
© Foto: Britta Wartke
Meine liebe Kommilitonin Britta weilt derzeit im Rahmen des Praxissemesters in Kanada. Dass sie dort auf die Schaltzentrale urdeutscher Gemütlichkeit treffen würde, ahnte sie nicht.

© Foto: Britta Wartke
Meine liebe Kommilitonin Britta weilt derzeit im Rahmen des Praxissemesters in Kanada. Dass sie dort auf die Schaltzentrale urdeutscher Gemütlichkeit treffen würde, ahnte sie nicht.
Der finnische Typografiestudent Jasso Lamberg stellt in seinem Blog typo.fi eine Frage, die mir regelmäßig begegnet und über die ich selbst derweilen grübelte, ohne dass ich jedoch bisher zu einem klärenden Schluss gekommen bin.
Why is it that typography is still mostly in the hands of men?
Ich möchte diese Frage gern aufgreifen. Warum beschäftigen sich offensichtlich so wenig Frauen mit der Typografie? Liegt es etwa, wie Indra Kupferschmid im Typeradio-Interview vermutet daran, dass Schriftdesign zu technisch, analytisch und wissenschaftlich und damit für das weibliche Empfinden weniger interessant ist? Was sind die Gründe für dieses ungleiche Geschlechterverhältnis in der Typoszene? Wollen die Herren der Schöpfung unter sich bleiben? Ist dies etwa die letzte wirkliche Männerbastion? Wenn sie tatsächlich von Männern dominiert wird, soll dies so bleiben?
Jede Serie reißt einmal, die spatium-Serie hoffentlich so schnell nicht. Dass es glücklicherweise nicht danach aussieht, als würde die Reihe ihr Ende erfahren, beweist die aktuelle fünfte Ausgabe des Magazins für Typografie. Peter Reichard & Co. von der Botschaft für Typografie und Gestaltung stellen mit »Hamburgefonts« zwei Hefte [68 Seiten in 2C und 36 Seiten in CMYK] im Format DIN A4 zur Verfügung mit Artikeln über Schriftmuster im Allgemeinen, Blindtexte, Schriftmusterkarteikarten und einem Bericht ihres Workshops »Typografische Schokoladenseiten«.

Wieder konnten sie prominente Gastautoren wie Catherine Dixon, die zur Geschichte von Schriftmustern schreibt und Oded Ezer, der über hebräische Schriftmuster berichtet, gewinnen. Robert M. Schöne stellte für »Hamburgefonts« chinesische Schriftmuster zusammen, Daniel Janssen berichtet über die Holzlettern-Manufaktur Hamburg. Für eine Arbeit zu diesem Thema erhielt Janssen Anfang des Jahres sogar den 1. Preis beim Nachwuchs-Wettbewerb des Type Directors Club New York. Eine Zusammenfassung des Making of des FontBooks dürfte den Inhalt zu guter Letzt zu einer lesenswerten Mischung für Typofreunde machen.
Ab sofort kann »Hamburgefonts« auf der Website spatium-magazin.de bestellt werden. Ich habe dies bereits getan und den Subskriptionsrabatt eingestrichen, den es noch bis zum 17. Oktober gibt. Ich kann es kaum erwarten, die fünfte Ausgabe in den Händen zu halten und blättere bis zur Lieferung noch ein wenig in den ersten vier Magazinen.
Eben grübelte ich, wie doch gleich nochmal »das kleine Ding oben am g« heißt. Um aus der Not auch eine Tugend zu machen, will ich an dieser Stelle kurz für alle, die sich selbst mal prüfen wollen, die Terminologie der einzelnen Buchstabenteile wiederholen. Dazu habe ich die meiner Ansicht nach wichtigsten Begriffe in einer kleinen Übersicht dargestellt.

Für die Übersicht verwendete ich die kostenlos verfügbare Vollkorn von Friedrich Althausen.