Go for Fornika

19. Juni 2007 | 20.44 Uhr | Kategorie: Persönlich

Ich hab sie alle. Alle Alben, die Meisten in der dicken Limited Edition. Diverse Maxis, Bücher, Raritäten, T-Shirts, Vinyl, BRAVO-Schallfolie. Ich war bei unzähligen Konzerten, bei MTV-Unplugged, zu Geheimgigs, saß allein in »Was geht«. Kurzum, Die Fantastischen Vier sind meine Band. Egal was kam in der letzten Hälfte meines Lebens, sie hatten immer zur rechten Zeit den richtigen Song für mich. Mal war sie weg, mal ich zu geil für diese Welt, mal brauchte ich Millionen Legionen hinter mir. Nach dem letzten Album »VIEL« hatte ich das komische Gefühl des heimlichen Abschieds aus meinem Leben. Und nun? Klangheimlich schleichen sie sich doch mit »Fornika« zurück.

FornikaIch bin kein Musikkritiker. Aber ich weiß, dass das hier kein Hip-Hop der Neunziger mehr ist. Ich bedauere dies nicht, denn wir leben nun mal nicht mehr in den Neunzigern und wir sind auch nicht mehr die Selben wie vor zehn Jahren. Nicht die Fans und nicht die Musiker. Insofern meistern die Vier den altbekannten Spagat, sich treu zu bleiben, ohne sich zu sehr treu zu bleiben. Sie machen einfach, worauf sie Spaß haben. Und das sind diesmal eben auch mal Instrumentals statt Abgeh-Hip-Hop-Nummern, das ist Elektronik statt Sampling. Das ist geile Mucke, verdammt …

Mein bei F4-Alben traditioneller Gänsehautsong im echten Wortsinn fehlt auch diesmal nicht und kommt in Gestalt von »Flüchtig«. Der ist der Hämmer, um ein älteres ihrer Stücke zu zitieren und ohne ihn eigentlich von den anderen Songs zu sehr herauszuheben. Das würde seinen zwölf Gesellen nämlich nicht gerecht werden. Bedeutungsschwangerschaften sind auch wieder gefragt, aber diesmal deutlich reif… nein, dieses Wort wollte ich nicht benutzen, besser ist deutlich entspannter, ja, sogar cooler, obwohl oder gerade weil die Herren die 30er-Grenze längst hinter sich gelassen haben. Im Gesamteindruck nicht nur ein würdiger Nachfolger des letzten Albums, sondern besser, weil in sich homogener und befreit von bloßem Füllmaterial. Das Abschiedsgefühl hat sich damit verabschiedet. Willkommen zurück.

FornikaAuch das Artwork ist Spitze. Der zeitgemäße Käufer will eben keine Null-Acht-Fuffzehn-Ware mehr. Fast möchte ich behaupten, dass die Filmplakat-zitierenden Illustrationen im Booklet bereits das Geld wert sind. Auch Lackdruck habe ich bisher in noch keinem Innenteil gesehen. Verantwortlich „zeichnen“ sich hierfür feedback media design und einmal mehr Schauinsland. In der Premium Edition ist außerdem eine DVD inklusive, die in einem einstündigen Film den »Road to Fornika« erzählt und das Video »Ernten was wir säen« enthält. Preis-Leistung passt.

Danke, danke, danke und ein viertes Mal danke für den weiteren Lebensbegleitservice.

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  1. 1 | Alex | 19. Juni 2007 um 20.57 Uhr

    Ich werde sie beim Hurricane von dir grüßen… ;-)

  2. 2 | Alex | 19. Juni 2007 um 21.01 Uhr

    … tolle Idee mit dem Videospot auf Amazon. Ich habs gleich 444 444 mal bestellt. :-D

  3. 3 | Nicolas | 19. Juni 2007 um 21.52 Uhr

    Dann oute ich mich jetzt auch: Habe ebenfalls sämtliche CDs und kenne von »Jetzt geht’s ab« und »Vier gewinnt« so ziemlich jeden Text (noch immer) auswendig … und weil ich schon so lange deren Musik höre, stammt meine ein oder andere Lebensphilosophie bestimmt aus irgend einem Liedtext :-)

    In meiner pubertären Zeit fand ich sogar Nummern wie »Böse« oder »Frohes Fest« gut! Aber mit Fornika tue ich mich schwer. Finde es aber auch klasse, dass sie sich weiterentwickeln und, wie Du schon sagst, ihren eigenen Weg gehen. Muss mir Fornika wohl einfach noch ein paar Mal anhören …

  4. 4 | mona | 20. Juni 2007 um 23.10 Uhr

    nikki war nie weg weg..!

  5. 5 | Alex | 25. Juni 2007 um 18.49 Uhr

    So, Grüße habe ich ausgerichtet… Ehrlich gesagt, waren meine Konzerterwarten eher gering, aber sie “Live” zu erleben, war mehr als lohnenswert…

  6. 6 | Ivo | 25. Juni 2007 um 22.35 Uhr

    Meine Rede. Obwohl sie live natürlich früher noch viel besser waren. ;)

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