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Die besten Schriften 2008

× TYPO Berlin 2007: Tag 3

» 20. Mai 2007, 14.44 Uhr | Kategorie Typografie

TYPO Berlin 2007 vom 17. bis 19. MaiAuch der dritte Tag der diesjährigen TYPO wusste zu begeistern. Ich genehmigte mir die Präsentationen von Stephen Coles [FontShop San Francisco] und Yves Peters [FontShop Belgien], die über das »Über-Sampeln« und Kopieren von Fonts referierten. Nach unserer Redaktionskonferenz des Slanted-Magazins im Bastard-Wohnwagen war ein Besuch des Slanted-Vortrages über Magazine und deren Designs natürlich Pflicht. Coolnessfaktor hier 100 Prozent. Eine große Bereicherung für die Konferenz, da die Jungs doch immer einen unkonventionellen Gegenpol zu den meisten anderen Beiträgen bilden. Der letzte TYPO-Vortrag in diesem Jahr war dann der von Markus Hanzer, der es schaffte, fast 400 Folien in sein Referat einzubauen und es dennoch nicht langweilig werden lies. Das lag nicht zuletzt auch an seinen hervorragend vorbereiteten Texten. Er muss einen wahnsinnigen Aufwand hierfür betrieben haben.

Die lange erwartete Deutschland-Premiere des Helvetica-Films hingegen enttäuschte mich ein wenig. Er zog sich zum Ende ein wenig wie ein Kaugummi hin und hätte gut und gerne um etwa 20 Minuten kürzer gewesen sein dürfen. Auffallend war, dass der beliebteste Font der Welt nicht einmal als Fließtext gezeigt wurde. Zumindest ist mir dies dann nicht bewusst geworden. Dafür gelang jedoch unserer 100-beste-Schriften-Website beim Interview mit Erik Spiekermann der Durchbruch in Hollywood. Ich möchte den Film aber nicht total verreißen [wie Erik das in gewohnter Manier mit der Helvetica selbst tat], sondern zugestehen, dass ich ihr nun eine andere Bedeutung beimesse. Wir können als Freunde schöner Schrift froh sein, dass es diese neutralste aller Schriften überhaupt gibt und sie in einer solchen Omnipräsenz existiert. Das schärft den Blick und das Besondere für wirklich tolle Formen. Sie hat also ihre Berechtigung und bildet gewissermaßen die nötige Urform unserer heutigen Buchstaben, an der sich zwangsläufig alles weitere orientieren muss. Insofern hat diese »Grundschrift« einen solchen Film verdient, nur hätte man sie mit etwas mehr Pep würdigen können. Obwohl, so gesehen wurde der Film ihrem Star in gewisser Weise mehr als gerecht …

Einen würdigen Abschluss bot die TYPOnight in der Kalkscheune. Eine tolle Lokalität mit solch netten und gutgelaunten Menschen gefüllt ist schon etwas Besonderes und schließt einen würdigen Rahmen um eine perfekt organisierte Veranstaltung. Meine mitanwesenden Kommilitonen waren allesamt begeistert und versprachen ein Wiederkommen im kommenden Jahr. Dann findet die TYPO vom 29. bis 31. Mai statt und nimmt sich dem Thema »Image« an. Ein aus meiner Sicht mehr als spannendes Thema, dem ich sicher wieder unruhig entgegenfiebern werde.

Mein letzter Hinweis in puncto TYPO Berlin 2007 gilt noch einmal der Flickr-Gruppe, in die auch ich mittlerweile meine wenigen Bilder geladen habe sowie dem Video-Podcasts der Veranstaltung auf Typovideo.de. Weitere Links zu mehr Lesestoff gibt es immer noch im vorangehenden Beitrag. Vielen Dank allen Beteiligten für drei wunderschöne Tage, den Veranstaltern natürlich, aber auch den Gästen, Freunden und Kollegen.

Geschrieben von Ivo


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