The End of Print – Jetzt wirklich! … Wirklich?

7. Dezember 2008 | 13.41 Uhr | Kategorie: Medientechnik, Zeitgeist

Eine gute Freundin fragte mich, ob ich ihr im Rahmen ihrer Diplomarbeit für ein Interview zur Verfügung stehe. Sie suche regelmäßige Leser von Tageszeitungen zwischen 20 und 30 Jahren. Das Altersschema passte zwar [noch], jedoch beziehe ich alle Informationen, die [mir] wichtig sind, über verschiedenste Angebote im Netz. Allenfalls »Die Zeit« schafft es noch dann und wann auf meinen Frühstückstisch. Dann muss ich aber wissen, dass ich selbige auch am bevorstehenden Wochenende habe. Gut, dann leite die Anfrage einfach an deine zeitungslesenden Freunde weiter, so ihre folgende Bitte. Ich überlegte sehr angestrengt, doch wollte mir partout niemand unter 30 einfallen, der noch regelmäßig Zeitung liest.

Jüngst trat ein großes britisches Designmagazin an unsere Firma heran und offerierte uns folgendes Angebot: Für einen nicht unerheblichen vierstelligen Pfund-Betrag würden wir Editorial Content erhalten, würde man also über uns im Rahmen eines Beitrages schreiben. Man hätte bereits mehrere Schrifthersteller für eine entsprechende Serie gewinnen können. Selbstverständlich lehnten wir diese Anfrage ab. Welcher Leser von Fachmagazinen möchte solche Artikel vorgesetzt bekommen? Wo bleibt der inhaltliche Mehrwert, wenn die Berichterstattung lediglich noch eine Frage des Geldes ist?

Diese und andere Beispiele, ja selbst wissenschaftliche Studien, aber vor allem das zweite Beispiel lassen mich nun endgültig an der Zukunft der gedruckten Medien zweifeln. Lange war ich selbst als bekennender Günter Internetzer überzeugt, dass die gute alte Dame Print in diesem Bereich dem Sturm noch eine Weile trotzen kann. Nun sinkt aber mein Vertrauen in ihre Standfestigkeit. Ich bin davon überzeugt, dass der Druck nicht per sé dem Ende entgegen geht. Auf keinen Fall. Akzidenzen und Bücher werden in unserer Generation weiterhin gewichtigen Bestand haben, meine ich. Aber gedruckte Nachrichten in Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen – hat das Zukunft?

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  1. 1 | Nora | 8. Dezember 2008 um 11.21 Uhr

    „Aber gedruckte Nachrichten in Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen – hat das Zukunft?”

    „Aber Nachrichten in digitalen Medien – hat das Zukunft?”

    Glaubst du denn, das ist bei „nichtgedruckten” Nachrichten anders? Was hat die Integrität der Menschen mit dem Medium als solchem zu tun? Das habe ich jetzt hier nicht verstanden …

  2. 2 | Alex | 8. Dezember 2008 um 11.36 Uhr

    Oh mein Gott, ich bin sogar jünger und gehöre schon zur aussterbenden Gruppe der Neantertaler?! Soll ich vielleicht morgen meine Tageszeitung abbestellen oder einfach noch viel mehr Zeit für die tägliche Informationsaufnahme opfern? Soll ich mich vielleicht einfach jeden Tag für eine Stunde in die U-Bahn setzen und das Berliner Fenster studieren?

    Auch wenn sicherlich viel Wahrheit in deinem Artikel steckt und gerade die Tageszeitungen erbittert um jeden Kunden kämpfen, so ist neben dem Wegfall der “Papierlesegeneration” doch auch eine Umstrukturierung zu bemerken. Was heißt dies? Es gibt mehr… Ja, mehr Zeitungen, mehr Zeitschriften… aber in einer viel kleineren Auflage, da sie sehr spezielle Zielgruppen ansprechen und erreichen müssen. Dies ist bei Tageszeitungen als eine Art Massenmedium natürlich schwierig. So jetzt aber ab in die u-Bahn… ich muss noch meine Zeitung von gestern studieren.

  3. 3 | Helene | 15. Dezember 2008 um 11.30 Uhr

    Ja, natürlich bleibt uns die Zeitung erhalten. Weniger die Tageszeitung, mehr jedoch die hintergrundbeleuchtende Wochenzeitung. Zeitungen fördern die Meinungsbildung mehr als jedes andere Medium und gelten mehr als je zuvor als Orientierungmedium.
    Natürlich sind die Nachrichten im www aktueller, schneller abzurufen und ich habe die Möglichkeit, ohne zu bezahlen, ein und dasselbe Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu lesen. Das ist gut. Ich lese gerne Online-Nachrichten. Und trotzdem:
    Ein klitzekleines Problemchen ist leider noch nicht gelöst worden. Es gibt, trotz Forschung, viel Überlegerei und Versuchen noch kein überzeugendes Finanzierungkonzept. Wer bezahlt also die lieben Schreiberlinge und den Verlag? Im Moment werden sämtliche Onlineauftritte deutscher Zeitungen querfinanziert. Das wird aber immer schwieriger, weil es immer weniger Menschen gibt, die die “richtige” Zeitung kaufen. Was ich nämlich auch mag, sind Nachrichten von denen ich ausgehen kann, dass sie wahr sind. Nenn mich naiv, aber ich glaube einem großem Zeitungsverlag, bei dem jeder Text doppelt und dreifach, auch von Experten (Spiegel) geprüft wird mehr als so manch anderem Onlineauftritt einer überregionalen Zeitung, wo der Tischnachbar mal rüberschaut (Weltonline).
    Ich mag Zeitung. Basta! Druckfisch am besten.
    Und ich kann mir meine Eltern immernoch nicht beim Früstück am Sonntag mit je einem Labtop auf den Knien vorstellen.

  4. 4 | Amys Welt | 24. Januar 2009 um 03.10 Uhr

    Die Genese der Blogosphäre im Medienrauschen….

    Einen sehr interessanten Artikel zum Thema Blogosphäre, ihre Entwicklung, Entstehungs- und Wirkungsbedingungen habe ich im Tagesspiegel entdeckt: Der Blogwart

    Nach einem kritischen Blick auf die Macht der Blogospäre und Beispiele aus Ko…

  5. 5 | Philipp | 3. März 2009 um 15.37 Uhr

    Über kurz oder lang werden so einige Tageszeitungen aussterben. Schon allein deshalb das es vieles schneller oder auch noch kostenlos (wenn man die Werbung nicht beachtet) online gibt. Jedoch Bücher aller Art wird es hoffentlich noch lange auf Papier geben. Macht einfach mehr Spaß in einem dicken Schmöcker zu blättern als in einem Kindle.

  6. 6 | Amys Welt » Blog Archive » Die Genese der Blogosphäre im Medienrauschen. | 16. Mai 2009 um 18.40 Uhr

    [...] Post-Print-Zeitalter ist in allenr Munde (einschlägigen) Blogs präsent und auch die Magazine wollen sich nicht mehr mit Spekulationen zurück halten: The [...]

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