Artikel im Juli 2005


Grundüberlegungen des typografischen Gestaltens

Bei der typografischen Gestaltung müssen zunächst einige grundlegende Fragen beantwortet werden. Das klingt zwar logisch (und ist es wohl auch), aber diese Fragen werden doch zu oft nur unzureichend gestellt. Zunächst sollte man überlegen, was die Publikation vermitteln oder erreichen will. Man sollte also herausfinden, ob es sich bei der zu erstellenden Publikation zum Beispiel um Werbung, eine Anleitung, oder beispielsweise um die Vermittlung von Wissen handelt. Die Antworten auf diese Fragen bestimmen den Aufbau und die Stilmittel eines Dokumentes. Auch sollte hier die Struktur definiert werden, also die inhaltlichen Bereiche.

Danach sollte man sich fragen, wie die Zielgruppe aussieht. Die zukünftigen Leser bestimmen hauptsächlich den Stil der eingesetzen Sprache, das Informationsniveau und die typografische Darstellung. So sind beispielsweise alte Menschen in der Regel kaum für futuristische Schriftarten empfänglich und haben mit dem Lesen von 7pt großen Konsultationsgrößen eher Schwierigkeiten als Jugendliche.

Eine weitere wichtige Überlegung ist die Kostenfrage. Ist das Budget eher gering, darf der Aufwand der Erstellung einen gewissen Rahmen nicht überschreiten. So muss in diesem Fall eventuell auf teure farbliche Variationen oder beispielsweise außergewöhnliche Formatkreationen verzichtet werden. Ist das Gegenteil der Fall kann man durchaus überlegen, ob man nicht genau hier ansetzt, um etwas Besonderes zu gestalten.

Nun kann man sich der Frage widmen, welche Richtlinien zu beachten sind? Diese Problematik stellt sich zum Beispiel bei der Gestaltung einer Anzeige in einer Zeitschrift. Hier gibt es in der Regel klare Formatvorgaben. Häufig sind bereits Teile der Typografie, das Format, der Bedruckstoff usw. durch Konventionen vorgegeben. Aus diesem Grund sollte der Gestaltung ein eindeutiges Briefing vorausgehen.

Zu guter Letzt sollte noch das Format bestimmt werden, sofern dies nicht bereits durch vorhergehende Schritte getan wurde. Sicher treten in der typografischen Gestaltung noch weitere Fragestellungen auf, diese fünf sind jedoch meiner Meinung nach die wichtigsten, da sie im Grunde immer Einfluss auf die Arbeit nehmen. Wenn diese Überlegungen gewissenhaft behandelt werden steht einer erfolgreichen Publikation kaum noch etwas im Wege.

Berlin (9): Todesstreifen

Todesstreifen

Zugegeben: bildlich etwas überarbeitet. Aber ich darf hier schließlich machen, was ich will.

Floating Logos

Ich habe eine sehr interessante Website des amerikanischen Fotografen Matt Siber entdeckt. Er hat einige sehr interessante Projekte entwickelt. Eines davon ist das Projekt Floating Logos. Es regt mich sehr an, die Idee der fliegenden Logos selbst einmal auszuprobieren.

Floating Logos

(Foto: Matt Siber)

Berlin (8): Parkplatzoutsourcing

Parkplatzoutsourcing

Typosuppe 5

Mietservice mit Komma

Bei diesem Schild, das ich an einer Tankstelle entdeckt habe, wurden mühelos zwei ziemlich dicke Typofehler eingearbeitet. Einmal mehr haben wir es bei Miet Service mit einem überflüssigen und unschönen Leerzeichen zu tun. Sicher war hier der Kerngedanke, alle Zeilen auf eine gleiche Länge zu bringen. Zeilen wollen jedoch gar nicht unbedingt gleich lang sein, noch dazu wenn sie aus nur einem Wort bestehen. Da sollte man mal Wort Wort und einen Blocksatz Blocksatz sein lassen.

Wenn wir mal vom zu vermeidenden Gebrauch des &-Zeichens absehen, fällt selbst dem Laien außerdem das überflüssige Komma nach Polster,- auf. Die Wortabstände in dieser Zeile sind außerdem auch zu groß, aber hier wollte man wohl auch wieder Raum gewinnen.

Übrigens, die Grafik gefällt mir irgendwie. An dieser Stelle einen lieben Gruß an meine ehemaligen Goslarer Kollegen vom Kärcher-Verpackungsteam, denen es beim Anblick der Grafik wahrscheinlich schlecht wird.

Fontwerk