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Archiv der Kategorie »Drucktechnik«

× Verwunderung über Absage des Digitalproof-Forums

» 1. September 2006, 10.48 Uhr | Kategorie Drucktechnik, Medientechnik | Kommentieren?

Das 6. Digitalproof-Forum, welches am 21. und 22. September in Wuppertal stattfinden sollte, wurde von den Veranstaltern Bundesverband Druck und Medien e.V. BVDM und der European Color Initiative ECI abgesagt. Als Begründung wird erwähnt, dass sich ein Großteil der Proofsystemhersteller nicht in der Lage gesehen habe, auf Basis der vereinbarten Testvorgaben am Digitalproof-Forum teilzunehmen.

Die Hersteller AGFA, CGS, EFI, Fujifilm, Kodak und Perfectproof bedauerten in einer gemeinsamen Presseerklärung die Absage des Forums, von der sie offenbar ausschließlich aus der BVDM-Pressemitteilung erfuhren. Die Begründung der Absage durch die Veranstalter kann jedoch aus Sicht der Hersteller nicht unkommentiert bleiben. Zum Zeitpunkt der Stornierung seien die Modalitäten und Testvorgaben noch nicht verabschiedet gewesen. Auslöser für die diskutierten Änderungen war offenbar die zunehmende Reduzierung in den Vergleichstests der Ergebnisbetrachtungen auf die Nachkommastellen der Delta-E-Werte. Deshalb empfehlen die Hersteller, die Fokussierung auf andere, für die Qualität eines Proofsystems gleichfalls bedeutende Kriterien zu legen. Sie seien zu einem konstruktiven Dialog mit BVDM und ECI gerne bereit.

Was Mick Jagger mit dieser Posse zu tun hat erklärt uns einmal mehr Hans-Georg Wenke in seinem Printblog.

Geschrieben von Ivo


× Heidelberg made in China

» 31. August 2006, 09.40 Uhr | Kategorie Drucktechnik | Kommentieren?

China scheint auch in der Druckbranche einen besonderen wirtschaftlichen Reiz zu haben. Selbst deutsche Traditionsunternehmen wie Heidelberg erhoffen sich von der Expansion nach Asien entscheidende Impulse für die Zukunft.

Am 28. September wird die Heidelberger Druckmaschinen AG ihren Produktionsstandort in China offiziell eröffnen. Seit Mai dieses Jahres montiert das Unternehmen in der Industriezone Qingpu im Westen Shanghais Falzmaschinen für den chinesischen Markt. In unmittelbarer Nähe liegt auch die neue Produktionsstätte von Polar-Mohr, die ebenfalls am 28. September eröffnet wird. […] Demnächst wird der Produktionsstart der Printmaster PM 52 erfolgen. Die ersten Heidelberg-Druckmaschinen »made in China« sollen Anfang 2007 ausgeliefert werden. […] Schrittweise wird Heidelberg die Produktion steigern. So soll die Zahl der Mitarbeiter in mehreren Stufen zunächst auf bis zu 200 Beschäftigte aufgebaut werden, zum Jahresende werden es 70 sein. Eine zweite Montagehalle wird bereits 2007 in Betrieb genommen.

Gefunden beim Deutschen Drucker

Geschrieben von Ivo


× Das CDAD-Projekt vorgestellt

» 9. August 2006, 05.24 Uhr | Kategorie Drucktechnik | Ein einsamer Kommentar

Wie unter den Lesern dieser Seite bekannt sein dürfte, befinde ich mich derzeit in einem Praktikum im GTZ-Büro in Hefei (China). Die GTZ betreut hier unter anderem das CDAD-Projekt (Sino-German Printing Technique Training Center). Was aber ist das CDAD genau?

Trocken formuliert ist es eine staatliche Bildungseinrichtung mit eigener Rechtskörperschaft, der Provinzregierung von Anhui unterstellt. Das 1998 gegründete CDAD ist eine produzierende Berufsschule, die eine Fachausbildung in der Drucktechnik mit aktueller Ausrichtung auf Vorstufe, Mediengestaltung, Bogenoffsetdruck und Siebdruck anbietet. Die Absolventen erlangen einen landesweit anerkannten technischen Fachschulabschluss.

Seit 2004 wird außerdem eine Ausbildung nach dem deutschen Dualen System (Theorie plus Praxis) in Form der ersten Berufsakademie für Druck- und Medientechnik Chinas angeboten, aus der im kommenden Jahr die ersten Absolventen in das Berufsleben entlassen werden. Die Ausweitung zur Berufsakademie war dringend notwendig, da es derzeit keine Ausbildung für gehobene, nicht akademische Laufbahnen im Bereich Drucktechnik gibt. Die nicht markt- bzw. bedarfsgerechte Ausbildung, also die Vermittlung technischer Grundlagen mit unternehmerischer Ausbildung an vielen Universitäten und Hochschulen hat in den letzten Jahren trotz der vorhandenen Beschäftigungslücken zu höherer Arbeitslosigkeit der Hochschulabsolventen geführt. Derzeit gibt es in der Provinz Anhui etwa 2860 Druckereibetriebe mit rund 100.000 Beschäftigten. Davon haben 80% überhaupt keine fachliche Ausbildung, 15% sind ausgebildet und nur 5% können einen Hochschulabschluss vorweisen. Das BA-Konzept soll also genau die Lücke zwischen ausgebildeten Arbeitern und Hochschulabsolventen schließen.

Derzeit arbeiten am CDAD etwa 127 Mitarbeiter und 77 Fachlehrer, die produzierend 665 Auszubildene und fast 1199 Studierende an folgenden Maschinen ausbilden: 14 Druckwerke Heidelberg GTO (Ein- bis Vierfarben), zwei Druckmaschinen Klasse IIIb (jeweils zweifarbig), eine KBA Rapida 74 als 5-Farben plus Lackwerk und verlängertem Ausleger, zwei Rollenmaschinen für den 1/1-farbigen Schulbuchdruck ohne Trockner, eine vollständig eingerichtete Buchbinderei sowie eine Druckvorstufe. Mögliche Studiengänge, die nach sechs Semestern mit dem Titel Dazhuan (unterhalb des Bachelor) abgeschlossen werden, sind unter anderem Drucktechnik, Druckmaschinenkonstruktion, Druckvorstufe, Verpackungstechnik und -design, Publishing und Marketing und Multimediadesign mit CAD.

Geschrieben von Ivo


× Liebling, wer hat die Zeitung geschrumpft?

» 20. Juli 2006, 08.28 Uhr | Kategorie Drucktechnik | 5 Kommentare

Wie der Deutsche Drucker berichtet, zeichnet sich in den USA offenbar der Trend des schrumpfenden Zeitungsformates ab. So wird beispielsweise die drittgrößte amerikanische Zeitung New York Times ab dem 2. Quartal 2008 in einem vier Zentimeter schmaleren Format erscheinen. Damit wird jede Seite um 11 Prozent kleiner, dafür sollen aber mehr Seiten gedruckt werden. Trotz alledem soll jedoch am Ende Papier (und somit auch an Inhalt?) gespart werden, in Zahlen ausgedrückt rechnet man mit 12 Millionen US-Dollar im Jahr.

Ebenfalls gespart werden soll nebenbei bemerkt durch die Stilllegung von einer der beiden Druckereien im Großraum New York. 30 Millionen US-Dollar sind hierbei angedacht. Neben der New York Times wird außerdem die zweitgrößte Tageszeitung der USA schrumpfen, das Wall Street Journal. Bereits ab 2007 wird sie um etwa ein Fünftel beschnitten.

Aktuelle Titelseite der Welt kompaktAuch in Deutschland verstärkt sich der Eindruck, dass die Leser vermehrt kleine Formate kaufen wollen. So begann der Start im Mai 2004 der im durchgehend vierfarbig gedruckten Welt kompakt (Tabloid-Format) für die Zeitungsbranche außergewöhnlich verheißungsvoll. Im vergangenen Jahr stieg die Auflage um 25 Prozent auf momentan 250.000 Exemplare. Nach dem Vorbild von Welt kompakt sind ähnliche Ausgaben bereits in den Niederlanden (NRC Handelsblad) und Belgien (De Staandard) entstanden. Auch ich muss zugeben, dass mir das Tabloid-Format als ideales, weil praktischstes Format erscheint. Man darf sicher gespannt sein, wie andere Zeitungen auf diesen Trend (?) reagieren.

Geschrieben von Ivo


× Beeindruckende Zahlen aus Asien

» 14. Juli 2006, 16.48 Uhr | Kategorie Drucktechnik | Kommentieren?

In genau zwei Wochen schaue ich mir nun die Druckbranche Chinas für ein halbes Jahr genauer an. Aus diesem Grunde beschäftige ich mich verständlicherweise im Moment verstärkt mit jener Szene. Heute vermeldet Heidelberg nachfolgende rekordverdächtigen Zahlen, die mich in diesem Zusammenhang natürlich noch mehr beeinducken, als sie es ohnehin schon täten:

Vor kurzem unterzeichnete die weltgrößte Banknotendruckerei China Banknote Printing and Minting Corporation (CBPM) einen Kaufvertrag über 12 Speedmaster CD 102 der Heidelberger Druckmaschinen AG. Es handelt sich um den größten Auftrag innerhalb der letzten vier Jahre für Heidelberg China. Insgesamt umfasst er 60 Druckwerke und sechs Farbmess-Systeme Prinect Image Control.

60 Druckwerke auf einmal, das ist schon ein ordentlicher Brocken. Die Chinesen können aber noch mit anderen Zahlen beeindrucken. Im Deutschen Drucker vom 18. Mai 2006 las ich folgendes über eine Druckerei in Heshan:

Die in der Leo-Paper-Group-Druckerei Heshan produzierten Mengen füllen jede Woche bis zu 250 Schiffscontainer (je 6,1 m × 2,4 m)! So gehen zum Beispiel 5 bis 6 Mio. Hardcoverbücher pro Monat in den Export. Aus dem ganzen Land kommen die meist ledigen Arbeiter – 20% Männer und 80% Frauen, Durchschnittsalter 22 Jahre! Sie schaffen meist zehn Stunden pro Tag und 60 Stunden in der Woche und erhalten rund 200 US-$ Monatsnettolohn.

Zahlen, die sicher aus hiesiger Sicht beängstigend wirken können. Mir selbst machen sie jedoch für den Moment große Lust auf meinen mehrmonatigen Aufenthalt. Erst recht, wenn ich dazu noch etwas über die produzierte Qualität lese, das so manches Vorurteil zu widerlegen scheint:

Der selbst gesetzte Qualitätsanspruch manifestiert sich in sieben internationalen Standards entsprechenden Zertifizierungen (so unter anderem ISO 9001:2000, ISO 14001 und OHSAS 18001) sowie zehn nationalen und internationalen Anerkennungen.

Mir scheint, dass nicht nur die Chinesen von uns „lernen“, sondern wir wohl auch sehr viel von den Chinesen lernen können. Ich bin also sehr gespannt.

Geschrieben von Ivo


× Woher weiß ich, ob ein Produkt JDF unterstützt?

» 5. Juli 2006, 11.11 Uhr | Kategorie Drucktechnik | Ein einsamer Kommentar

Das Job Definition Format geht seinen unaufhaltbaren Weg durch die Druckbranche. Einen weiteren großen Schritt dazu gingen gestern die International Cooperation for the Integration of the Processes in Prepress, Press and Postpress (CIP4) Organization und die Printing Industries of America/Graphic Arts Technical Foundation (PIA/GATF). Sie kündigten die Verfügbarkeit des lange erwarteten JDF Product Certification Program an. Mit diesem Programm können nun Produkte auf ihre JDF-Fähigkeit hin überprüft werden und bei positivem Ergebnis als »JDF Certified« gekennzeichnet werden. Dieses Prüfsiegel soll die Kunden von der Interoperabilität der jeweiligen Software überzeugen.

Geschrieben von Ivo


× Zehn Gebote für Polygrafen

» 16. Juni 2006, 22.00 Uhr | Kategorie Drucktechnik, Typografie | 11 Kommentare

Auf meinem kleinen historischen Exkurs in die Tiefen der Druck- und Designgeschichte sind mir einige weitere interessante Fundstücke in die Finger geraten. Zum Beispiel die 10 Gebote für Polygraphen, wobei mich bereits die Bezeichnung Polygraf selbst fasziniert, weil er prägnant das breit gefächerte Berufsfeld wie kein zweiter beschreibt. Was genau hinter der Bezeichnung steckt, die auch ich mir nur zu gern überstülpe, beschreibt die weiterführende Wikipedia-Definition genauer:

Das Berufsbild Polygraf ist durch den technologischen Fortschritt in der Druckvorstufe entstanden. Der Polygraf ist das Resultat der beiden Berufe Typograf (Text) und Lithograf (Bild).

Geschätzte Polygrafengemeinde, eure heiligen zehn Gebote lauten also wie folgt:

  1. Bemühe dich, mit einfachen Mitteln gute, kunsthandwerkliche Wirkungen zu erzielen.
  2. Lass dich durch anfänglichen Misserfolg nicht entmutigen. Nur wer lernt, kommt weiter.
  3. Bilde dich an edlen Vorbildern, aber ahme nicht gedankenlos nach.
  4. Verwende für jede Arbeit passendes Material und hüte dich vor Ersatzmitteln.
  5. Übe deine Erfindungsgabe: eine Arbeit, die deine Werkstatt verlässt, soll dein eigen Gepräge tragen.
  6. Überhaste keine Arbeit, denn gut Ding will Weile haben.
  7. Halte auf Wertarbeit. Wer zu leicht mit sich zufrieden ist, wird nie das Beste leisten.
  8. Gehe mit der Zeit, aber lass dich nicht von ihr unterkriegen.
  9. Denke daran, dass jede Zeit ihre besonderen Ausdrucksformen hat.
  10. Erziehe durch neue Ideen dich und die Abnehmer deiner Erzeugnisse, das ist deine hohe Pflicht als Jünger Gutenbergs.

Ich hoffe, dass alle Eidgenossen die Gebote entsprechend beherzigen, denn sie haben in Zeiten steigender Expertenflut und ständig wachsender Anzahl von Hobby-Mediengestaltern heute mehr Bedeutung denn je.

Für eine qualitativere Arbeit, ein besseres Handwerk, eine schönere Welt. Amen.

Geschrieben von Ivo


× Geschichte des Gautschens

» 5. Juni 2006, 17.30 Uhr | Kategorie Drucktechnik | Ein einsamer Kommentar

Im Zuge der Organisation einer Gautschfeier stieß ich während meiner Recherche auf folgende interessante Informationen zur Geschichte des Gautschens:

Das Postulat

Im späten Mittelalter legten die Buchdruckerordnungen strenge (und teure) Aufnahmevoraussetzungen für Lehrlinge im Druckgewerbe fest: beurkundete „Eheliche Geburt“, Aufnahmebürgschaft, Lehrgeld, Beiträge zu den Unterstützungskassen und „Wohlverhalten“ auch angesichts schikanöser Behandlung durch den Ausbilder waren die Bedingungen einer vier- bis sechsjährigen Lehrzeit. Ging alles gut, folgte darauf das eigentliche Initiationsritual, das „Postulat“ (lat. = Forderung), der Lehrling wurde in die Gemeinschaft der ausgelernten „Gehilfen“ übernommen.

Die Zeremonie im 16. Jahrhundert war derb: Dem „Kornuten“ (lat. = Hörnerträger) wurden die Hörner abgeschlagen, die Nägel gefeilt, ein Zahn gezogen und die Haare gestutzt – mal mehr, mal weniger symbolisch. Die anschließende Zecherei dauerte oft mehrere Tage – zu zahlen hatte der Kornut.

Zum Ende des 18. Jahrhunderts hatte sich das Postulat zu derartigen Auswüchsen entwickelt, dass es 1771 in Österreich und 1803 in Preußen und weiteren Ländern verboten wurde.

Die Gautschfeier

Meine eigene GautschfeierDie Genossen der „Schwarzen Kunst“ aber waren erfinderisch: Anstelle des Postulats trat ab Beginn des 19. Jahrhunderts das „Gautschen“ (aus der Papiermachersprache: gautschen = pressen frisch geschöpfter Bögen) als harmlosere Variante: der Delinquent wird mit einer launigen Rede des Gautschmeisters traktiert und von zwei kräftigen Packern in eine Bütte kalten Wassers getaucht, womit er in den Kreis der Jünger Gutenbergs aufgenommen ist. Eine Urkunde bescheinigt die „Taufe“.

Bis heute gilt der aufwendig ornamentierte „Gautschbrief“ mancherorts mehr als der eigentliche Lehrbrief.

(Quelle: Historische Druckwerkstatt Putgarten)

Weitere Informationen über das Gautschen:

Geschrieben von Ivo


× Neues druckorientiertes Fachmagazin

» 22. Mai 2006, 09.34 Uhr | Kategorie Drucktechnik | Kommentieren?

Cover der ErstausgabeNach dem Typografieartikeln der letzten Tage auch mal etwas Drucktechnisches. Angekündigt ist nämlich ein neues „druckorientiertes Kommunikations-Fachmagazin“ namens versio!. Obwohl ich nicht mag, von Titeln angeschrien zu werden, bin ich doch gespannt, ob und wie sich das Magazin positionieren kann. Die Erstausgabe (am 21. Juni) verspricht Themen wie Corporate Publishing: Preview BCP-Award 2006, Printbuying: Selective Binding (Weiterverarbeitungstechnologien), Dialogmarketing: Deutscher Dialogmarketingpreis – Die Gewinner stehen fest, Preview Mailingtage.

Alles nichts, was mich jetzt unbedingt aus dem Sattel haut, aber wir wollen versio! die Chance geben, sich im hart umkämpften Markt zu behaupten. Apropos Markt: das Magazin wird übrigens innerhalb der Deutschen Drucker Verlagsgesellschaft (u.a. Publishing Praxis) erscheinen.

Geschrieben von Ivo


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