× Und ich sach noch …
» 2. September 2005, 14.25 Uhr | Kategorie Persönlich | Kommentieren?…schreibt mir nicht immer so viele Fanbriefe! E-Mails tun es doch auch …

Heute morgen in meiner Straße. Jetzt müssen sie schon zu dritt meine Post liefern.
…schreibt mir nicht immer so viele Fanbriefe! E-Mails tun es doch auch …

Heute morgen in meiner Straße. Jetzt müssen sie schon zu dritt meine Post liefern.
Dann und wann kommt es im Fließtext vor, dass man Versalzeilen verwenden möchte. Mit ihnen können beispielsweise Titel oder Eigennamen dargestellt werden. Prof. Erik Spiekermann schlägt hierfür drei Möglichkeiten vor, die mir auch am plausibelsten erscheinen. Die erste Möglichkeit ist die Verwendung reiner Versalien, also Großbuchstaben. Diese sollten allerdings etwas weiter gesetzt werden, also mit vergrößertem Laufweitenausgleich.

Gebrauch von Versalzeilen: Versalien mit größerer Laufweite
Die zweite Möglichkeit, ohne Frage die optimalste, ist die Verwendung (echter) Kapitälchen, also den bei vielen Schriftfamilien beinhalteten kleinen Großbuchstaben.

Gebrauch von Versalzeilen: Echte Kapitälchen
Die dritte Variante ist an und für sich wieder die erste, die Verwendung von Versalien. Allerdings in einer ca. um einen halben Punkt kleineren Version als die Schriftgröße des eigentlichen Textes. Hier ist einmal mehr wichtig, keinen automatischen Zeilenabstand zu verwenden, sondern eindeutig definierte Zeilenabstände, abhängig von der Schriftgröße des Fließtextes. Auf diese Problematik gehe ich zu einem späteren Zeitpunkt noch näher ein.

Gebrauch von Versalzeilen: Versalien mit kleinerem Schriftgrad
Die bei diesen Beispielen verwendete Schrift ist übrigens die »Meta Plus Normal.« Als informative Quelle diente mir das Buch »Ursache und Wirkung« von Erik Spiekermann (Nachdruck 1994).

Rasenstück aus dem Berner Wankdorfstadion (WM-Finale 1954) im Innenhof des Bundeskanzleramtes
Irgendwie habe ich mir in letzter Zeit bestimmte Eigenschaften der Bewohner dieser schönen Stadt angewöhnt. Zum Beispiel überall die Leute von der Seite anzuquatschen. Berliner Schnauze eben. So habe ich das vorhin auch in einem Dönergrill im Prenzlauer Berg gemacht. Einfach den Hartmut angequatscht. Ob er schon Erfolg an den beiden Spielautomaten hatte. In selbige hatte er, schön verteilt, gerade 14 Euro eingeworfen. In der einen Hand die Duett-Kippe, in der anderen Berliner Pilsener. Wie er zugab, hatte er davon schon einige getrunken. Auf meine Anmerkung, dass ich kein Spieler sei, meinte er nur: „Ihr jungen Menschen könnt euch ja noch mit Sex ablenken.“ Er zitierte daraufhin Wilhelm Busch, Kurt Tucholsky und Heinz Quermann. Die Zitate handelten von Freundschaft und Einsamkeit.
Hartmut war Bäcker. Arbeitslos nach der Wende. Ist sogar aus der SED geflogen. Anfang 60 mag er wohl gewesen sein. Vielleicht sogar schon Ende 60. Frührentner. Die Automaten zählten sein Geld unaufhörlich herunter. Er war durchaus intelligent und erstaunt, dass ich Herbert Köfer kannte. Dafür bekam ich neben seinem anerkennenden Respekt einen Kaffee spendiert. Leider wusste ich nicht, wie der DDR-Spion hieß, dessen Existenz das Ende der Ära Willy Brandt einläutete. Somit hatte ich einen weiteren Kaffee leichtfertig verspielt. Er fragte, ob man die DDR mit dem Dritten Reich vergleichen könne. Meine Antwort darauf enttäuschte ihn. Wer intelligenter sei, Gregor Gysi oder Michel Friedmann. Dass das Leben seit seiner Scheidung einsam ist. Was wichtiger sei, Liebe oder Freundschaft. Die Automaten ratterten.
Auf meine Frage, wen man denn nun am 18. September wählen könne, wusste er eine Antwort. Er habe immer PDS gewählt. Aber jetzt, wo die Mehrwertsteuer erhöht werden soll, kann es nur die SPD sein. Jawohl, die SPD. Wie solle man als Rentner das auch alles bezahlen, sagte er und zündete sich bereits die vierte Duett-Zigarette seit dem Beginn unseres Gesprächs an. Meinem Argument, dass sie ab morgen wieder teurer werden würden, entgegnete er: „Ist doch schon seit heute teurer, jedenfalls habe ich vorhin schon mehr bezahlt als sonst.“
Die Ausbildung früher sei besser gewesen. Viel besser als im Westen. 1990 traf er mal in einer Speisegaststätte einen Ingenieur von Siemens. Sein bester Freund, Elektroingenieur aus Ost-Berlin, meinte nach der vierten Frage an den Siemens-Herren: „Lass ab, Hartmut, der versteht mich schon nicht mehr.“ Für Hartmut waren das alles „böhmische Dörfer“, wie er selbst anmerkte, aber die Ausbildung war auf jeden Fall früher besser.
Als ich ging, stand auf der Anzeige an beiden Automaten »0 Euro.«