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29. September 2006, 20.28 Uhr | Kategorie
Typografie
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Ich freue mich schon riesig auf den Film, den ich vor kurzem bereits anpries. Umso mehr geht mir die Typo des Filmplakates jedesmal durch Mark und Bein, wenn ich irgendwo darauf stoße. Es ist für mich schon erstaunlich, wie sehr sich doch die sechs Jahre Schulrussisch tief in den Geist gebrannt haben. Ich kann und will einfach im Schriftzug des Plakates nicht »Borat« sehen, ich lese immer nur »Wojadt«, trotzdem der Buchstabe »Ja« hier als »R« benutzt wird, indem er eine spiegelverkehrte Anwendung erfährt.

Falsch
Es ist ein bisschen wie mit dem FedEx-Logo, nur eben ohne verstecktes Symbol, dafür aber mit »verstecktem« Text. Der gute – von Sacha Baron Cohan brillant gespielte Charakter – heißt Борат Сагдиев, B-o-r-a-t und S-a-g-d-i-j-e-v. Ist eigentlich ganz einfach mit diesen schicken kyrillischen Buchstaben. Aber ich urteile zum Freitag Abend mal gutmütig und befürchte, dass die Designer hier bewusst die Buchstaben versauen. Wer denkt dabei jedoch an all die Leute, die Russisch zumindest lesen können? Welche Höllenqualen sie beim Lesen ausstehen …

So wäre es richtig
Übrigens hätte das »D« – hier fälschlicherweise als »A« verkleidet – zum falschen »R« eine kleine Unterschneidung verdient. Womit ich zu guter Letzt auch noch dem urtypografischen Anspruch dieser Kategorie gerecht geworden wäre.
[Infos: en.wikipedia.org/wiki/Borat | borat.de | borat.de/trailer]
Geschrieben von Ivo
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26. September 2006, 13.48 Uhr | Kategorie
Typografie
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Auch die Chinesen verwenden klassischerweise die ultrafetten Schriftschnitte für Baufirmenlogos.
Geschrieben von Ivo
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22. September 2006, 12.00 Uhr | Kategorie
Typografie
| 12 Kommentare

Ein kleiner Blick in die gut besuchte Runde (Foto H.Krause)
Das war er also, der erste Berliner Typostammtisch. 20 Schriftbegeisterte folgten unserem Vorschlag und trafen sich in geselliger Runde in der Nachbarschaft des ARD-Hauptstadtstudios. Illustre Gäste wie beispielsweise Erik Spiekermann, Jan Middendorp, Alessio Leonardi oder Henning Krause machten den Abend zu einem kurzweiligen Vergnügen für (hoffentlich) alle Beteiligten. Ralf Hermann von Typografie.info reiste sogar extra aus Weimar an und bekommt dafür das Silberne Lenkrad in Bronze ;)

Erik Spiekermann, das »FontFont-Hertzsprung-Russell-Diagramm« erklärend.
Die Buchstaben wurden an diesem Abend ausnahmsweise mal nicht geformt und angewendet, sondern in verbaler Form ausgetauscht, das aber dafür nicht zu knapp. Eine Meinungsumfrage zur Regelmäßigkeit des Stammtisches ergab für die zweimonatliche Variante einen leichten Stimmenvorsprung gegenüber der monatlichen und quartalsweisen. Außerdem wurde unter anderem von Oliver Adam angeregt, zukünftig kurze prägnante Vorträge bzw. Themen zu behandeln. Diesbezügliche Vorschläge wurden natürlich auch gleich eingebracht, von »Sex & Type« über »Vivat Kalligrafie – Wer schreibt, genießt zweimal«, »Packaging Design«, »Die Welt verbessern – braucht man Schrift dazu?« und »Alltagstypo, auf der Straße gefunden« reichten hierbei die ersten Angebote.

Alessio Leonardi, ich selbst sowie Jens Kutilek (Foto H.Krause)
Beim nächsten Mal werden wir auch einen Ort finden, in dem die Gäste nicht mehr so weit voneinander entfernt sitzen müssen. Im Zweifel können wir auch eine Art Zwangsrotationssystem einführen. ;) Für eine Premiere lief der Abend aber aus meiner Sicht schon ganz gut. Ich habe mich sehr gefreut, viele Gesichter kennenzulernen, die ich bis dato nur aus Kommentaren in diversen Typoblogs und -foren kannte. Nach dem gestrigen Kennenlernen und Abklopfen bin ich sehr zuversichtlich, dass wir dem Ganzen einen schicken Anzug verpassen werden.

Ralf Hermann, Initiator von typografie.info, kam extra aus Weimar angereist (Foto H.Krause)

Christoph Koeberlin, geduldiger Kollege bei FSI und ständig-mir-die-guten-Typobücher-bei-ebay-Wegschnapper (Foto H.Krause)
Geschrieben von Ivo
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21. September 2006, 07.24 Uhr | Kategorie
Persönlich
| 4 Kommentare
»Ich hätte gern drei Brötchen.« »60 Cent, haben Sie die passend?« »Mal schauen, zur Not müssen wir eben feilschen …« »Das hab ich schon gemacht, eigentlich wären es 66 Cent.« »Oh, das ist aber nett. Dann hab ich es auch passend.«
Als ich heute morgen die Tüte auspacke finde ich sogar vier Brötchen.
Geschrieben von Ivo
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20. September 2006, 19.19 Uhr | Kategorie
Persönlich
| 2 Kommentare
Da ich mich derzeit musikalisch sowieso auf ganz dünnem Eis bewege (siehe Outing im Fontblog), kann ich die Scham auch gleich komplett ablegen. Ja, ich empfing endlich diese CD: Pet Shop Boys: PopArt – The Hits. Geil! Meine Kindheit, meine Jugend. Alles auf zwei CDs. Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen. Ich tanze das erste Mal in meinem Leben bei der Kinderdisco im FDGB-Ferienlager in Meisdorf zu »West End Girls« …
Geschrieben von Ivo
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19. September 2006, 20.09 Uhr | Kategorie
Typografie
| Ein einsamer Kommentar
Es braucht wohl schon Volontäre beim NDR, um den Onlineauftritt der Tagesschau auf inhaltlichen Vordermann zu bringen. Zu einem so wichtigen Nachrichtenmedium hat es das unter Typografen umstrittene Thema des »Versal-ß« bisher selten gebracht. Zwar wird es nicht im Detail besprochen (dazu gibt es die bekannten Fachforen), aber immerhin werden die Versal-Eszett-Diskussionen erwähnt sowie ein kurzer geschichtlicher Abriss und die gültigen Regeln beschrieben.
Geschrieben von Ivo
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18. September 2006, 17.56 Uhr | Kategorie
Zeitgeist
| 6 Kommentare
Er ist aufgegangen! Ein neuer Stern am Musikhimmel: Ronny Trettmann aus dem sächischen Obergräfenhain I. Ehrlicher und sächsischer kann Reggae nicht sein. Ronny fragt sich zurecht, »was läuft hier falsch im Bizinizz?« und bemerkt treffend, »der Sommer ist für alle da«. Die Songs sind sowas von heiß, dass man das einfach mal gehört haben muss. Die Möglichkeit dazu hat man auf seiner schicken Website myspace.com/ronnytrettmann. Kostenlos abschbaischorn kann man dort sogar seinen neuesten Gassenhauer »Deutsches Patwa« und auch auf youtube kennt man ihn schon. Der Shit ist derbe tight, sagt man wohl heute …
Geschrieben von Ivo
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17. September 2006, 22.16 Uhr | Kategorie
Zeitgeist
| 10 Kommentare
Heute war Wahltag. Das ist vielleicht konkret nur den Berlinern und Mecklenburgern bewusst gewesen, aber auch denen offenbar nicht wirklich, betrachtet man die geringe Wahlbeteiligung. Allerdings habe ich sogar ein Stück weit Verständnis dafür. Der wahrscheinlich schlechteste Wahlkampf aller Zeiten war in der Tat kein probates Mittel gegen die allgemeine Politikverdrossenheit.
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Geschrieben von Ivo
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17. September 2006, 17.59 Uhr | Kategorie
Drucktechnik, Typografie
| 2 Kommentare
Die Firma Xerox stellte vor drei Tagen eine Schrift vor, die so klein ist, dass man sie nur mit einer starken Lupe lesen kann. Der »MicroText™ Specialty Imaging Font« ist nur etwa 0,025 cm groß, also etwa 0,7pt. So ist es zum Beispiel möglich, ein 100-seitiges Buch auf einer DIN-A4-Seite abzudrucken. Die Einsatzgebiete für eine derart kleine Schrift sind laut Herstellerangaben wichtige personalisierte Dokumente, wie Geburtsurkunden, Zeugnisse, Schecks oder Ausweispapiere, die mit entsprechend kleinen Texten fälschungssicherer werden. Damit wird vor allem der technischen Entwicklung im Bereich Digitaldruck und dessen Verbreitung Rechnung getragen. Druckbetriebe, die personalisierte Dokumente produzieren, können den MicroText™ Specialty Imaging Font zusammen mit der Xerox FreeFlow™ Variable Information Suite 5.0 erwerben.
Weitere Einsatzgebiete für diesen Microfont könnten meiner Meinung nach auch wichtige Passagen in Verträgen sein (So gewinnt „Achten Sie auf das Kleingedruckte“ eine ganz neue Bedeutung) und Tasten auf Mobiltelefonen. Die werden ja auch immer kleiner. Außerdem sollte dem Springer-Verlag diese Schrift für die BILD-Zeitung angeboten werden.
Zur Newsmeldung bei Xerox.
Geschrieben von Ivo