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Archiv für Februar 2007

× Morris Sans™: Die bessere Bank Gothic

» 15. Februar 2007, 20.18 Uhr | Kategorie Typografie | 10 Kommentare

Dan Reynolds neue Morris Sans

Endlich hat die Bank Gothic das, was ich schon immer an ihr vermisst habe: Kleinbuchstaben und Charakter. Zu verdanken ist dies dem Organisator des Offenbacher »Original-Typostammtisches« Dan Reynolds, der Morris Fuller Bentons 77 Jahre alte Schrift neu interpretierte und sie heuer als Morris Sans™ bei Linotype vorstellte. Unter den Augen von Type Director Akira Kobayashi zeichnete er außerdem Lining, Oldstyle und Small Cap Figures, jeweils als Tabellenziffer- und Proportionalvariante. Die neuen Minuskeln sind weniger geometrisch als die Versalien, was dem Font eine erfrischende Würze verleiht. Sämtliche üblichen Sprachräume wurden selbstverständlich ins Open-Type-Format gepackt, drunter geht es ja auch gar nicht mehr. Glückwunsch, Dan, und viel Erfolg für deine Morris Sans™. Ich bin gespannt, wann ich sie das erste Mal in freier Wildbahn antreffe.

Geschrieben von Ivo


× ITC veröffentlicht Officina Pro

» 15. Februar 2007, 06.28 Uhr | Kategorie Typografie | 3 Kommentare

»Approved by Erik Spiekermann«, was immer das im Detail heißen mag, sei die neue Pro-Version der ITC Officina. Damit ist die erfolgreichste Schrift der International Typeface Corporation [Platz 8 im All-Time-Font-Ranking] nun auch im modernen OpenType-Zeitalter angekommen. Eine schicke PDF zur Officina gibt es übrigens bei FontShop. [M]Ein kurzer Beitrag zur Erfüllung der typografischen Chronistenpflicht …

Geschrieben von Ivo


× Montevideo ist wie München am Meer*

» 13. Februar 2007, 20.31 Uhr | Kategorie Zeitgeist | Ein einsamer Kommentar

Der Autor der »Mörderfackel« hat wieder zugeschlagen. Nachdem Armin Reins das Mittelmaß in der deutschen Werbung bekämpfte, fühlt er nun der »Corporate Language« auf den Zahn. Mit Genuss verschlang ich sein Buch, das – wie ich finde – genau das richtige ist für Texter, Werber, Kommunizierer und alle die verstehen wollen, warum sie von den Werbern nicht verstanden werden. Um es mit den Worten des Spiegels zu sagen: »Nach der Lektüre wissen sie genauer, warum sie manche Dinge kaufen und andere nicht.«

Corporate Language von Armin ReinsAbwechslungsreiche, aber in sich schlüssige Kapitel vermitteln entscheidende Erkenntnisse für eine bessere Unternehmenssprache, die entscheidender wahrgenommen wird, als großspurige Versprechungen teurer Kampagnen. Oder wer hat sich nicht schon einmal über ein arrogantes Schreiben seiner Versicherung geärgert? Außerdem erfährt man bereits auf den ersten Seiten, wie man mit einem einzigen Satz zum Multimillionär werden kann. Jener Satz ist nun aber schon vergeben.

»Es geht heute in den Texten häufig nicht mehr darum, durch eine Vielzahl von Argumenten zu glänzen. Es geht darum, die richtige Haltung zu kommunizieren. Denn der Verbraucher kauft immer mehr Produkte, die ihn in seiner Haltung bestätigen.«

Derlei anhand bemerkenswerter Beispiele erläuterte Theorien und Erkenntnisse lassen mir nichts anderes übrig, als »Corporate Language« dem thematisch auch nur annähernd Interessierten wärmstens zu empfehlen. Allein schon er abermals entzückenden typografischen Gestaltung des Hermann-Schmidt-Verlags wegen. Ich bin sehr gespannt auf Armin Reins, der – nachdem ich meinen Kollegen von seinem Buch vorschwärmte [gibt es da vielleicht einen Zusammenhang?] – als Sprecher der TYPO 2007 engagiert wurde. Ende des unbezahlten Werbeblocks.

* Wer übrigens wissen will, was es mit der Überschrift auf sich hat, wird nicht umhin kommen, die Seiten ab 39 zu studieren … ;)

Geschrieben von Ivo


× Feed-Futter

» 12. Februar 2007, 21.46 Uhr | Kategorie Persönlich | 6 Kommentare

In der Technik-Spalte stehen ab sofort alle Links zu den FeedsMensch, es macht mich aber auch keiner darauf aufmerksam … Die ganze Zeit habe ich es versäumt, in meiner kleinen »Technik-Spalte« am Seitenfuß auf den Kommentar-Feed hinzuweisen. Wenn man selbigen nämlich über einen RSS Reader oder den Browser abonniert, verpasst man keinen Artikelkommentar auf Fontwerk.com mehr. Zum Beispiel den von Jürgen, der quasi exklusiv aus seiner kommenden PAGE-Kolumne zitiert.

Wenn man mit der Maus über das Icon fährt, kann man die Feeds auswählen. Hier die Ansicht im Opera-BrowserAuch im Quellcode ist der Kommentarabolink nun hinterlegt, so dass man gepflegt den Feed im Browser auswählen kann [die Screenshots zeigen den entsprechenden orangenen Button in der Adresszeile beim Firefox und in Opera]. Wer mit dem bisher Geschriebenen nichts anzufangen weiß, kann ja mal auf diesen Link klicken und schauen, ob sich etwas tut: feed:http://www.fontwerk.com/comments/feed. Sollte dann ein Licht aufgegangen sein und Bedarf nach weiteren Feeds bestehen [eigentlich gibt es ja »nur« noch das Artikelabo, das allerdings in drei verschiedenen technischen Varianten], braucht man sich lediglich nur noch mit dieser tollen Technik anfreunden und sich dann wieder dieses Artikels entsinnen. Falls ihr aber immer noch nicht wisst, wovon ich hier rede: vergesst die Sache einfach wieder.
Wenn man mit der Maus über das Icon fährt, kann man die Feeds auswählen. Hier die Ansicht im Firefox-Browser

Geschrieben von Ivo


× Nachwuchsförderung in der Druck- und Medientechnik

» 10. Februar 2007, 12.02 Uhr | Kategorie Drucktechnik, Medientechnik | Ein einsamer Kommentar

Gute Nachrichten aus der Berliner Druckszene: Die neu gegründete Elsnerdruck-Stiftung hat sich zur Aufgabe gemacht, den Nachwuchs der Führungskräfte des Grafischen Gewerbe in Berlin und Brandenburg zu fördern. Erreicht werden soll dies durch Zuwendungen für herausragende Studienleistungen an Absolventen der Druck- und Medienbranche sowie durch Förderung von Vorhaben, die geeignet sind, den Fach- und Führungsnachwuchs besonders zu qualifizieren. Das können Studienfahrten, Projekte, aber auch Fachseminare sein. Auf der Absolventenfeier des FB VI der TFH Berlin am 2.2.2007 überreichte Herr Gerhard Elsner erstmalig zwei Preise an die zwei besten DMT-Absolventinnen des vergangenen Semesters. Dotiert waren diese Preise mit 2.000 € beziehungsweise 1.500 €. Ein großes Kompliment gilt diesem Engagement. Tolle Sache.

Geschrieben von Ivo


× Maskottchenterrorismus

» 8. Februar 2007, 11.29 Uhr | Kategorie Zeitgeist | 7 Kommentare

Jetzt hat es also auch meinen Verein getroffen. Nach Herthinho, Wölfi, Ritter Keule und ihren ganzen bescheuerten Kollegen aus Randsportarten wie Handball oder Biathlon wird wohl bald auch ein armer Braunschweiger Student im Löwenkostüm durchs Stadion an der Hamburger Straße flitzen. Und das, obwohl Eintrachts PR-Leiterin Miriam Herzberg noch kürzlich betonte, dass es ein Maskottchen am Spielfeldrand nicht geben wird.

Ich verstehe ja, dass man dem einen oder anderen Kleinkind mit solchen Aktionen den Stadionbesuch schmackhaft machen möchte. Doch vergisst man nicht allmählich die Leute, die noch in der Überzahl sind? Diejenigen, die 90 Minuten ihre Mannschaft feiern und Fußball sehen wollen. Der wird neben Einlaufmusik, Eckballanimation und Videowand nämlich auch noch gespielt. Vergisst man leider manchmal. Stück für Stück wird diesen Fans zweiter Klasse, die Stehplätze statt Multifunktionsarenen wollen, Fankurven statt Spielplatzblöcke, Schals statt Anzug tragen und Bier statt Sekt trinken das Spiel vermiest. Dabei war Fußball immer der Sport des Proletariats. Billig, einfach, dreckig und ehrlich.

Der vom einfachen Fan gefühlte Trend geht aber offenbar dahin, nur noch zahlungskräftige Besucher in die Arenen zu locken, die finanziell ähnlich gut gestellt sind wie die Spieler selbst. Dann braucht man aber in Zukunft nur noch 500 VIP-Logen und keine Tribünen mehr. Die Wurstbude kann dann auch gleich abgerissen werden. Diese Entwicklung finde ich unschön und ich vermisse hierbei den Respekt vor dem Normalsupporter. Ich lebe selten in verklärten Erinnerungen von früher. Aber beim Fußball erinnere ich mich gern an Zeiten, als es Bier noch in Gläsern gab und darin sogar 5% Alkohol enthalten war. Nicht, dass ich es als Kind schon getrunken hätte, aber die selbstgebastelte Fahne [die man noch ins Stadion nehmen durfte] schwenkend habe ich höchstens mal Tore vermisst, jedoch keine zwei Meter großen Plüschtiere.

Der weise Addi Preißler war seiner Zeit weit voraus: »Entscheidend ist auf dem Platz«. Nennt mich in diesem Punkt von mir aus polemisch und ignorant. Diese Maskottchengeschichte ist leider nur ein weiterer unrühmlicher Haltepunkt einer Reise in für Fußballpuristen düstere Zeiten. Wenn ich eine hohle Show will, geh ich zur Blue Man Group. Ich will, dass sich die Spieler Blei in die Schuhe tun, damit sie schwerer werden. Fußball als Inhalt. Weniger gleich mehr. Ich gebe damit wieder ab an die angeschlossenen vereinseigenen Marketingabteilungen.

Geschrieben von Ivo


× Die Geschichte der Autobahnschrift DIN

» 6. Februar 2007, 21.45 Uhr | Kategorie Typografie | Kommentieren?

Recherchiert und aufgeschrieben vom Designer der FF DIN Albert-Jan Pool für die 17. Ausgabe des tschechischen TYPO-Magazins und seit heute online nachzulesen.

Geschrieben von Ivo


× Berliner Typostammtisch 02/07: Zusammenfassung

» 4. Februar 2007, 20.25 Uhr | Kategorie Typografie | 6 Kommentare

Die Getränke wurden freundlicherweise vom Hausherren bereitgestellt, die Snacks besorgten Jürgen Siebert und ich Typografie-Professor und Typedesigner Jürgen Huber Etienne Girardet inspiziert die Spiekermannschen Hausnummern genauestens

Der bisher geheimnisumwittertste Typostammtisch in seiner noch jungen Geschichte fand am Freitag in Berlin-Mitte statt. Geheimnisumwittert vor allem deshalb, weil zum Zeitpunkt der Einladung noch nicht der besondere Ort und das Thema des Vortrages bekannt waren. Der ehrenwerte Erik Spiekermann stellte seine heiligen Hallen von SpiekermannPartners in der Friedrichstraße zur Verfügung. Als Typograf ist er längst weltbekannt, seine Qualitäten als spendabler Gastgeber finden hingegen viel zu selten Beachtung. Wir finden, zu Unrecht. Vielen Dank daher noch einmal, Erik, im Namen aller Anwesenden für deine Gastfreundlichkeit.
Wieder einmal war der Typostammtisch gut besucht
Wieder einmal gut besucht war der erste Typostammtisch 2007

Erik Spiekermann präsentiert seine neue Hausnummern-SerieKeine vier Stunden nach der Einladung zum 3. Typostammtisch über die E-Mailliste trafen alle Anmeldungen für die – aufgrund der Örtlichkeit leider auf knapp 20 begrenzten – Plätze ein. Dies beweist ein ernstes Interesse an dieser kleinen Veranstaltungsreihe und freut uns natürlich ungemein. Den Vortrag hielt anlässlich der Veröffentlichung der »100 besten Schriften« Fontshops Jürgen Siebert, der mit spannenden Hintergrundinformationen aufwarten konnte und sich gern den interessierten Fragen der anwesenden Typofreunde stellte. Daraus entwickelten sich im Laufe des fast fünfstündigen Abends angeregte Konversationen und Diskussionen. Es war alles in allem wieder ein tolles Treffen mit netten Gästen, das sich durch eine gehörige Prise Gemütlichkeit auszeichnete. Die kommende Veranstaltung – voraussichtlich im April – wird wieder rechtzeitig über den Verteiler und diese kleine Website bekanntgegeben.

Geschrieben von Ivo


× Berliner Typostammtisch 02/07

» 1. Februar 2007, 18.24 Uhr | Kategorie Typografie | Kommentieren?

Morgen findet der nunmehr dritte Typostammtisch statt. Leider lässt die Besonderheit des Veranstaltungsortes diesmal nur eine begrenzte Teilnehmerzahl von knapp 20 Interessenten zu, die wir bereits durch entsprechende Reaktionen auf unseren E-Mailverteiler erreichen konnten. Dieser Umstand gibt mir jedoch Gelegenheit, ein weiteres Mal auf den Verteiler hinzuweisen. Wer also künftig keine Infos zur Berliner Typorunde verpassen will, sollte dies am Besten in den Kommentaren [z.B. zu diesem Beitrag] zum Ausdruck bringen. Sie oder er bekommt dann die Infos auf jeden Fall rechtzeitig ins digitale Postfach. Einige organisatorische Fragen wurden übrigens erst kürzlich geklärt.

Geschrieben von Ivo


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