Berliner Typostammtisch 06/08: Zusammenfassung

18. Juni 2008 | 11.53 Uhr | Kategorie: Typografie, Typostammtisch

Judith Schalansky und Florian Hardwig im Gespräch Judith Schalansky und die Frakturschriften
Georg Seifert und Frank Rausch im Gespräch Ilja Wanka und Ivo Gabrowitsch im Gespräch
Ein seltenes Kontrastprogramm bot sich vergangenen Donnerstag den Gästen des Typostammtischs. Gelang es der deutschen Nationalmannschaft im ersten Teil des Abends die allgemeine Stimmung mit einer drittklassigen fußballerischen Darbietung [und damit kenne ich mich aus …] deutlich zu drücken, wusste der zweite Teil in Person von Judith Schalansky dafür umso mehr zu begeistern. Da ich selbst ein großer Fan der gebrochenen Schriften bin, bemühte ich mich seit langem bei Judith um diesen Vortrag. Sie gilt spätestens seit ihrer pink-schwarzen Liebeserklärung »Fraktur mon Amour« als Expertin auf diesem Gebiet. Seit einiger Zeit arbeitet sie intensiv und endlich in letzten Zügen an der erweiterten zweiten Auflage, die das Buch sogar noch einmal interessant für Besitzer der Erstausgabe machen sollen. Beste Gelegenheit also, mit dem lange erwarteten Vortrag »Totgesagte leben länger« den 9. Typostammtisch zu bereichern.

Fraktur mon AmourSo dauerte es nur wenige Augenblicke und die vorangegangenen 90 Minuten waren vergessen, die Anwesenden widmeten sich voll und ganz dem Zombie unter den Schriftengruppen. Judith berichtete, wie ein komplizierter Knochenbruch sie letztlich zu diesem Buchprojekt brachte, was seit der ersten Auflage vor zwei Jahren geschah und welche Rolle die Frakturschriften und ihre Anverwandten im heutigen Alltag spielen. Am Ende waren sich alle einig, einen kurzweiligen und instruktiven Vortrag gesehen zu haben und dass die schönste Nebensache der Welt mindestens einen starken [und verlässlicheren] Konkurrenten hat.

Die 2. Auflage »Fraktur mon Amour« ist in Kürze erhältlich. Bis dahin verweise ich sehr gern auf Judiths Matrosenroman »Blau steht dir nicht«, der bei den Kritikern von FAZ & Co. derzeit hoch im Kurs steht.

Für die Bilder bedanke ich mich diesmal herzlich bei Andreas Seidel [astype | German Type Foundry].

⇐ Déjà-vus der typografischen Art
Es irrt der Mensch, solang er strebt. ⇒

  1. 1 | zechi | 18. Juni 2008 um 12.14 Uhr

    Zur drittklassigen fussballerischen Darbietung bekam ich spät in der Nacht noch folgende SMS aus Wien. “Klasse setzt sich eben durch. Lehmann war ja auch stark. Wir brauchen Ivo!”

    Ich lass das jetzt einfach mal so stehen.

    zechi

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