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9. Mai 2007, 09.49 Uhr | Kategorie
Zeitgeist
Apropos Fotos. Ich bin unlängst auf eine Seite gestoßen, auf der ich mittlerweile schon einige Stunden verbracht habe. Als zugezogener Berliner bedauere ich hier und da die Tatsache, dass ich die Situation der getrennten Stadt lediglich aus Büchern und Erzählungen nachzeichnen kann. Ich bin natürlich froh, dass die Mauer nicht mehr steht, gar keine Frage, aber man kann sich doch heute schon nicht mehr vorstellen, wie sich der Todesstreifen durch die Stadt zog, welche Hürden man als Besucher an den Übergängen zu überwinden hatte und welche Schicksale damit verbunden waren. Ganz wenige stumme Zeitzeugen lassen mich immer wieder genau das versuchen.
In diese Bresche jedoch schlägt Mauerfotos.de. Dort stellt der Fotograf Matthias Hoffmann eine unglaubliche Sammlung an dokumentierenden Fotos der Mauer aus Westberliner Sicht vor, die er selbst zwischen 1984 und 1989 aufgenommen hat. In insgesamt 24 Touren hatte Hoffmann die gesamten 159,5 Kilometer nach und nach umrundet, um diesen schwarzen Fleck auf der deutschen Geschichtsweste zu fotografieren. Auf der Seite kann aus 500 Schwarz-Weiß-Fotos nach Kategorien, Stadtbezirken oder Straßen ausgewählt werden. Die Besucher sind angehalten, eigene Gedanken, Geschichten oder Erlebnisse dem jeweiligen Foto hinzuzufügen. So ist bisher ein beeindruckendes Archiv der Erinnerungen an die Berliner Mauer entstanden, das mich dazu verleiten wird, weitere Stunden dort zu verweilen, um mir weiterhin ein Bild dieser unvorstellbaren Situation zu machen. Das Projekt ist authentischer als jedes Buch, das ich über dieses Thema bisher in den Händen hielt.
Kommentare RSS
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Jürgen Siebert
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helene
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The Exit
TrackBack URIDas ist eine tolle Entdeckung.
Beeindruckend.
Vielen Dank für den Tipp.
Manueller Trackback zum Hauptstadtblog
http://www.hauptstadtblog.de/article/3319/berliner-mauer-kucken
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