× Typospur (15): Chinesische Leuchtreklame
» 15. August 2006, 12.19 Uhr | Kategorie Typografie | Kommentieren?

Da ich das, was mich zu diesem Schritt bewegt hat sowieso kaum in Worte, gar in geschriebene fassen kann, will ich schließlich nur kurz anmerken, dass ich wieder in Deutschland bin.
Es war ganz klar ein Schritt, den ich froh bin, gegangen zu sein. Am Ende musste ich jedoch unerwartet einen Punkt feststellen, der definitiv nicht passte. Leider war es der Wichtigste. Es bleiben mir in jedem Fall immens wichtige persönlichste Erkenntnisse, die von eindrücklichen Erlebnissen und Erfahrungen geprägt sind.
Nach den vielen Eindrücken aus Shanghai, wo ich mich ja seit zwei Wochen schon gar nicht mehr befinde, ist dies das erste Bild aus Hefei, der Provinzhauptstadt von Anhui. Man sieht schon, dass Hefei “etwas” anders ist als Shanghai.


Wie unter den Lesern dieser Seite bekannt sein dürfte, befinde ich mich derzeit in einem Praktikum im GTZ-Büro in Hefei (China). Die GTZ betreut hier unter anderem das CDAD-Projekt (Sino-German Printing Technique Training Center). Was aber ist das CDAD genau?
Trocken formuliert ist es eine staatliche Bildungseinrichtung mit eigener Rechtskörperschaft, der Provinzregierung von Anhui unterstellt. Das 1998 gegründete CDAD ist eine produzierende Berufsschule, die eine Fachausbildung in der Drucktechnik mit aktueller Ausrichtung auf Vorstufe, Mediengestaltung, Bogenoffsetdruck und Siebdruck anbietet. Die Absolventen erlangen einen landesweit anerkannten technischen Fachschulabschluss.
Seit 2004 wird außerdem eine Ausbildung nach dem deutschen Dualen System (Theorie plus Praxis) in Form der ersten Berufsakademie für Druck- und Medientechnik Chinas angeboten, aus der im kommenden Jahr die ersten Absolventen in das Berufsleben entlassen werden. Die Ausweitung zur Berufsakademie war dringend notwendig, da es derzeit keine Ausbildung für gehobene, nicht akademische Laufbahnen im Bereich Drucktechnik gibt. Die nicht markt- bzw. bedarfsgerechte Ausbildung, also die Vermittlung technischer Grundlagen mit unternehmerischer Ausbildung an vielen Universitäten und Hochschulen hat in den letzten Jahren trotz der vorhandenen Beschäftigungslücken zu höherer Arbeitslosigkeit der Hochschulabsolventen geführt. Derzeit gibt es in der Provinz Anhui etwa 2860 Druckereibetriebe mit rund 100.000 Beschäftigten. Davon haben 80% überhaupt keine fachliche Ausbildung, 15% sind ausgebildet und nur 5% können einen Hochschulabschluss vorweisen. Das BA-Konzept soll also genau die Lücke zwischen ausgebildeten Arbeitern und Hochschulabsolventen schließen.
Derzeit arbeiten am CDAD etwa 127 Mitarbeiter und 77 Fachlehrer, die produzierend 665 Auszubildene und fast 1199 Studierende an folgenden Maschinen ausbilden: 14 Druckwerke Heidelberg GTO (Ein- bis Vierfarben), zwei Druckmaschinen Klasse IIIb (jeweils zweifarbig), eine KBA Rapida 74 als 5-Farben plus Lackwerk und verlängertem Ausleger, zwei Rollenmaschinen für den 1/1-farbigen Schulbuchdruck ohne Trockner, eine vollständig eingerichtete Buchbinderei sowie eine Druckvorstufe. Mögliche Studiengänge, die nach sechs Semestern mit dem Titel Dazhuan (unterhalb des Bachelor) abgeschlossen werden, sind unter anderem Drucktechnik, Druckmaschinenkonstruktion, Druckvorstufe, Verpackungstechnik und -design, Publishing und Marketing und Multimediadesign mit CAD.
Du möchtest kein Vegetarier mehr sein? Keine Lust mehr nur auf Nahrung aus pflanzlichen Rohstoffen? Dann ist China genau das Richtige für Dich!
Es ist äußerst faszinierend, was man doch alles mit Fleisch anstellen kann. Hier in China gibt es quasi kein Essen ohne irgendetwas, das sich einmal selbst fortbewegen konnte. Selbst Gebackenes oder Süßes ist gefüllt. Meine Mitreisende Katja, die Vegetarien ist, hat es sehr schwer. Ich habe ihr vorausgesagt, dass sie als Fleischfresser zurückkehren wird. Bisher hält Sie sich aber sehr tapfer. Ich bin froh, dass ich mir keine Gedanken darüber machen muss, ob das bestellte Essen im Einklang mit meiner Einstellung ist. Allerdings ist es auch fraglich, ob man wirklich zu jeder Nudel, zu jedem Gemüse und zu jedem Salat unbedingt etwas Fleisch zugeben muss. Vielleicht genau der richtige Moment, um über seine eigene Einstellung zum Fleisch nachzudenken?
