Kategorie »Persönlich«


Einen Schritt zurück nach vorne

Analog machts einfach mehr Spaß
Symbolfoto [Abgelichtet auf einem Kleinbildnegativfilm Fuji Superia 400]

Es ist lange her, dass ich mit meiner geliebten Minolta Dynax 700si loszog, um Licht auf einen echten Film zu bannen. Im letzten Kurzurlaub war es aber mal wieder an der Zeit. Bis dahin war mir nicht bewusst, was mir fehlte: Das Klacken des Kameraspiegels, das befriedigende Geräusch des Filmtransports, die Gewissheit ob der richtigen Auflösung oder Komprimierung, keine Gedanken über falschen Weißabgleich und vor allem die unbeschreibliche Vorfreude auf entwickelte Bilder. Überhaupt, entwickelte Bilder. Keine Gigabyte voll schlecht verschlagworteter Bilddaten, deren Farbprofil die Software zum Abstürzen bringt. Echtes Fotopapier im Verhältnis 2:3. Echte Negative, die wieder ungeordnet in der Schublade herumfliegen können. Herrlich. Du hast mir gefehlt, schwarze, schwere Dynax. Ich hoffe, du verträgst dich gut mit deinem neuen Freund. Ich werde eure Runde mit neuen Objektiven von eBay weiter vergrößern. Weit unter Wert trennen sich viele Fotografen, die noch nicht erleuchtet wurden und Chips statt zu essen darauf belichten. Es soll uns nur Recht sein. Happy End für den Moment.

Wie Jesus wurde, wer er war: Die Bibel nach Biff

Ich möchte etwas gestehen. Ich lese selten. Klar, Typobücher, Designpublikationen und sonstige Fachliteratur schon. Aber echte Bücher? Romane? Keine Ahnung warum, aber da bin ich ungewollt ziemlich anspruchsvoll, lege einen neuen Schmöker schnell mal nach den ersten Seiten zurück ins Regal, wenn er mich nicht ziemlich bald fesseln konnte. Zu meinem eigenen Unmut ist dies eher die Regel als die Ausnahme. Plötzlich und unerwartet war es jedoch anders. Ich möchte euch jenes Buch vorstellen, das ich von meinem lieben Bruder bekam: »Die Bibel nach Biff«.

Die Bibel nach BiffAls bekennender Atheist runzelte ich zunächst die Stirn, als ich las »Die wilden Jugendjahre von Jesus, erzählt von seinem besten Freund«. Jener bester Freund ist Levi bar Alphaeus, genannt Biff, der nach einem 2000 Jahre währenden Schlaf unter den Augen des Engel Raziels die Jugend seines Freundes Jesus H. Christus, genannt Josua, niederschreiben soll. So abstrus die Geschichte auch klingen mag, so genial vermag sie Christopher Moore vom ersten Augenblick an zu erzählen. Oftmals muss man sogar lauthals lachen, was insbesondere in der U-Bahn irritierte Blicke auf sich ziehen kann. Dabei wird Jesus vom Autor nicht einmal lächerlich dargestellt, es sind vielmehr die irrwitzigen Dialoge der beiden Freunde, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Was Biff letztlich – bewacht vom Seifenopern glotzenden Raziel – zu Papier bringt, darf der Leser erwartungsfreudig mitverfolgen Da geht es zum Beispiel um einen Harem, den Yeti, Dorftrottel, untote Römer, Mönche, einen Dämon, zahlreiche Huren und und und … Eins-A-Lesestoff also. Der Playboy schreibt über das [nicht mehr ganz so neue] Buch vielsagend:

»Sollte es noch einen witzigeren Autor geben, möge er vortreten.«

Bitte deutlich hervortreten, denn diesen Autor will ich dann auch noch lesen. Dieser Beitrag darf also gut und gerne als mein spezieller Tipp für ein Weihnachtsgeschenk angesehen werden. Wie gesagt, wenn ich mal ein Buch mit solchem Spaß durchlese, dann darf das ruhig auch jeder wissen.

Meine Tipps für den Urlaub in der Toskana (sowie Venetien und Emilia Romagna)

Nachdem ich gut erholt aus Italien zurückgekehrt bin möchte ich etwas machen, was ich schon nach den letzten Urlaubsreisen tun wollte. Ich schreibe frisch gewonnene Erkenntnisse, besondere Tipps, aber auch Stolperfallen aus meiner bescheidenen subjektiven Sicht nieder.
Postkartenmotiv (Zypressenhügel)
Postkartenmotiv (Zypressenhügel)
Wie immer sind wir mit den sogenannten Billigfliegern geflogen. Für den Hinflug buchten wir HLX von Tegel nach Venedig, für den Rückflug easyJet von Pisa nach Schönefeld. Beide Flüge kosteten für zwei Personen jeweils 120 Euro. Diese Reisevariante ziehe ich der allgemein üblichen Italien-Autotour über die Alpen vor. Ist einfach schneller und entspannter. Abendstimmung in der Toskana
Abendstimmung in der Toskana

In Venedig mieteten wir uns ein Auto von Hertz für sieben Tage. Kostenpunkt für einen Ford Fiesta 229,– Euro. Gut möglich, dass es bei frühzeitiger Buchung übers Internet günstiger wird. An dieser Stelle gleich einmal die zwei wichtigsten Auto-Tipps vornweg:

1.) Nutze, so weit möglich, die Nebenstraßen. Hier ist man oft allein mit der Weite der Landschaft und findet die wahren Schätze der Toskana abseits der Touristenhochburgen.
2.) Nimm CDs mit. Es ist unmöglich, in Italien einen gescheiten Radiosender zu finden. Solltest du doch einen gefunden haben kannst du davon ausgehen, dass du nicht einmal das nächste Lied zu Ende hören kannst, ehe ein zweiter Sender sich über deinen Lieblingssender legt oder das große Rauschen das Auto beschallt. So viel zu meinem kleinen Auto-Exkurs.

Sommer in der Toskana
Sommer in der Toskana

Unterkünfte suchten wir wie immer über die örtlichen Touristeninformationen. Die haben meistens eine Liste aller möglichen Herbergen und wenn sie gut und nett sind, dann wissen die, was noch frei ist und rufen sogar für dich beim Bettprovider deiner Wahl an. Nachfolgend will ich, der Einfachkeit halber, mal meine Tipps, was Reiseziele und Unterkünfte betrifft kurz anführen:

  • Golf von Beretta bei Piombino: Wenn es Strand sein soll, dann nur der Golf von Beretta. Der ist idyllisch gelegen, sehr gepflegt und, was in Italien sehr wichtig ist, umsonst.
  • Arena di Verona: Jedes Jahr im Sommer findet dort ein Opernfestival statt. »Nabucco« in der altehrwürdigen Arena: ein Traum.
  • Restaurant »Locanda Ceccardo« Sant‘ Andreapelago – Pievepelago (Modena): Ein unglaubliches Restaurant. Von außen eine unscheinbare Dorfkneipe, von innen ein edles Spezialitätenrestaurant der Emilia Romagna, mitten im Ortskern von S. Andrea. Telefonisch erreichbar unter: (ITA) 05 36 – 7 24 27 (Man spricht englisch) Abenddämmerung in San Miniato
    Abenddämmerung in San Miniato

  • »Casa Romagnoli« San Miniato (Pisa): Relativ günstige Zimmer mit einem traumhaften Blick über die Arno-Ebene (siehe Panoramafoto). Erreichbar im Netz unter casaromagnoli.fasturl.it oder per Telefon und Fax unter (ITA) 05 71 – 41 82 29 (Man spricht nur italienisch)
  • Bed & Breakfast »Villa Lavarino« in S. Andrea Pelago: In den Appenninen gibt es nahe Pievepelago an der ss12 ein wahres Kleinod einer Unterkunft. Die Hausherrin Gina macht ein extrem umfangreiches und leckeres Frühstück, beobachtet Vögel und kümmert sich um ihren traumhaft schönen Garten. Ob sie ein freies Bettchen hat, kann man sie per Telefon fragen: (ITA) 05 36 – 7 14 15 (Sie spricht englisch). Eine E-Mailadresse habe ich auch von ihr, aber die ruft sie selten ab.
  • »Hotel Noemi« Venedig: 50 Meter vom berühmten Piazza San Marco entfernt liegt ein sehr günstiges Hotel (günstig im Sinne der sonstigen Preise in dieser Stadt). Buchbar ist das Ganze online unter hotelnoemi.com
  • Agriturismo »Casa Guiggiani« Casteglione: Auf einem Hügel befindet sich diese familiäre Agriturismo-Unterkunft. Vom hauseigenen Pool kann man weit über das Chianti-Tal blicken. Preislich ist es auch relativ günstig und wunderschön gelegen. Kontaktdaten: Loc. Castagnoli – 53013 Giaole in Chianti (Siena), Tel.: (ITA) 05 77 – 73 10 31 (Man spricht italienisch).
  • Agriturismo »S. Francesco« bei Volterra (Pisa): ss68 bei Kilometer 46. Für 23 Euro gibt es ein Zimmer auf einem alten Bauernhof, idyllisch auf einem Hügel mit kleinem Frühstück. Etwa 6 km von Volterra entfernt. Telefonisch erreichbar unter: (ITA) 05 88 – 3 50 27 (Italienische Sprachkenntnisse erforderlich)

Alles in allem kann ich Italien einmal mehr als Urlaubsland empfehlen. Ich werde mit Sicherheit nicht das letzte Mal auf den Stiefel gereist sein. Dazu ist es dort einfach zu schön.
Man kann sich leicht von der italienischen Gemütlichkeit anstecken lassen.
Man kann sich leicht von der italienischen Gemütlichkeit anstecken lassen.

Weitere Bilder aus Italien gibt es hier in den folgenden Tagen zu sehen.

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