Artikel im November 2006


Times Modern ab Montag im Einsatz

Zwölf Monate dauerte die Entwicklung der neuen »Times Modern«. Ab kommenden Montag wird sie als maßgescheinderte Schriftfamilie nun in ihrer Namenspatin »The Times« Anwendung finden und die »Classic« ablösen. Sie ist die einzige britische Zeitung, die eigens Fonts anfertigen lässt, alle anderen kaufen fertige Schriften ein. Neville Brody’s Research Studios entwickelten neben einigen entscheidenden gestalterischen Änderungen am Layout eine kompakte Schriftfamilie, die einmal mehr visuelle und typografische Weichen stellen und damit auch die Leserschaft fesseln sollen. Die Änderungen und die Weiterentwicklung der Schrift waren nötig gewesen, nachdem die Zeitung nach 216 Jahren im Broadsheet-Format seit November 2004 im kompakten Tabloid-Format erscheint. Der erst 23-jährige Luke Prowse steuerte hierzu den neuen »Times Modern«-Headline-Font bei. Die Designwelt wartet nun gespannt auf den 20. November und die erste Ausgabe der »Times« im neuen Design.

Neville Brody kommentiert den Relaunch so:

»The Times had almost all of the tools it needed to create a dynamic, usable, clearly-articulated and familiar language from within its current vocabulary. What it lacked was a few catalytic elements and an evolved architecture (both page and section). […] Essentially, the approach we adopted has been more architectural than decorative and more fundamental than surface. Visual elements and devices needed to be re-visited from the ground up and rationalised within a clear plan and layout.«

Warten zwischen Leben und Tod

Sportler für OrganspendeIn Deutschland leben mehr als 14.000 schwerkranke Menschen zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Sie brauchen dringend ein Spenderorgan. 82 Prozent der Deutschen haben zur Organspende eine positive Einstellung. 67 Prozent sind glücklicherweise damit einverstanden, dass man ihnen nach dem Tod Organe entnimmt, um anderen Menschen die Chance zu geben, weiterzuleben. Leider besitzen jedoch nur zwölf Prozent einen Organspendeausweis. Täglich sterben drei Menschen auf der Warteliste, weil für sie nicht rechtzeitig ein Organ zur Verfügung steht, bei zwölf Menschen können dank der Spendenbereitschaft lebensrettende Transplantationen durchgeführt werden.

OrganspendeausweisDie Fußballbundesliga wirbt am 13. und 14. Spieltag für das Organspenden. Aus diesem Anlass möchte auch ich an all die vielen potenziellen Spender appellieren, einen Ausweis auszufüllen, der schriftlich bestätigt, was man dann leider nicht mehr bestätigen kann. Ich trage bereits seit fast drei Jahren einen Organspendeausweis bei mir. Ich hoffe natürlich, dass der so schnell nicht zum Tragen kommt, aber manchmal kann es auch ganz unerwartet zu Ende gehen. Für die Angehörigen kann es dann auch ein ganz kleiner Trost sein, dass der zu frühe Tod wenigstens diese positive Seite in sich trägt. Ich bitte euch daher, ihn bei euch zu tragen: er ist nicht schwer, das Ausfüllen dauert keine zwei Minuten und kann anderen Menschen das größte Glück bereiten: der Organspendeausweis.

Den Ausweis kann man einfach downloaden oder kostenlos bestellen unter www.organspende-info.de.

Spongebob Coverkopf

TFH Presse Coverfoto Gautschfeier - Ivo als Spongebob verkleidetHatte ich eigentlich erwähnt, dass ich in der aktuellen Ausgabe der Uni-Zeitschrift »TFH Presse« als Covergirlboy glänze? Das Titelbild stammt von der ersten Gautschfeier für die frisch diplomierten Drucktechnikingenieure der TFH Berlin. Dort fungierte ich, da ich bereits gegautscht wurde, als Schwammhalter und durfte sogar zwei Professoren je einen Eimer Wasser über die Dozentenrübe schütten. Der Bericht über das Spektakel – gesetzt in der Spiekermannschen Meta – findet sich dort auf Seite 5, weitere Fotos auf tfh-berlin.de/~alumni und fb6.tfh-berlin.de/foto (ich bin übrigens immer wieder »begeistert«, wie inhomogen die Webadressen einzelner Fachbereiche an Universitäten angewendet werden).

Bei der Gelegenheit möchte ich auch noch unsere neue DMT-Website erwähnen, die im letzten Semester im Rahmen einer Projektarbeit entstand (derzeit noch mit sehr sperriger Adresse). Zwar wurde die Arbeit unserer Gruppe trotz Mehrheitsentscheid der Kommilitonen von den Profs nicht zur endgültigen Veröffentlichung bestimmt, dennoch ist die »Auserwählte« größtenteils gespickt mit Bildern aus Spongebob Schwammhalterkopfs Fotokamera.

Foto: Pressestelle TFH

Typospur (22): Einfahrt verboten

Einfahrt verboten

Auf Achse im Mansfelder Land

Zu Recht wurde ich, vor allem während meiner Zeit im hochdeutschsprachigen Niedersachsen, auf meine Art zu reden angesprochen. Die Mansfelder Mundart (es handelt sich hier nicht um einen eigenen Dialekt) habe ich mir heuer weitestgehend abgewöhnt, früher habe ich tatsächlich deutlich »schlimmer« gesprochen. Heute lerne ich sie, je seltener ich sie höre, irritierenderweise immer mehr lieben. Im großen Berlin ist es doch gerade auch die besondere verbale Identität, die einen wichtig erscheint. Da ist es mir eine Freude, im Internet auf altvertraute Worte und Floskeln zu stoßen, die ich längst vergessen glaubte.

Ich gebe zu, die Mansfällor »Herr der Ringe«-Verwurstung hat auch schon ein paar Jahre auf dem Schachtbuckel, doch ist sie irgendwie auch wie ein guter Wein, der mit den Jahren immer besser wird. Man sollte sich unbedingt mal anhören, wie sich Gollum mit den Malamus (Abkürzung für meine Landsmänner, die ich liebevoll Mansfelder-Land-Mutanten nenne) zu verständigen weiß.

Wer sich nun mit der Mansfelder Mundart anfreunden kann und außerdem mal in der Herrentoilette einer Disco im Mansfelder Land Mäuschen spielen möchte, sollte die Website der Musik- und Comedycombo Elsterglanz, die diesen Spaß zu verantworten hat, besuchen: auf elsterglanz-dieband.com läuft im Hintergrund ein fast zehnminütiges Audiofile, das ein Szenario beschreibt, welches ich mir erschreckenderweise so tatsächlich in meiner alten Heimat vorstellen kann.

Irgendwie bekomme ich da doch glatt Sehnsucht nach Kupferschiefer- und Schlackehalden, ihr Brummer …

Ebenfalls zum Thema ein etwas älterer Beitrag: »Der Dativ ist dem Hettstedter unbekannt«

Fontwerk