Artikel des Jahres 2006


Die richtige Sitzposition am Computerarbeitsplatz

Kürzlich beschäftigte ich mich im Rahmen der Praktikumsbegleitenden Vorlesung »Arbeitsrecht« mit dem Thema »Ergonomie am Arbeitsplatz«. Dabei fiel mir auf, dass ich bei der Arbeit am Rechner – ob nun zu Hause oder im Büro – so ziemlich jeden Fehler mache, den man nur machen kann. Da ich sicher nicht der Einzige bin, der diesem Problem bisher recht sorgenfrei entgegenstand, habe ich einmal die wichtigsten Maßnahmen der optimalen Sitzposition am Computerarbeitsplatz in kürzest möglicher Weise zusammengetragen. Dieses im Bewusstsein unterrepräsentierte Thema soll nicht zuletzt auch Inspiration für die obligatorische »Was-ich-mir-im-neuen-Jahr-vornehme-Liste« sein.

Wie sollte man also bei der Arbeit am Rechner sitzen?

Die wichtigsten Punkte der richtigen Ergonomie am Arbeitsplatz Schreibtisch und Arbeitsstuhl sollten grundsätzlich so eingestellt werden, dass eine ergonomisch optimale Arbeitshaltung möglich ist. Hierbei sollten Ober- und Unterschenkel sowie Ober- und Unterarme einen Winkel von mindestens 90° bilden [siehe Grafik]. Der Monitor steht idealerweise direkt auf der Arbeitsfläche oder vertieft in einem speziellen Tischeinschnitt, um auf einen Betrachtungswinkel von etwa 35° zu kommen. Keinesfalls darf der Bildschirm über der Augenhöhe des Betrachters liegen. Die Bildschirmoberfläche sollte etwa senkrecht zu der Sehachse auf die Bildschirmmitte angeordnet sein. Je nach Größe des Monitors variiert auch der Kopfabstand. Dass Blendungen und Spiegelungen grundsätzlich nicht gesundheitsfördernd sind, sollte klar sein.

Das sind natürlich nur die allerwichtigsten Punkte zur Krankenkassenfreundlichen Büroarbeit, die man auf jeden Fall beachten sollte. Einen weiterführenden Ratgeber stellt das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz zur kostenlosen Verfügung und sei hiermit wärmstens zur Lektüre empfohlen. [Alternativlink: umweltministerium.bayern.de/shoplink/stmugv-as-00005.htm]

Der Berliner Typostammtisch im Jahr 2007

Il Signore Leonardi in Azione Wie sieht die Zukunft des Berliner Typografiestammtisches aus? Die Resonanz der ersten beiden Veranstaltungen war durchweg positiv, vor allem die Vorträge vom letzten Mal kamen sehr gut an. Einen herzlichen Dank im Namen aller Gäste an dieser Stelle noch einmal an Alessio und Jürgen für ihre interessanten Ein- und Ausblicke. Für die folgenden Abende haben wir bereits sehr interessante Vortragszusagen bekommen, auf die ich selbst schon sehr gespannt bin.

Der Stammtisch wird dem mehrheitlichen Wunsch entsprechend zweimonatlich stattfinden. Die Frage nach dem bevorzugten Wochentag war den meisten weniger wichtig, nur am Wochenende will man offensichtlich nichts von Typografie wissen … ;) Konkret liegen also der Donnerstag und der Freitag gut im Rennen. Für den Freitag plädieren außerdem einige auswärtige Interessenten des Stammtisches, dem entgegen zwei eine »Gegen-Freitag-Stimmen« der Berliner Fraktion steht. Vielleicht probieren wir das nächste Mal einfach mal einen Freitag aus. Momentan bieten sich der 19. Januar und der 2. Februar 2007 an. Das genaue Datum machen wir aber nicht nur vom geplanten Referenten, sondern auch von der Lokalität abhängig, in der das dritte Treffen stattfinden wird. Wir haben uns entschieden, den Typostammtisch sowohl an neutralen Orten als auch in ausreichend großen Büros gastfreundlicher Stammtischler stattfinden zu lassen. Mindestens zwei Zusagen liegen uns für letztere Variante bereits vor, was eben nur noch koordiniert werden möchte.

Dies zu den generellen Dingen, die ich unbedingt noch festhalten wollte. Fragen, Anregungen und sonstige Kritik sind weiterhin jederzeit willkommen. Wer noch nicht in unserem Interessentverteiler ist, aber meint, hinzuzugehören, der sollte einfach ein deutliches Signal aussenden. Falls zu guter Letzt noch jemand seit dem Besuch im Sachs [s]einen Schal vermisst [schwarz mit grauen und roten sich im 90°-Winkel überschneidenden Streifen], sollte er bzw. sie ebenfalls Laut geben.

Mein Foto in der MAX: Eine Frage des Prinzips

Cooool, denke ich, als ich die Betreffszeile einer E-Mail aus dem Burda-Imperium in meinem Postfach lese: »Bildanfrage von MAX Magazin«. Ein Foto von mir in einem Hochglanzmagazin, das wär doch mal was. Mal eben genauer lesen …

Lieber Ivo,

die Zeitschrift MAX, Deutschlands monatliches Foto- und Lifestyle-Magazin, druckt seit elf Monaten in jeder Ausgabe ein mehrseitiges Flickr-Portfolio mit den besten Fotografien aus Flickr. Der Zuspruch, den wir bekommen, ist enorm, Deshalb möchten wir die Serie auch in den kommenden Heften fortsetzen.

Uns ist bei unseren Recherchen ein Bild von Ihnen aufgefallen, das wir gerne drucken würden. Das Motiv Don´t make a phone call können wir uns , sehr gut im Heft vorstellen, da wir in der nächsten Ausgabe ein kleines „Traffic Sign-Special“ haben werden.

Ich ahne es ja schon …

Wenn Sie Lust haben, Teil der nächsten MAX-Ausgabe zu werden, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns das Bild hochaufgelöst in 300 dpi zusenden könnten – am liebsten per Mail an […labersülz…] Vielen Dank und herzliche Grüße aus Hamburg […laberrhabarber…]

Ich bin auch schon ganz hochaufgelöst. Was wird denn nun aus meiner Befürchtung? … Moment, was steht da unten?

P.S. Die vielleicht wichtigste Frage zum Schluss: Wir können leider kein Fotohonorar bezahlen. Aber jeder Flickr-Fotograf wird namentlich genannt, bekommt also einen Credit. Und eine MAX-Ausgabe gibt’s natürlich per Post.

Na bitte. Beinahe vermiedenvergessen. Dieser Edelmut. »Können leider nix bezahlen«. Wer denn dann, wenn nicht eine Zeitschrift, die eine Auflage von 230.000 Exemplaren und eine Reichweite von bis zu 0,6 Millionen Lesern aufweist, 3,50 Euro kostet und für die Anzeigenseite 14.400 Euro verlangt? Ich will mit Fotos ja nicht reich werden [obwohl …, darüber habe ich ja noch gar nicht nachgedacht], aber warum nicht wenigstens eine symbolische Anerkennung von 50 Euro, eine neue Speicherkarte, einen Flickr-Pro-Account, meinetwegen sogar ein Jahresabo aus dem Verlagsportfolio, aber lediglich das obligatorische Belegexemplar und die sowieso selbstverständliche Namensnennung? Du knipst, ich verdiene, wie es Hobbyfotograf Eris23 so schön in einer Diskussion auf den Punkt bringt. Das untergräbt den Markt der professionellen Fotografen, deren Bilder über ähnlich gute Suchfunktionen wie Flickr auch bei Getty & Co. zu »recherchieren« sind. Das alles kann ich nicht unterstützen. Eine Frage des Prinzips. Macht beim Bäcker ja auch keiner. Zumindest noch nicht.

Die Dreistigkeit, ein solches Angebot zu unterbreiten ist die eine Seite. Was mich aber eigentlich erschreckt ist, wie Leute, die Einiges auf dem Kasten haben [schaut man sich die teilweise sehr hochwertigen Bilder der letzten Ausgaben 12/06, 11/06, 10/06 an], sich nicht für diese Unverfrohrenheit zu schade sind und sich für lau »verkaufen«. Ihr macht den Markt und euren Namen kaputt. Wie wollt ihr denn dann den Leuten klar machen, dass ihr für einen so reichweitenstarken Abdruck umsonst arbeitet, für eventuell folgende kleinere Aufträge dann aber Geld nehmen wollt? Euren professionellen Kollegen dürfte dieses Wasserabgraben Bauchschmerzen bereiten. Das deckt sich doch alles auffallend mit dem oft diskutierten Problem »Generation Praktikum«, bei dem vergleichsweise allgemeine Einigkeit herrscht. Es liegt letztendlich doch an jedem selbst, ob es sich seitens der Unternehmen lohnt, unentgeltliche Arbeitsangebote anzubieten.

So bleibt mir schlussendlich auch keine andere Wahl, als auf die großmütige Anfrage mit folgender E-Mail zu antworten:

Sehr geehrter Herr W.,

vielen Dank für die Anfrage zur Nutzung eines meiner Bilder. Leider kann ich unter den genannten Bedingungen einer Nutzung nicht zustimmen.

Fotografie ist für mich nur ein Hobby. Ich finde ich es jedoch sehr bedenklich, wenn ein kommerziell agierendes Magazin den »User Generated Content«, der das Internet heute ausmacht, für ein extrem kostengünstiges Füllen mehrerer Magazinseiten ausnutzt. Ich denke, ein symbolisches Dankeschön für die Fotografen wäre das Mindeste, was man der Fairness halber anbieten sollte und sicher auch in Ihrem natürlich viel zu geringem Budget noch drin ist. Schließlich wissen Sie sicher, dass auch Getty & Co. funktionierende Suchfunktionen besitzen, die 300 dpi dort sogar obligatorisch sind.

Einige mehr derart agierende Zeitschriften würden eine ganze Berufsgruppe ruinieren, zu der ich glücklicherweise nicht gehöre. Es gibt genug junge professionelle Fototalente, die in einer ähnlichen Fotoserie die Möglichkeit gern nutzen würden, ihre Seiten zu füllen und dennoch günstiger arbeiten als große Namen der Branche, ihre Kosten aber dennoch decken können. Umsonst arbeiten darf nicht selbstverständlich werden. Das dürfte der Qualität und damit dem Verkauf Ihres Magazins mittelfristig auch nicht dienlich sein. Ich möchte das auch nicht unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ivo Gabrowitsch

Weitere lesenswerte Links zu diesem Thema:

Wie Jesus wurde, wer er war: Die Bibel nach Biff

Ich möchte etwas gestehen. Ich lese selten. Klar, Typobücher, Designpublikationen und sonstige Fachliteratur schon. Aber echte Bücher? Romane? Keine Ahnung warum, aber da bin ich ungewollt ziemlich anspruchsvoll, lege einen neuen Schmöker schnell mal nach den ersten Seiten zurück ins Regal, wenn er mich nicht ziemlich bald fesseln konnte. Zu meinem eigenen Unmut ist dies eher die Regel als die Ausnahme. Plötzlich und unerwartet war es jedoch anders. Ich möchte euch jenes Buch vorstellen, das ich von meinem lieben Bruder bekam: »Die Bibel nach Biff«.

Die Bibel nach BiffAls bekennender Atheist runzelte ich zunächst die Stirn, als ich las »Die wilden Jugendjahre von Jesus, erzählt von seinem besten Freund«. Jener bester Freund ist Levi bar Alphaeus, genannt Biff, der nach einem 2000 Jahre währenden Schlaf unter den Augen des Engel Raziels die Jugend seines Freundes Jesus H. Christus, genannt Josua, niederschreiben soll. So abstrus die Geschichte auch klingen mag, so genial vermag sie Christopher Moore vom ersten Augenblick an zu erzählen. Oftmals muss man sogar lauthals lachen, was insbesondere in der U-Bahn irritierte Blicke auf sich ziehen kann. Dabei wird Jesus vom Autor nicht einmal lächerlich dargestellt, es sind vielmehr die irrwitzigen Dialoge der beiden Freunde, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Was Biff letztlich – bewacht vom Seifenopern glotzenden Raziel – zu Papier bringt, darf der Leser erwartungsfreudig mitverfolgen Da geht es zum Beispiel um einen Harem, den Yeti, Dorftrottel, untote Römer, Mönche, einen Dämon, zahlreiche Huren und und und … Eins-A-Lesestoff also. Der Playboy schreibt über das [nicht mehr ganz so neue] Buch vielsagend:

»Sollte es noch einen witzigeren Autor geben, möge er vortreten.«

Bitte deutlich hervortreten, denn diesen Autor will ich dann auch noch lesen. Dieser Beitrag darf also gut und gerne als mein spezieller Tipp für ein Weihnachtsgeschenk angesehen werden. Wie gesagt, wenn ich mal ein Buch mit solchem Spaß durchlese, dann darf das ruhig auch jeder wissen.

Berliner Typostammtisch 11/06: Zusammenfassung

Sehr angenehmen und nachhaltig wirkend, so würde ich meine Empfindungen zum zweiten Berliner Typostammtisch am vergangenen Donnerstag beschreiben. Nette, diskussionsbegierige Gäste und zwei überaus spannende Vorträge ließen den Abend kurzweilig und inspirierend werden. Ich denke und hoffe, dass die anwesenden Typofreunde diesen Eindruck bestätigen können. Über den regen Zuspruch der Veranstaltung war ich sehr angetan. Alessio Leonardis Vortrag über »Sex & Type« war eine hervorragende Premiere für eine hoffentlich lange währende Tradition und bestätigte alle Erwartungen. Ich hätte nicht gedacht, dass man dieses Thema in solch unterhaltsamer Art und Weise bearbeiten kann.

Auch Jürgen Sieberts Ausführungen zum FontBook und der neuesten FSI-Publikation »Made with FontFont« zogen die anwesenden Gäste in ihren Bann. Dass einer der beiden Autoren des letztgenannten Buches Jan Middendorp ebenfalls Hintergrundinformationen dazu preisgeben konnte, machte die Sache natürlich noch würziger. Ich freue mich jetzt bereits auf den nächsten Typostammtisch im Januar. Für die visuellen Eindrücke habe ich auch ein paar Fotos geschossen, die größer erscheinen, wenn man sie anklickt:
Jan Middendorp und Judith Schalansky lauschen gespannt Alessios Vortrag Alessio Leonardi trotzt dem Trend in der Schriftenbranche Gespannt verfolgen die Teilnehmer den Ausführungen Alessios über Sex und Typo Oliver Adam, Henning Krause und Andreas Frohloff Il Signore Leonardi in Azione Il Signore Leonardi in Azione Andrea Schmidt, Pantea Lachin, Georg Seifert und Andreas Seidel, der extra aus Cottbus engereist war Unglaubliche Zusammenhänge wurden dem aufmerksamen Zuhörer zuteil Georg Seifert, Andreas Seidel und Alessio Leonardi Jürgen Sieberts Ausführungen zum FontBook und der neuesten FSI-Publikation Made with FontFont wurden nicht nur von Oliver Adam aufmerksam verfolgt Sex and Type - So kann es aussehen Jürgen Sieberts Ausführungen zum FontBook und der neuesten FSI-Publikation Made with FontFont wurden nicht nur von Oliver Adam und Henning Krause aufmerksam verfolgt Alessio will mit einem eigenen erotischen Schriftenpaket ins sexuelle Geschehen eingreifen

Zu weiteren organisatorischen Dingen, wie zukünftige Termine, Vorträge und Örtlichkeiten werde ich in Kürze noch einen eigenen Info- und Diskussionsbeitrag veröffentlichen.

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