Wie entsteht eine professionelle Schrift?

11. Juni 2007 | 06.09 Uhr | Kategorie: Typografie

Dieser Frage beantwortete am vergangenen Montag Andreas Frohloff. Der »Head of TypeDepartment« von FontShop International folgte der Einladung von Studenten der Druck- und Medientechnik der TFH Berlin, um über das umfassende Thema der Schriftgestaltung und -herstellung zu referieren. Über 40 interessierte Studenten aus allen vier Jahrgängen gewannen so einen Einblick in eine Thematik, die bisher im Studienplan nur bedingt Beachtung findet. Über die Geschichte der Schrift und ihrer Grundlagen wusste Andreas Frohloff den Bogen zum heutigen Produktionsprozess digitaler Fonts zu spannen und zeigte am »offenen Patienten« typische Fallstricke beim Arbeiten mit FontLab & Co. Zum Abschluss durfte auch ich noch einmal vor das gespannte Auditorium treten und über einige Details aus meiner Zeit bei FSI als Fonttester berichten. Am Ende gab es für das gesamte Seminar viel positives Feedback von den Kommilitonen. Ich möchte daher Andreas noch einmal ganz herzlich für sein ehrenamtlich erbrachtes Engagement danken. Die DMTler wissen dies sehr zu schätzen. Er ist nördlich der Berliner Wettergrenze* ein jederzeit gern gesehener Gast.

Die Ergänzung zum Testen von Schriften durch mich selbst
© Foto: Nico Sauer

* Dem Hauptreferenten des Abends nach gibt es in Berlin eine Nord-Süd-Wettergrenze. Seit letzter Woche – in Kreuzberg gewitterte es, in Mitte jedoch nicht – glaube ich das sogar.

⇐ It’s fun to play with the CMYK
Trauzeuge ⇒

  1. 1 | microboy | 11. Juni 2007 um 21.56 Uhr

    eventuell auch was fuer den naechsten typostammtisch? wuerde mich sehr interessieren … :)

  2. 2 | lotte | 12. Juni 2007 um 01.17 Uhr

    Ja, Andreas Frohloff und Dir – Ivo – einen recht herzlichen Dank. Frei denken, Inspirationen sammeln, handeln und leben. Leben leben. Nur bleibt die Schrift an sich, wie wir es zu kennen scheinen, die Unwichtigste, jedenfalls vordergründig. Transportierte sie nicht Glück und Leid gleichermaßen? Aus eigener Erfahrung kann ich nur, für diesen Moment festhalten, daß Schrift und das Wissen darüber und der Umgang mit ihr keine leichte Übung ist. Nur möchte ich daran erinnern, daß zahlreiche Schriftsetzer – wahre Schwarzkünstler – ihre Leidenschaft mit dem Leben bezahlten, an der Ostfront, in der Uniform eines menschenverachtenden, faschistischem Regimes oder in Zuchthäusern eines damaligen (faschistische Strukturen sind in diesem Land wieder populär) faschistischen Deutschlands. Währet den Anfängen, Proletarier aller Länder vereinigt Euch, Wissen ist Macht! Tod dem Kapitalismus, Tod dem Faschismus – nicht nur bundesrepublikanischer Ausprägung – Augen auf! In stillem Gedenken.

  3. 3 | Andreas Frohloff | 12. Juni 2007 um 12.51 Uhr

    @ lotte
    Was ist denn das für eine merkwürdige Achterbahnfahrt? Einfühlsam beginnend, dann ist man plötzlich im Krieg und am Ende noch ein paar dieser ätzenden worthülsigen Phrasen, die ich überhaupt nicht vermisst habe … Jedenfalls bin ich ziemlich irritiert von diesem Beitrag, der falls er ironisch gemeint war, auch nicht besser wird ;-(

  4. 4 | Ivo | 12. Juni 2007 um 13.12 Uhr

    Danke, Andreas. Du nimmst mir die Worte von der Tastatur. Gleichwohl hast du clever den Kommentar vom Mikrojungen ignoriert. Es wäre noch ein Vortragsplatz beim nächsten Stammtisch frei … ;)

  5. 5 | Andreas Frohloff | 12. Juni 2007 um 14.14 Uhr

    Was heißt hier clever? Schließlich kann noch möchte ich die »Stammtisch-Administration« umgehen ;-)
    Abgesehen davon, bin ich mir nicht sicher, wie groß das Interesse über microboy hinaus, wirklich an diesem Thema ist. Immerhin wechselt die Zuhörerschaft dann vom Laien- zum Fachpublikum ;-) Wäre ja mal die Frage wert, ob die prinzipielle Darstellung der Fontproduktion a la FSI tatsächlich für einige von Interesse ist?

  6. 6 | Helene | 12. Juni 2007 um 17.59 Uhr

    Ich möchte auch gern mein Gefallen am Vortrag kundtun.
    Ungemein hörenswert und interessant. Vielen Dank.
    Das Thema wie die “typischen Fallstricke” zu vermeiden sind und wo es überall zu Fehlern kommen war mein Lieblingsteil.

  7. 7 | microboy | 12. Juni 2007 um 23.28 Uhr

    also mich wuerde es interessieren – obwohl ich absoluter laie auf dem gebiet bin! wie es bei den anderen ausschaut weiss ich natuerlich nicht … wann ist denn der naechste stammtisch geplant? die zwei monate sind ja fast rum.

  8. 8 | Ivo | 13. Juni 2007 um 06.32 Uhr

    @ Andreas: In der Tat wäre das wohl mal ein Thema, worüber man nachdenken könnte. In welcher Form dann darüber gesprochen werden würde, steht auf einem anderen Blatt. Ich hab da schon eine Idee.

    @ Helene: Vielen Dank.

    @ microboy: Am 13. Juli. Ich gebe das sofort bekannt, sobald ich die Vorträge organisiert habe. [Einen habe ich schon, einer fehlt noch]

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