× Wir haben den Hauptnerv gefunden
» 29. Juli 2006, 14.59 Uhr | Kategorie Persönlich | 2 Kommentare
Leider ist der Text zu diesem Beitrag irgendwo im Datenbanknirwana verschwunden … =(

Leider ist der Text zu diesem Beitrag irgendwo im Datenbanknirwana verschwunden … =(
Kaum liegt das vierte Semester meines Studiums hinter mir, beginnt für mich morgen schon gewissermaßen das fünfte, mein Praxissemester. Wie die Meisten bereits wissen, verbringe ich das kommende halbe Jahr in China. In der letzten Phase des seit 1998 laufenden CDAD-Projekts (Sino-German Printing Technique Training Center) der GTZ Hefei werde ich in der Hauptstadt der chinesischen Provinz Anhui (合肥 in 安徽) selbiges hoffentlich mit meinen bisherigen Berufs- und Studienerfahrungen unterstützen können und gleichzeitig neue fachliche und kulturelle Eindrücke mitnehmen.

Ich bin, wie man sich sicher vorstellen kann, riesig gespannt auf das, was mich in den kommenden Monaten erwarten wird. Während meines Auslandsaufenthaltes wird das Fontwerk natürlich auch entscheidend von den Umständen des Autors – also mir =) – beinflusst sein. Die gewohnte typografische, druck- und medientechnische, indivisuelle und zeitgeistliche »Berichterstattung« wird wiederzugebenden Erfahrungsberichten weichen, die den Lesern dieser Seite eine für uns fremde Kultur stellvertretend durch meinen mit einer Sehilfe geschärften Blick näher bringen möchten. Das Ganze soll weitestgehend in den üblichen Kategorien wie Indivisuell, Typografie, Persönlich usw. ablaufen, obgleich ich mit dem Gedanken spiel(t)e, eine eigene Serie/Kategorie daraus zu machen. Ich hoffe, dass der bevorstehende Inhalt über den eventuell reduzierten gewohnten Inhalt hinwegtrösten kann.
Gern könnt Ihr Euch bereits jetzt auf der CDAD-Website gtz-cdad.com über das Projekt und somit meine Arbeit informieren. Selbstverständlich werde ich zu gegebener Zeit das CDAD von Hefei aus genauer vorstellen. Für den Moment verabschiede ich mich zunächst aus Deutschland und wünsche noch einen tollen Sommer (und Herbst) in der schönen Mitte Europas. Tschüss.
// Kurzes Update: Schön, dass ich sogar so kurzfristig noch einen Zwischenmieter organisieren konnte. Das Leben ist schön.
Da sich Jürgen Siebert vom Fontblog und Ralf vom Netzbuch gerade mit der Thematik beschäftigen, möchte auch ich ein geradezu unglaubliches Beispiel für die Fehlverwendung der von Vincent Connare entworfenen Schrift Comic Sans hinzufügen. Das Langenbeck-Virchow-Haus neben der Berliner Charité wurde kürzlich renoviert und bekam seinen Namen in silbernen Lettern neu verpasst:

Mit dem Ziel »wissenschaftliche Bestrebungen auf dem Gesamtgebiet der Medizin zur fördern, ein kollegiales Verhältnis unter ihren Mitgliedern zu erhalten und die ärztlichen Standesinteressen zu wahren« sowie »bei dem stets wachsenden Umfang der Wissenschaft die chirurgischen Arbeitskräfte zu einigen, durch persönlichen Verkehr den Austausch der Ideen zu erleichtern und gemeinsame Arbeiten zu fördern« hatten die Berliner Medizinische Gesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie das Langenbeck-Virchow-Haus im Jahre 1913 erbaut. Als ein medizinisches Zentrum in Berlin soll es auch international etabliert die Fortbildung unter Medizinern fördern.
Ich habe selten eine unpassendere Verwendung der Comic Sans gesehen.
(Wer nicht versteht, warum die Comic Sans nicht an eine Hauswand für eine renommierte wissenschaftliche Gesellschaft gehört, sollte mal die verlinkten Seiten der Artikel in den oben angesprochenen Weblogs genauer studieren.)

Der 27 Jahre alte Fi5e aus Brooklyn, New York und der 25-jährige Max Asare aus Los Angeles sind zwei bloggende Ideenproduzenten, die unter www.ni9e.com ihre seit 2001 erstellten unkommerziellen Screenprojekte veröffentlichen. Darunter befindet sich auch das drei Jahre alte Projekt Typographic Illustration, welches man vielleicht am ehesten so beschreiben könnte: Flash, Songs von Bob Dylan oder Nirvana und die Baskerville Old Face oder Garamond in einem Topf verwurstet, fertig sind wahrhaft schmackhafte Typosuppen. Mein persönlicher Liebling ist hierbei »W« (unter »Times New Roman«), aber auch »Helvetica« und die anderen Illustrationen sind es nicht minder wert, genossen zu werden. Vor zwei Jahren »remixten« sie einen Teil der Projekte und veröffentlichten diese Ergebnisse selbstverständlich auch. Also ruhig mal berieseln lassen.
… oder auch »Liniennetzplan Braunschweig – Tram«
Als ehemaliger Einwohner der Stadt Heinrichs des Löwen vernahm ich höchstinteressiert eine Mail in meinem Briefkasten, die mich auf ein kreatives Projekt mit dem Titel »Warme Nazi-Pinten incl. Bestrahlung« verwies. Was sich zunächst ziemlich verwirrend anhört ist an sich nichts Neues (siehe Fontblog und BoingBoing), aber immer wieder spannend zu entdecken. Tobias Maring und Florian Hardwig (alias Dr.-Ing. Rolf Hawai oder Big Mo Sinatra) »anagrammisierten« (stellten also Buchstaben von Wörtern so um, dass sich daraus ein neuer Sinn ergibt) den kompletten Original-Tramplan ihrer Unistadt Braunschweig.
Es ist schon interessant, welche »Wahrheiten« bei der Wechselstaben-Verbuchslung ans Licht kommen, besonders lustig natürlich, wenn man das Original kennt. Bis heute dachte ich immer, ich wohnte jahrelang an der Endhaltestelle »Krematorium«, heute muss ich erkennen, dass es doch »Im Euromarkt« war. Besonders bemerkenswert aus typografischer Sicht ist die schöne Gestaltung mit Ornamenten, der Janson und jeder Menge Typoschmuck.
Erstellt haben die Beiden ihr Projekt für die nächste Ausgabe des studentischen Grafikmagazins Indivisual-Magazin (oder auch »Islam-Zivi in Uganda«) zum Thema »Aus alt mach neu«. Die Ausgabe 4 wird nächste Woche erscheinen, der angesprochene Anagramm-Netzplan Braunschweigs macht Lust auf mehr.
Die PDF findet man unter fontwerk.com/img/typografie/warme-nazipinten.pdf.
A documentary film by Gary Hustwit. Currently in production.
Da bin ich aber mal gespannt.
Wie der Deutsche Drucker berichtet, zeichnet sich in den USA offenbar der Trend des schrumpfenden Zeitungsformates ab. So wird beispielsweise die drittgrößte amerikanische Zeitung New York Times ab dem 2. Quartal 2008 in einem vier Zentimeter schmaleren Format erscheinen. Damit wird jede Seite um 11 Prozent kleiner, dafür sollen aber mehr Seiten gedruckt werden. Trotz alledem soll jedoch am Ende Papier (und somit auch an Inhalt?) gespart werden, in Zahlen ausgedrückt rechnet man mit 12 Millionen US-Dollar im Jahr.
Ebenfalls gespart werden soll nebenbei bemerkt durch die Stilllegung von einer der beiden Druckereien im Großraum New York. 30 Millionen US-Dollar sind hierbei angedacht. Neben der New York Times wird außerdem die zweitgrößte Tageszeitung der USA schrumpfen, das Wall Street Journal. Bereits ab 2007 wird sie um etwa ein Fünftel beschnitten.
Auch in Deutschland verstärkt sich der Eindruck, dass die Leser vermehrt kleine Formate kaufen wollen. So begann der Start im Mai 2004 der im durchgehend vierfarbig gedruckten Welt kompakt (Tabloid-Format) für die Zeitungsbranche außergewöhnlich verheißungsvoll. Im vergangenen Jahr stieg die Auflage um 25 Prozent auf momentan 250.000 Exemplare. Nach dem Vorbild von Welt kompakt sind ähnliche Ausgaben bereits in den Niederlanden (NRC Handelsblad) und Belgien (De Staandard) entstanden. Auch ich muss zugeben, dass mir das Tabloid-Format als ideales, weil praktischstes Format erscheint. Man darf sicher gespannt sein, wie andere Zeitungen auf diesen Trend (?) reagieren.
