Engagement. Tolle Sache.

Fontwerk