Auf meinem kleinen historischen Exkurs in die Tiefen der Druck- und Designgeschichte sind mir einige weitere interessante Fundstücke in die Finger geraten. Zum Beispiel die 10 Gebote für Polygraphen, wobei mich bereits die Bezeichnung Polygraf selbst fasziniert, weil er prägnant das breit gefächerte Berufsfeld wie kein zweiter beschreibt. Was genau hinter der Bezeichnung steckt, die auch ich mir nur zu gern überstülpe, beschreibt die weiterführende Wikipedia-Definition genauer:
Das Berufsbild Polygraf ist durch den technologischen Fortschritt in der Druckvorstufe entstanden. Der Polygraf ist das Resultat der beiden Berufe Typograf (Text) und Lithograf (Bild).
Geschätzte Polygrafengemeinde, eure heiligen zehn Gebote lauten also wie folgt:
- Bemühe dich, mit einfachen Mitteln gute, kunsthandwerkliche Wirkungen zu erzielen.
- Lass dich durch anfänglichen Misserfolg nicht entmutigen. Nur wer lernt, kommt weiter.
- Bilde dich an edlen Vorbildern, aber ahme nicht gedankenlos nach.
- Verwende für jede Arbeit passendes Material und hüte dich vor Ersatzmitteln.
- Übe deine Erfindungsgabe: eine Arbeit, die deine Werkstatt verlässt, soll dein eigen Gepräge tragen.
- Überhaste keine Arbeit, denn gut Ding will Weile haben.
- Halte auf Wertarbeit. Wer zu leicht mit sich zufrieden ist, wird nie das Beste leisten.
- Gehe mit der Zeit, aber lass dich nicht von ihr unterkriegen.
- Denke daran, dass jede Zeit ihre besonderen Ausdrucksformen hat.
- Erziehe durch neue Ideen dich und die Abnehmer deiner Erzeugnisse, das ist deine hohe Pflicht als Jünger Gutenbergs.
Ich hoffe, dass alle Eidgenossen die Gebote entsprechend beherzigen, denn sie haben in Zeiten steigender Expertenflut und ständig wachsender Anzahl von Hobby-Mediengestaltern heute mehr Bedeutung denn je.
Für eine qualitativere Arbeit, ein besseres Handwerk, eine schönere Welt. Amen.