Archiv der Kategorie »Design«
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12. März 2007, 17.36 Uhr | Kategorie
Design
| Ein einsamer Kommentar
Diplomkaufmann Karsten Kilian betreibt ein höchst informatives Infoportal. In seinem Markenlexikon sind sowohl theoretische Grundlagen und Essays zum Thema Markenmanagement zu finden, als auch die Vorstellung bekannter Produkte, Werbeslogans und Personen der Zeitgeschichte. Am spannendsten finde ich jedoch die Zusammenstellung der Hintergrundgeschichten verschiedener Firmenlogos. Man erfährt, warum auf einem Ferrari ein Pferd prangt, was die Pfeilspitzen des Citroënlogos darstellen sollen oder wer Uncle Ben wirklich war. Eine sehr aufwändige Zusammenstellung, die zudem recht ansprechend dargestellt wird und somit wunderbar die Mittagspause verkürzen kann. Das Ganze gibt es – mit offensichtlich inhaltlich sehr »ähnlichem« Inhalt – auch in englischer Sprache [logoorange.com].
[via »Why we rock«]
Geschrieben von Ivo
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27. Februar 2007, 07.18 Uhr | Kategorie
Design
| 21 Kommentare
Achim Schaffrinna vom Designtagebuch hatte die wunderbare Idee, sich mit der gestalterischen Qualität der Logos der Bundesligavereine zu beschäftigen. Das fand ich sehr interessant, so dass ich diese Idee aufgreifen und auf die 2. Fußballbundesliga übertragen möchte, die mich ja [noch] viel mehr interessiert. Meine Tabelle der Topliga hätte sich deutlich von seiner unterschieden, das gebe ich zu. Das zeigt aber die Subjektivität, die diesem doch recht emotionalen und traditionsbeladenen Thema eine gewisse Spannung verleiht.
Im Vergleich zur ersten Liga herrscht – das kann man schonmal vorweg nehmen – eine regelrechte Formenvielfalt. Die Raute kommt hier nur zweimal zum Einsatz, die reine Kreisform sieben Mal. Ansonsten gilt weitestgehend auch in der zweiten Liga das, was Achim schon in seinem Beitrag zur ersten zusammengefasst hat. Kaum ein Emblem, in dem der Sport selbst visualisiert wird. Das Gesamtniveau ist dennoch ein wenig höher, als in der Bundesliga, traue ich mir zu sagen. Aber lange Rede, kurzer Sinn, meine »2. Bundesliga«-Logo-Tabelle sieht folgendermaßen aus:

- 1. Fußball-Club Köln 01/07 – Ohne Frage das Meisterlogo der 2. Bundesliga. Das Wahrzeichen der Stadt [Kölner Dom] in Kombination mit einem sympathischen Maskottchen [Geißbock Hennes] und einer aggressiv wirkenden, aus der Tradition entstandenen simplen Farbgebung [Rot und Weiß sind die Farben der Hanse, die Köln zusammen mit Lübeck begründete]. Gehört erstklassig, da beißt die Maus keinen Faden ab.
- F.C. Hansa Rostock – Tolles Logo. 1965 sogar basisdemokratisch gewählt. Welcher andere Verein kann schon von sich behaupten, ein Schiff – genauer gesagt eine Kogge – im Wappen zu tragen? Die Segel zieren den Greif als Rostocker Wappen- und Schutztier, die Farbgebung leitet sich von den Farben der Hansestadt ab. Besonders der Greif erweckt den Eindruck der Stärke. Die Kogge scheint unsinkbar.
- Offenbacher Fußball Club Kickers 1901 – Ein Traditionsverein braucht ein traditionelles Logo. Der deutsche Vizemeister von 1950 und 1959 und Pokalsieger von 1970 macht es vor. Einfarbig zeigt es ein heute in den Stadien selten gewordenes Fanutensil, die Fahne in der in den Fünfzigern üblichen klaren und unverspielten Typografie. Der stilisierte Lederball erinnert an Zeiten, als Fußball noch verpöhnt und Turnen der Sport der Massen war. Schlicht schön.
- Braunschweiger Turn- und Sportverein Eintracht von 1895 – Hier oben würde ich den BTSV gern auch sportlich sehen. Die Braunschweiger Raute ist sehr angenehm, wenn schon nicht der dort aktuell gespielte Fußball. Harmonische Farbkombinationen, das Blau-Gelb und der rote Braunschweiger Löwe, der König der Tiere. Zumindest 1967 führte er den Verein zum einzigen königlichen Titel, der deutschen Meisterschaft. Ein Wehrmutstropfen: das alte Logo war natürlich noch viiiiieeel besser.
- TSV München von 1860 – Auch hier ist das gestalterische Hauptelement gewissermaßen der Braunschweiger Löwe, genauer gesagt das Zeichen des Gründers der Stadt München: Heinrich der Löwe. Er wirkt hier noch kraftvoller als beim Original, das reine Schwarz verstärkt diesen Eindruck noch. Dennoch, die Farblosigkeit lässt einen Aufstiegsplatz in der Logotabelle einfach nicht zu, dafür besticht die seltene Form.
- Rot-Weiss Essen 1907 – Ein Logo, das die Designwelt spalten dürfte. Der Eine meint, die Vergewaltigung der drei Buchstaben RWE gehört verboten, der Andere – so auch ich – sieht es als einen hervorragenden Beleg dafür, wie man Buchstaben harmonisch miteinander verknüpfen und zu einem neuen Ganzen zusammenfügen kann. Dabei spielt die einfache, aber im Namen fest verankerte Farbgebung eine besondere Rolle.
- Meidericher Spielverein 02 Duisburg – Gewissermaßen das gedrehte RWE-Logo in Blau. Auch hier eine rein typografische Lösung, die keinem weh tut. Die Variante mit Zebra, das als Maskottchen aus den gestreiften Trikots hervorging, gefällt mir grundsätzlich besser. Aus Gründen der schwierigeren Lesbarkeit würde sich bei Verwendung des Zebras der Wegfall des Rundumschriftzuges anbieten.
- Spielvereinigung Unterhaching – Fußball und Bobsport. Das ist die SpVgg Unterhaching. Klar, dass das auch im Logo deutlich werden muss. Diese ungewöhnliche Kombination macht das Logo sympathisch. Allerdings ist der Bob etwas zu dominant und für meine Begriffe nicht stilisiert genug. Ebenso der Ball. Hier wäre weniger mehr gewesen. Auch die Typo ist mir hier etwas zu langweilig. Die Farbgebung ist Gewöhnungssache, dafür gefällt die Wappenform.
- Fußballclub Carl Zeiss Jena – Stadtfarben=Vereinsfarben. Diese Gleichung gilt auch in der Thüringer Universitätsstadt. Blau, Gelb und Weiß sind die tragenden Elemente des dreifachen DDR-Meisters, wobei mir das farblose Weiß zu sehr überwiegt. Leider erinnert das Vereinssymbol zu sehr an das alte Logo des Namensgebers Carl Zeiss, was ich als echter – den Kommerz verachtender – Fußballfan per sé nicht gut heißen kann. Auch wenn das Ganze bei den ostdeutschen Betriebssportgemeinschaften unter einem etwas anderen Stern stand. Hab ja selbst mal in einer BSG gespielt, aber da war das natürlich etwas ganz Anderes … ;)
- 1. FC Kaiserslautern – Weiter gehts mit der mehr als legitimen stadtbezogenen Farbgebung. Am nordwestlichen Rand des Pfälzerwaldes ist dies wie die Zutat zu fettigen Pommes: Rot-Weiß. Ich war noch nie dort, aber genauso stelle ich mir die Stadt vor: langweilig. Vielleicht symbolisiert die Einfachheit aber auch nur den Charakter der Pfälzer? Einen Bonuspunkt, der die Platzierung im Tabellenmittelfeld erklärt, hat das Logo aber: die dicken Zeichen drücken ein gewisses Selbstbewusstein aus.
- Turn- und Spielvereinigung Koblenz 1911 – Tja, ich weiß nicht. Ich mag die Farben, ich mag die Raute. Aber das völlig unlogisch gesetzte »TuS« erschließt sich mir partout nicht. Von sportlicher Dynamik im Logo auch keine Spur.
Pfälzer Rheinland-Pfälzer Sportsignets besitzen offensichtlich wenig Aussagekraft. Schade.
- Sport-Club Freiburg – Ein klarer Pluspunkt für die seltene Form. Zehn Minuspunkte aber für den Greifenkopf [Münzzeichen der Stadt]. Sieht aus, als müsste sich der Vogel gleich übergeben. Respekt flößt das dem Gegner sicher nicht ein. Vielleicht herrschten 1912 – so lange müssen die Breisgauer den Greif und die Farb[?]kombination bereits ertragen – aber noch andere Assoziationen. Der Ansatz mit dem Buchstabensalat ist gut, aber leider schlecht umgesetzt. Vielleicht hätte man auf das »F« verzichten und es beim »SC« belassen sollen.
- FC Augsburg 1907 – Aus Wikipedia: »Die offizielle heraldische Beschreibung des Augsburger Wappens nennt ein Rot und Silber gespaltenes Schild, auf dem sich eine grüne Zirbelnuss auf ebenso grünem Kapitell befindet. Dementsprechend sind die Stadtfarben rot-grün-weiß. Die Zirbelnuss war als stilisierter Pinienzapfen das Feldzeichen der römischen Legion des Römerlagers und wurde zum Symbol der späteren römischen Hauptstadt der Provinz Raetia. Noch heute findet sich die Zirbelnuss auf zahlreichen Gebäuden und Mauern im gesamten Stadtgebiet als Zeichen Augsburger Würde.« Gut, wenn man das weiß … Auf jeden Fall deutlich besser als das Alte.
- FC Erzgebirge Aue – Gleich vorweg: ich trauere dem Wismut-Kultlogo hinterher. Über das traditionelle Lila kann man streiten, es ist auf jeden Fall markant und im Fußball selten. Was sich die Designer aber mit der Spationierung des Stadtnamens gedacht haben, bleibt im Dunkeln. Wer mit der Gnade eines derart kurzen Namens beschenkt wurde, sollte das auch zu seinem Vorteil nutzen. Wie gesagt, das alte Logo macht es ja vor. Das in der Mitte eingesetzte Stadtwappen verpufft leider in der verwendeten Farbkombination. Es ist schwer zu deuten. Interessanterweise taucht das alte Logo auch zuweilen auf der Vereinsseite auf.
- Sportverein Wacker Burghausen – Ich weiß nicht, was ich zu diesem Logo sagen soll. Es ist von der Form, von der Farbigkeit, von der Schrift, vom gesamten Eindruck dermaßen langweilig, dass der erste Abstiegsplatz verdient ist und wir lieber gleich zum nächsten Platz weitergehen. Es passt zu einem Kleinstadtverein. Wie bitte? Burghausen hat nur 18.000 Einwohner? Ach so.
- Karlsruher Sport Club von 1894 Mühlburg-Phönix – Siehe Burghausen, nur noch schlimmer. Das Logo sagt nichts aus, ist absolut austauschbar. Wenigstens etwas Dynamik kann ich mit guten Willen den schräggestellten Buchstaben entnehmen.
- Spielvereinigung Greuther Fürth – Die SpVgg ist ein Zusammenschluss der Vereine TSV Vestenbergsgreuth und SpVgg Fürth. Bei der Hochzeit wurden die bisherigen Erkennungsmerkmale zusammengeführt. Aus Fürth nahm man das dreiblättrige grüne Kleeblatt, aus Vestenbergsgreuth einen rot gefütterten schwarzen Holzschuh. Bei dem Schuh handelt es sich um das Wappen der Familie Holzschuher, einer alten fränkischen Patrizierfamilie. Glücklicherweise zeigte man bei den Farben Grün und Weiß den selben Geschmack, so dass am Ende nicht gar ein Regenbogenlogo herauskam. Nichtsdestotrotz soll der schmutzig wirkende Verlauf Silber darstellen, um »hochwertig, zeitlos und für Modernität« zu stehen. Leider sieht man das Silber nur mit viel Phantasie, es wirkt einfach dreckig und schlimmer noch, billig. Daher bleibt hier leider nur der vorletzte Platz, was auch die verwendete Trade Gothic nicht mehr verhindern kann.
- SC Paderborn 07 – Drei verschiedene Schriftschnitte/-größen in einem durch zwei Buchstaben und einen schwarzen Balken durchbrochenen Kreis. Erstgenanntes ist typografisch gesehen ein absolutes No-Go auf solch kleinem Raum. Da ist der Versuch, Spannung durch eine <ironie>interessante Farbkombination</ironie> zu erzeugen vergeudede Designmühe. Ein verdienter letzter Platz.
Den Deutschen Designpreis gewinnt sicher keiner der derzeitigen Zweitligavereine. Dennoch, es könnte schlimmer sein. Man stelle sich nur vor, Hoffenheim, Wilhelmshaven oder Rot-Weiß Ahlen würden aufsteigen. Nicht auszumalen. Was mich allerdings verwundert sind die Vereine, die vor nicht allzu langer Zeit ein Redesign vornahmen, zum Beispiel Greuter Fürth, Eintracht Braunschweig oder Erzgebirge Aue. Warum gestaltet man das Ganze bei der Gelegenheit dann nicht etwas moderner und fetziger? Es muss ja nicht gleich dem amerikanischen Profisport nachgeeifert werden, aber etwas mehr Pep wäre toll, ohne die traditionellen Werte zu vernachlässigen, die den Fans so heilig sind. Der VfL Wolfsburg hat mit seinem sinnreichen »Nach-oben-offen«-Logo bereits einen guten, wenn auch noch nicht perfekten Ansatz geliefert.
Ach so, bevor das Phrasenschwein noch fasten muss, sollte man bei alledem nicht vergessen: Die Wahrheit liegt immer noch auf dem Platz. Es nützt das tollste Logo nichts in der Regionalliga.
(more…)
Geschrieben von Ivo
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17. Februar 2007, 09.43 Uhr | Kategorie
Design
| Ein einsamer Kommentar

Wallpaper aus Spam Mail Attachments von Enjoy Surveillance [© Creative Commons bei Flickr]
Geschrieben von Ivo
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16. Januar 2007, 16.59 Uhr | Kategorie
Design
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Sein eigener Sohn bedient sich zum Zwecke der Eigenwerbung am abgestreiften Logo und Claim eines großen Elektronikherstellers. In Form obiger Reklame erschien mir seine Botschaft in der U-Bahn, begleitet von der heiligen Comic Sans, einem Divis statt Halbgeviertstrich, einer kontroversen Zeichen- und Zwischenraumspationierung und natürlich falschen Anführungszeichen. Aus Wasser machte er Wein Philips’ »Let’s make things better« machte er Jesus’ »He makes things better«. Der Berliner Jugendverband »Entschieden für Christus« will auffallen, vor allem beim Freund der gepflegten Makrotypografie. Aber wer könnte I H M schon böse sein?
Geschrieben von Ivo
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13. Januar 2007, 12.33 Uhr | Kategorie
Design, Zeitgeist
| 2 Kommentare
Als ich jüngst das Foto vom Dresdner Ampelweibchen sah, fand ich das witzig. Als Pandon zum Standardsymbol eine amüsante Idee, toll für Touristen. Da wusste ich aber noch nicht, dass dahinter eine ernsthafte politische Initiative steckt.
![Das Dresdner Ampelweibchen [Foto von J.Siebert] Das Dresdner Ampelweibchen](/img/zeitgeist/ampelweibchen_420.jpg)
Das Dresdner Ampelweibchen [Foto von J.Siebert]
Im Radio kurz darauf ein Interview mit Canan Bayram, Abgeordnete im Berliner Abgeordnetenhaus und frauenpolitische Sprecherin der SPD. Sie forciert ernsthaft die generelle Einführung von weiblichen Ampelsymbolen. Eine etwas konkretere politische Inititiative »Wien sieht’s anders« startete vor einigen Wochen in der Österreichischen Hauptstadt. Hier geht man sogar noch einen ganzen Schritt weiter und versucht, alle Piktogramme im öffentlichen Raum mindestens zur Hälfte zu verweiblichen.
Was als Ausdruck lokalpolitischer Lockerheit noch amüsiert, ist als ernsthafte Idee so überflüssig wie ein Hühnerauge. Piktogramme sind in der Regel neutral und nicht männlich. Oder haben etwa alle Männer Glatze, sind geschlechtslos und laufen zu allem Überfluss nackt herum, wie der Ampelmann uns weiß machen möchte? Was soll ein Piktogramm überhaupt leisten? Es muss bereits im ersten Moment des Betrachtens klar erkennbar sein. Daher ist auf jedes überflüssige Detail zu verzichten. Hierzu gehören bei einem Menschen symbolisierenden Piktogramm Haare, Klamotten und sonstige spezielle Merkmale. Sonst muss man am Ende noch Kinder berücksichtigen, Frisurentrends, körperlich Versehrte, religiös Verschleierte und verschiedene Farbigkeiten für unterschiedliche Hautfarben. Um dem Ganzen vielleicht noch eine kleine nette Anmutung zukommen zu lassen kann man ja auf dezente Mittelchen zurückgreifen, wie etwa die Hände beim beliebten Ostampelmännchen. Aber eben immer neutral gegendert [ein Unwort!] und unter der Maßgabe, dass eine prägnante Informationsweitergabe vor halbgarer Political Correctness steht. So meint Markus Heckhausen von Ampelmann Berlin treffend über derartige Bestrebungen:
Der Rock und die Zöpfe nehmen den Figuren die Klarheit, die sie nach umfangreichen Studien von ihrem Entwickler Karl Peglau 1961 [Ost-Ampelmann, I.G.] bekommen haben. Und bei einem derart wichtigen Thema sollte auch nicht all zuviel experimentiert werden.
Es scheint offensichtlich zum Trend zu gehören, das ohnehin schwindende Gemeinverständnis weiter zu demontieren, sich noch deutlicher vom Mitmenschen abzugrenzen. »WIR wollen nicht vergessen werden. WIR auch nicht. Und WIR schon gar nicht.« Will man das wirklich?
Besteht durch die detailliertere Darstellung von Piktogrammen nicht auch die Gefahr, dass sich nur noch bestimmte Personengruppen an etwaige Verbotsschilder halten, nur noch Frauen bei Rot an der Ampel stehen bleiben, alle Muslime den Fußgängerüberweg boykottieren? Okay, der Sarkasmusmodus wird an dieser Stelle wieder deaktiviert. Aber genau darin liegt die Schwierigkeit in der Gestaltung von Piktogrammen. Die detaillierte Abstraktheit, möchte ich sie mal so nennen. Schnell erkennen, den Hinweisen folgen und nicht von einem Auto überfahren werden.
Abschließend stellt sich natürlich noch die Frage, ob derartige Mittel tatsächlich eine gesellschaftliche Gleichberechtigung schaffen? Ändert ein weibliches Verkehrszeichen wirklich etwas an den Lohnunterschieden zwischen Männern und Frauen? Werden wir dadurch gleich[berechtigt]er? Ich finde es bedenklich, dass gerade jene frauenpolitische SprecherInnen und Gender-Mainstreaming-Faschisten die Damen der Schöpfung auf lange Haare und Rock reduziert darstellen wollen. Immer schön die traditionellen aber überholten Wertvorstellungen pflegen. Damit dürfte ihrem eigentlichen Ansinnen doch wenig gedient sein. Unter diesen Gesichtspunkten braucht man über die Sinnhaftigkeit von den entstehenden Kosten wohl kaum noch zu diskutieren.
Das Bestreben nach einer Gleichbehandlung von Frau und Mann ist längst nicht abgeschlossen und weiterhin wichtig. Es gibt aber Bereiche, die vom blinden Aktionismus verschont bleiben sollen. Dazu gehören Zeichen und Symbole, die der allgemeinen Sicherheit dienen, eben beispielsweise Ampelmenschen. Es gilt, gemeinsam die wirklichen Probleme in diesem Bereich anzupacken, als Fronten wieder deutlicher herauszuarbeiten und Unterschiede zu manifestieren. Das sind Zeichen der Hilflosigkeit und Zeugen eines Problemunverständnisses, die die eigentlichen Probleme sicher keinen Schritt näher an Lösungen heranbringen werden.
Geschrieben von Ivo
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7. Januar 2007, 18.07 Uhr | Kategorie
Design, Zeitgeist
| 4 Kommentare
Christian Thomas ist nicht nur Meister der aufgeräumten Webgestaltung, sondern auch glänzender Beobachter von Verpackungsdesigns. Wie diese sich im Wandel der Zeit verändern, weiß der Wiener pointiert zu kommentieren. Interessante Designentwicklungen von Konsumgütern aus dem Nahrungsmittel-, Körperpflege- und weiteren Gewerben stellt er auf seiner Website »Vorher Nachher« gegenüber.
[Danke für den Tipp an den MG-Blog]
Geschrieben von Ivo
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4. Januar 2007, 09.12 Uhr | Kategorie
Design, Persönlich
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Seit der vorletzten Ausgabe des vierteljährlich erscheinenden freiraums bin ich nun nicht mehr „nur“ für die Fotoredaktion verantwortlich, sondern auch für die Gestaltung des Titels. Für das aktuelle freiraum-Cover zum Thema »Menschenrechte und Entwicklungshilfe« schien mir ein ausdruckstarkes Bild von Antonio Rosa aus Barcelona passend. Es zeigt ein lateinamerikanisches Mädchen, das ihren Lebensunterhalt durch Kinderarbeit in einer Mine verdienen muss. Passend zum Start der nun fälligen GEZ-Gebühren für internetfähige Rechner fand mein Artikel »Über Gebühr(en)« ebenfalls Verwendung in der aktuellen Ausgabe.

Der Druck wurde erstmals von Nowak Druck- und Medienmanagement Hannover übernommen, meinem mittlerweile erfolgreich selbständigen Ausbilder. Das Titelbild der vorherigen Ausgabe »Klimawandel und Nachhaltigkeit« stammt aus meinem eigenen Fotoarchiv. Der Titelkopf steht aus Redaktionssicht in absehbarer Zeit nicht zur Diskussion, bei den Fonts sind wir noch auf die Futura Condensed und Lucida Console festgelegt. Ich hoffe natürlich, dass man da zukünftig etwas flexibler sein darf. Wo es doch soooo schöne Schriften für eine solche Verwendung gibt.
Geschrieben von Ivo
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2. Januar 2007, 21.10 Uhr | Kategorie
Design, Typografie
| 2 Kommentare
Die Messe Frankfurt bedient sich seit fast einem Monat eines veränderten Corporate Designs. Der erkennbare Zusammenhang eines übergeordneten Markensystems ging seit dem letzten Redesign Ende der 70er Jahre verloren, nachdem nach und nach immer mehr Tochtergesellschaften entstanden. Karl Duschek, Walter Scholz und Erik Spiekermann warfen hierzu zwar nicht grundsätzlich das Erscheinungsbild um, führten aber eine Reihe von Modifikationen durch. So bleiben zum Beispiel die vier farbigen Quadrate erhalten, ihre Farbwerte wurden jedoch deutlich aufgefrischt, um Aktivität, Emotionen und Wärme zu vermitteln.

Vergleich des Logos der Messe Frankfurt vor dem Redesign und danach
Der Unternehmensname wird nun in der neuen Hausschrift »Messe Univers« [eine eigens überarbeitete Univers von Adrian Frutiger] auf einer Zeile und klein geschrieben. Das soll das Verständnis des Unternehmens als Dienstleister verdeutlichen, sich selbst zurückzunehmen und den Wünschen der Kunden zu entsprechen. Charakteristisch für den Corporate Font sind das gegenüber der Univers deutlich schmalere Schriftbild und die abgeschrägten Strichenden. Ein erhöhter Kontrast zwischen Waagrechten und Senkrechten dient der besseren Lesbarkeit.

Die neue »Messe Univers«
Die Basis des neuen Layoutprinzips ist ein Gestaltungsraster mit der Proportion von 5:8. Angelehnt ist dieses Prinzip an die Tatsache, dass die Abstände vom großen roten Quadrat – dem Schwerpunkt des Zeichens – zu den gedachten Rändern der Bildmarke ebenfalls im Verhältnis von 5:8 stehen. In den kommenden Monaten sollen das Logo und alle CD-Elemente im kompletten Unternehmen integriert und umgesetzt werden.
Weiterführende Informationen zum veränderten Erscheinungsbild der Frankfurter Messe sind nachzulesen unter cd.messefrankfurt.com.
[Hinweis auf dem Designportal R9005 gefunden]
Geschrieben von Ivo
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31. Dezember 2006, 10.26 Uhr | Kategorie
Design, Typografie
| 12 Kommentare
Als Freund der Subjektivität bemühe ich mich stets, ihr wo es nur geht zu huldigen. Was liegt da also näher, als zum Jahresende eine Top-Ten-Liste zu erstellen? Natürlich eine, die es so nirgendwo sonst gibt. Ich prämiere daher die aus meiner Sicht zehn schönsten Font-Foundry-Websites des Jahres 2006. Das gibt mir zudem die Möglichkeit, in einem Abwasch auf ein paar schicke Websites von Schriftenherstellern hinzuweisen, die ich schon längst bewerben wollte. Bitte Trommelwirbel und Action für die Plätze:
- Floodfonts.com • Floodfonts/Deutschland: Nur
eine Farbe schwarz und weiß. Dennoch, die gestalterische Umsetzung fasziniert mich schon seit dem Relaunch und brachte mich genaugenommen sogar auf die Idee für diese Hitparade.

- Fountain.nu • Fountain/Schweden: Diese wunderschönen Farben. Diese wunderschönen Schriften. Diese wunderschöne Website. Perfekt.

- Ourtype.be • OurType/Belgien: Sehr außergewöhnliche Grundidee des startenden Präsentationsscrollings, mit einer tollen Schriftprobentechnik garniert.

- Pampatype.com • PampaType/Argentinien: Südamerikanischer Flair, der mich in puncto Webdesign sehr zu inspirieren weiß.

- Caketype.com • Cake Type/Niederlande: Ich weiß zwar nicht, wohin ich genau klicken soll, aber bei Cake Type stört mich dies kurioserweise nicht. Scharfer Header.

- Fontsmith.com • Fontsmith/Großbritannien: An sich nichts Besonderes, aber absolut durchdacht. Die Stars der Seite sind neben den Schriften selbst die Online-Schriftmuster.

- Misprintedtype.com • Eduardo Recife/Brasilien: Brasilianer können nicht nur Fußball spielen. Auch im Webdesign scheinen sie in der Topliga zu spielen.

- Lineto.com • Lineto/Schweiz: Das Navigationsmenü kann vom User selbst jederzeit neu positioniert werden. Der Inhalt kommt nach der Menüauswahl sehr prägnant und abwechslungsreich daher.

- Buymyfonts.com • BuyMyFonts/Deutschland: Ich mag zwar die Verdana nicht auf einer Foundry-Site sehen, dennoch muss Alessios Seite auch noch erwähnt werden. Ich mag seinen Stil sehr.

- Canadatype.com • Canada Type/Kanada: Ich war noch nie in Kanada, aber das muss wohl typisch kanadisch sein.

Geschrieben von Ivo
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18. Dezember 2006, 14.40 Uhr | Kategorie
Design, Typografie
| Ein einsamer Kommentar
Ich muss einfach darauf hinweisen. Er ist einfach zu gut, der Herr Kidd. Chip Kidd. So viel Zeit muss sein.
Geschrieben von Ivo