Die Legende vom Druckmaschinenquartett

16. November 2008 | 11.05 Uhr | Kategorie: Indivosuell, Medientechnik

DruckmaschinenquartettEs gibt sie mit Dikatoren, Seuchen, Panzern und Plattenbauten. Die Rede ist von Quartettspielen. Kaum zu glauben, aber bisher fehlte eine naheliegende Variante: ein Spiel mit Druckmaschinen. Richtig, jene tonnenschwere Präzisionsmaschinen, mit denen die Spielkarten hergestellt werden. Ganz klar also, es musste Abhilfe geschaffen werden. Bereits Anfang des Jahres beendeten wir – meine lieben Freunde Helene Durst, Florian Ahrens, Jan Weiss und ich – im Rahmen des »Studienprojekts Produkterstellung« die Produktion des Druckmaschinenquartetts. Von der Idee, Konzeption und Recherche über die Gestaltung, die Reinzeichnung, den Druck [unterstützt von vierC] bis hin zur Weiterverarbeitung fertigten wir gemeinsam die Kartenspiele. Auf 32 Karten werden die wichtigsten Bogenoffsetmaschinen von Firmen wie Heidelberg, MAN Roland, KBA, Komori, Shinohara und anderen gezeigt. Gespielt wird mit den Werten Einführungsjahr, Abmessungen, Bogenformat, Farbwerkemaximum, Druckgeschwindigkeit, Bedruckstoffdicke und Gewicht. Ein Spiel für Freaks also. Druckfreaks.

Druckmaschinenquartett

Zunächst nur als reines Studienprojekt geplant, reifte in uns schnell die Idee, das Projekt bei entsprechendem Interesse etwas größer aufzuziehen. Auf der drupa bemerkten wir: das Interesse war da und sogar stärker als erwartet. Leider kann das Quartett jedoch nicht veröffentlicht und vertrieben werden. Der überraschende Rückzieher eines der beteiligten Maschinenhersteller verhinderte die Umsetzung dieser Idee in letzter Minute. Einige wenige produzierte Prototypen liegen also nun im Panzerschrank und warten vergeblich auf Nachfahren. Der Spaß an der Sache war das vor allem in der Konzeption und Recherche aufwändige Projekt aber auf jeden Fall wert. Und schließlich bleibt uns immer noch die Möglichkeit des ausgiebigen Testens der Spieltauglichkeit …

Um letztlich aber noch den Bogen zur Typografie zu schlagen, möchte ich gern die beiden auf den Spielkarten verwendeten Schriftarten wissen. Wer kann sie identifizieren?

⇐ Berliner Typostammtisch 11/08: Zusammenfassung
365 Tage Schriftenvielfalt ⇒

  1. 1 | Stefan | 16. November 2008 um 12.01 Uhr

    Etwas klein die Abbildungen. Vor allem die Antiqua ist mit diesem Abstand kaum erkennbar.

  2. 2 | Georg | 17. November 2008 um 12.34 Uhr

    Es gibt auch noch ein Döner-Quartettspiel!
    Bei den Schriften tippe ich auf Optima und Officina.
    Bitte schickt mir doch so ein Quartett!
    :-)

  3. 3 | cornstar | 17. November 2008 um 23.16 Uhr

    Ich tipp mal auf:
    Syntax (Medium Italic OsF)
    Whitenights (Regular)

  4. 4 | derTank | 17. November 2008 um 23.29 Uhr

    Schade, dass es nicht in Produktion geht. Ich hätte auch gern eins … bin grad in Verhandlungen mit einem Drucker … der macht grad das Unmöglichste möglich … für den wär das bestimmt was.

  5. 5 | der Klas | 18. November 2008 um 20.51 Uhr

    Ivo,
    Du bleibst Deiner Linie mit der charmanten und kreativen Klatsche treu!
    Ich find’s geil!
    Lieben Gruß von Jenni (sitzt gerade neben mir)

  6. 6 | Arthur | 21. November 2008 um 17.15 Uhr

    Ich will dieses Spiel!

  7. 7 | Europadruck | 24. November 2008 um 16.18 Uhr

    Na, hat da jemand schon Anfang des Jahres viel Weitblick bewiesen, was die Druckindustrie und deren Auslastung im Jahr 2009 betrifft? Wer dann im kommenden Jahr mangels vorhandener Druckaufträge die Zeit totschlagen muss, der spielt dann bis zum Schichtende ein wenig Druckmaschinenquartett. Vielleicht gibt es ja doch noch eine gütliche Einigung mit dem widerspenstigen Druckmaschinenhersteller und eine Erstauflage!?

  8. 8 | Horst Rauer | 24. November 2008 um 16.23 Uhr

    Abgefahrenen Idee!
    So kennt man den Ivo, immer eine Idee im Hinterkopf die irgendwann raus muss. Wo kann ich so’n Quartett bekommen?

  9. 9 | Bibi | 26. November 2008 um 11.53 Uhr

    Ich kann mich erinnern das ich als Kind immer mit meinem Bruder Quartett gespielt habe aber nur die Autoquarttets oder Tierquarttets, das es jetzt welche über Druckermaschinen gibt finde ich eine gute Idee, das könnte man ja rein theoretisch auch mit anderen Beispielen machen, oder? Schade dass es nicht in Serie geht ist wirklich eine gute Idee. Kann man den Maschinenherrsteller der sich querstellt nicht aus dem Quartett rauslassen?

  10. 10 | Webdesign Bremen | 11. Januar 2009 um 18.10 Uhr

    Spitzen Idee!
    mal sehen wo man sowas kaufen kann

  11. 11 | Ivo | 11. Januar 2009 um 18.21 Uhr

    Gar nicht.

  12. 12 | Typo ist Trumpf! - blog.dersven.de | 17. April 2009 um 19.33 Uhr

    [...] face37.comAhh wahnsinn! Sehr schickes Quartett-Spiel. Mal keine Druckmaschinen oder Dönerbuden. Wie wärs mit Versalien, Glyphen und Typografen. via [...]

  13. 13 | Fontblog » Kalendsadventer 5: Skincare | 24. August 2009 um 09.51 Uhr

    [...] Als Gewinn winkt dieses Mal ein wertvolles Quartett, das es nirgendwo zu kaufen gibt: das Druckmaschinen-Quartett. Ivo hat es mitentwickelt und gerade ausführlich in seinem Blog [...]

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