Artikel im September 2006


Berliner Typostammtisch: Der Erste (21.9.06)

Der erste Berliner Typografiestammtisch nimmt konrete Formen an. Der Termin steht nun mit dem kommenden Donnerstag (21. September 2006 um 20 Uhr) fest. Auch eine Tischreservierung ist bereits draußen. In der gut zu erreichenden Mitte Berlins soll »Die Eins« in der Wilhelmstraße 67a (Reichstagufer) auch namentlich für den Beginn einer hoffentlich lange währenden Tradition stehen. Bei der letzten TYPO begegnete mir die vielversprechende Lokalität übrigens in einem anderen Zusammenhang, aber das sei nur am Rande erwähnt.

Als Teilnehmer des ersten Typostammtisches der Hauptstadt haben sich bereits höchst interessante und angenehme Gäste angekündigt. Jene Typomanen werde ich außerdem aus organisatorischen Gründen in eine E-Mailliste aufnehmen. Eingeladen sind selbstverständlich alle Interessenten, für die ein gemütlicher Abend zwischen Aldus und Zirkumflex ein tiefes inneres Bedürfnis ist. Mit konkreten „abzuhandelnden“ Themen werden wir uns zum Start der Runde natürlich zurückhalten. Wir sollten uns jedoch spätestens am besagtem Abend einen Namen für das Kind einfallen lassen und zukünftige Termine und Treffpunkte überlegen. Für Vorschläge, Einwände und sonstige Kommentare steht euch das Fontwerk jederzeit offen. Ihr könnt euch gern mit eurer Mailadresse nachfolgend eintragen (nur für mich ersichtlich!), sofern ihr noch keine Nachricht von mir bekommen habt.

Ich freue mich sehr auf einen netten Abend mit interessanten Gästen.

Typospur (18): Guillemet ouvrant en Chine

Interessanterweise gibt es offenbar im chinesischen Zeichengebrauch auch Guillemets français

Neues Praktikum

Aufregende Tage liegen hinter mir, noch aufregendere vor mir. Nachdem ich unerwartet aus China zurückkehrte, war ich mehr oder weniger gezwungen, einen Alternativplatz für mein Praxissemester zu finden. Zu meiner Freude bot sich mir sogar viel mehr als das in einem Praktikum bei FSI FontShop International, das nun gestern begann. Als ob es mit einem sehr angenehmen Empfang durch die netten Kollegen nicht schon getan wäre, hatte ich sogar das große Glück, beim offiziellen FontBook-Release und der damit verbundenen Signierstunde zugegen zu sein. Mein eigenes Exemplar konnte ich so gleich als einer der Ersten mitnehmen und zum Feierabend gespannt darin blättern. 32.000 Schriften auf 1.760 Seiten, ein unvorstellbarer Aufwand muss hinter dem Team um die Autoren Mai-Linh Truong, Jürgen Siebert und Erik Spiekermann liegen. Es ist sehr aufregend, selbst in diesem Umfeld mit anpacken zu dürfen.

Also sprecht mir alle nach: Ich will meine Schriften und Bilder ab sofort nur noch bei FSI kaufen … ;)

China (16): Kitschringwerfen

Im Park gab es einige Omis, bei denen man mit einem Ring versuchen konnte, diversen Kitsch zu treffen, den man dann behalten durfte.

Free Font für Linda

Linda, unsere festkochende Lieblingskartoffel mit dem schönen tiefgelben und besonders aromatischen Knolleninneren, ist vom Aussterben bedroht. Ihre Zulassung läuft aus, der Hersteller argumentiert mit einem verbesserten Nachfolger gegen eine weitere Zulassung, zahlreiche Landwirte befürworten den Fortbestand Lindas. Unter den Rettern der Königin der deutschen Kartoffeln ist auch der Kunst- und Kulturverein LINDA e.V. aus Hamburg St. Pauli. Deren Mitglieder versuchen mit einer fantastischen Idee auf das Sortenschicksal aufmerksam zu machen: dem »Lindalovers Unite« Freefont. Dabei kommt es zu einer Rückbesinnung auf den allseits beliebten Kartoffeldruck. Ja, man könnte sogar sagen, die gute Kartoffel ist selbst unter die Typografen gegangen, denn

Damit wir uns die Liebe zur Linda auf die Fahne schreiben können, haben wir mithilfe der Linda eine Schrift geschnitzt.

Lindalovers Unite Free Font

Die kostenlos verfügbare Schrift kann als Postscript für den Mac, TrueType für den PC und als OpenType unter chezlinda.de heruntergeladen werden. Ich habe zwar kurzfristig keine Verwendung für die Schrift, aber eine tolle Idee ist es allemal.

[Darauf gestoßen beim

Fontwerk