Welche Schulschrift ist die richtige?

25. April 2007 | 19.35 Uhr | Kategorie: Typografie

Eine interessante Diskussion entbrannte unlängst zwischen meinen Kommilitonen. Es tauchte die Frage nach den Formen der Buchstaben auf, mit denen wir damals das Schreiben erlernten. Wie viel Kringel hat ein »H«, wo setzt man beim »K« an, wie hat das »z« auszusehen? Anders gefragt: Welche Schulschrift ist die richtige? Selbstverständlich war jeder der Ansicht, mit den in der Grundschule gelernten Füllerführungen noch heute up-to-date zu sein, auch wenn die Wenigsten den Füller heute noch benutzen. Die Stichprobe brachte es aber zu Tage: ein einheitliches Aussehen war Fehlanzeige, verklärte Erinnerungen paarten sich mit »Das ist so doch definitiv nicht richtig«-Behauptungen. Es konnten doch aber nicht alle im Recht sein? Deutliche Differenzen lagen zwischen bayrischem, ostfriesischem, Berliner und letztlich Ostharzer »Schriftdesign«, die alte Garde war sich zudem mit den Jüngeren uneins. Der Verdacht erhärtete sich: in Deutschland herrscht auch in puncto Schulschrift föderale Vielfalt.
Die Lateinische Ausgangsschrift: Ein Beispiel
Wie aber erklärt sich diese Vielfalt? Beleuchten wir die Sache also einmal näher. Historisch möchte ich der Kurzweiligkeit zuliebe auf Sütterlin & Co. verzichten und in der für uns relevanten Nachkriegszeit beginnen. 1953 wurde die durch Hitler 1941 im Normalschrifterlass eingeführte Deutsche Normalschrift verbindlich durch die Lateinische Ausgangsschrift ersetzt. Ausnahme hier war Bayern, das erst 13 Jahre später von der »Altlast« loslassen konnte. Ihre Merkmale waren in einem Zug schreibbare Kleinbuchstaben mit Anstrichen und vielen Drehrichtungswechseln sowie eine geschwungenere Linienführung. Zusätzlich wurde jedoch die alte »deutsche Normale« weitergelehrt, um vor allem ältere Schriftstücke noch lesen zu können. Die drei gültigen Schulschriften im Überblick [Bildquelle: Grundschulverband] In der DDR wurde hingegen 1968 zur Reduzierung der Schwierigkeiten bei Anwendung der Lateinischen Ausgangsschrift die sogenannte Schulausgangsschrift verbindlich eingeführt, die der Lateinischen ähnelt, aber einige Buchstabenvarianten enthält [deutlich z.B. beim »A« und »S«]. Seit den achtziger Jahren wurde aus den selben Gründen in vielen Bundesländern die Vereinfachte Ausgangsschrift zugelassen, die 1972 in den bundesrepublikanischen Schulkreislauf geworfen wurde und sich durch drastische Reduktionen der Drehrichtungswechsel, Luftsprünge und oben am Mittelband beginnende und endende Kleinbuchstaben charakterisiert.

Die genauen Regelungen, was kann und was muss, unterscheiden sich bis heute in den einzelnen Bundesländern. Möglich sind sowohl die Lateinische, die Vereinfachte und die Schulausgangsschrift. Tatsächlich benutzt also heute jeder »die Richtige«, wenn er sich in den Grundzügen dieser drei Möglichkeiten bedient. Die Vielfalt dürfte in der Praxis sogar noch größer sein. Weitestgehend ist man heute nämlich dazu übergegangen, den Kindern primär die Druckschrift beizubringen [wobei wir wissen, dass da die Vielfalt erst so richtig beginnt] und ihnen die Entwicklung einer eigenen Schreibform selbst zu überlassen. Die vorgestellten Schreibformen sollen nach diesem Paradigmenwechsel lediglich noch als Orientierungshilfe dienen. Aus typografischer Sicht ist in diesem Zusammenhang noch anzumerken, dass die Anmutung einer »Druckschrift« selbst oder sogar ein spezieller Grundfont nicht vorgeschrieben ist, bis auf die Eigenschaft der Serifenlosigkeit. Lediglich in Bayern und Hamburg wird eine Empfehlung für eine spezielle Druckschrift ausgesprochen.

[Quellen: Grundschulverband – Arbeitskreis Grundschule e.V. [»Grundschule Aktuell« Ausgabe 91, September 2005], Wikipedia, Bildquelle [modifiziert]: »Grundschule Aktuell« 91]

Die einzelnen Schriften können übrigens nach einer Registrierung kostenlos unter pelikan-lehrerinfo.de als TrueTypes heruntergeladen werden.

⇐ Abflug
Sizilianisches Naturschauspiel ⇒

  1. 1 | Jürgen Siebert | 25. April 2007 um 21.03 Uhr

    Das ist ja ein Ding … Ivo drückt noch mal die Schulbank, 1. Klasse. Ganz tolle Analyse, dafür gibt es eine 1 … das hat niemand zuvor so anschaulich in Wort und Bild erläutert. Danke.

  2. 2 | stk | 25. April 2007 um 21.31 Uhr

    Und, wieviele von uns Bildschirmarbeitern koennen ueberhaupt “richtig” von Hand schreiben? Seit mir einmal gezeigt wurde, wie man das richtig macht (naemlich aus der Schulter heraus), ist mir bewusst, wie wenige meiner Mitmenschen offenbar in der Schule beigebracht bekamen bzw. verinnerlicht haben, wie das geht — geschaetzte 80% “malen” die Buchstaben stattdessen mit den Fingern. Die Folge: Verkrampfte, schmerzende Finger bei laengeren Schreibpassagen, ein unausgewogenes Schriftbild.

    Bevor man sich ueber Comic Sans mokiert, sollte man also erst einmal selbst schreiben lernen ;)

  3. 3 | Jens Kutilek | 25. April 2007 um 21.58 Uhr

    1972 kommt mir für die Vereinfachte Ausgangsschrift etwas früh vor. Gut möglich, daß sie ab diesem Jahr geplant/entwickelt wurde, aber eingeführt wurde sie erst später.

    Ich bin 1982 eingeschult worden, und meine Klasse war eine der ersten, die die VA gelernt haben. Meine Klassenlehrerin in der Grundschule, Irmhild Kleinert, hat die VA nämlich mit entwickelt. Ich kann mich erinnern, daß wir in der Schule öfter »beobachtet« und gefilmt & fotografiert wurden, für Bücher über die Einführung der VA und zur »Erfolgskontrolle« dieser neuen Schulschrift.

  4. 4 | Ivo | 25. April 2007 um 22.13 Uhr

    Ja, Jens, du hast Recht. Daher schreibe ich auch

    Seit den achtziger Jahren wurde aus den selben Gründen in vielen Bundesländern die Vereinfachte Ausgangsschrift zugelassen, die 1972 in den bundesrepublikanischen Schulkreislauf geworfen wurde …

    Vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt. von 1968/69 bis 1972 wurde die VA entwickelt. Einzug hielt sie aber erst – wie du aus deiner eigenen Erfahrung schreibst – in den Achtzigern. Warum es schlussendlich noch zehn Jahre brauchte, bis sie im Kreislauf in die entscheidenden Lehrpläne aufgenommen wurde … vielleicht mal Frau Kleinert fragen? ;)

    In der DDR dürfte dies sicherlich auch nicht zum Stichtag 1968 sofort in den Köpfen der Lehrer und damit in den Händen der Schüler verankert gewesen sein.

  5. 5 | fraudores | 25. April 2007 um 23.02 Uhr

    Vielen Dank! Das ist ja spannend.
    Und extrem praktisch – mein Patenkind fängt so langsam an schreiben zu lernen und ich hätte nicht genau gewusst, wie die Buchstaben eigentlich aussehen sollen, bevor man die eigene “Klaue” entwickelt ;-).

  6. 6 | Stefan | 26. April 2007 um 00.43 Uhr

    Also ich hab noch die lateinische Ausgangsschrift lernen dürfen, habs am kleinen x identifiziert.

  7. 7 | Nico | 26. April 2007 um 07.49 Uhr

    Wow, du hast ja gestern schon auf einen schönen Bericht unserer Diskussionsrunde hingewiesen, aber das er so schön wird… fein gemacht MC I-V-O!!!

    Wenn ich das nächste Mal bei meinen Eltern bin werde ich mal meine Schreibhefte rauskramen… die ganze Misere aus erster Hand betrachten.
    Ich bin nämlich immernoch der Meinung, dass ich die Lateinische Ausgangsschrift gelernt habe…1986 im Osten bei einer sehr jungen Lehrerin (Frau Werk hieß sie). Komische Sache…

  8. 8 | Andreas Frohloff | 26. April 2007 um 11.59 Uhr

    Ein spannendes Thema, finde ich. Zwei Aspekte interessieren mich besonders:
    1. Wenn jemand nach einer guten Vorlage schreiben gelernt hat, wie sieht seine Schrift später aus, wie hat sie sich entwickelt?

    2.

    Weitestgehend ist man heute nämlich dazu übergegangen, den Kindern primär die Druckschrift beizubringen [wobei wir wissen, dass da die Vielfalt erst so richtig beginnt] und ihnen die Entwicklung einer eigenen Schreibform selbst zu überlassen. Die vorgestellten Schreibformen sollen nach diesem Paradigmenwechsel lediglich noch als Orientierungshilfe dienen.

    Dazu kann ich nur, abgewandelt, sagen: »Und ist es auch Wahnsinn, so hat es nicht einmal Methode!«
    Beispielsweise wird kaum jemand erwarten, dass es reicht, wenn man ein Paar Schlittschuhe gezeigt bekommt und ein paar mal übers Eis gezogen wird – dass man dann Schlittschuh laufen gelernt hat oder es gar kann ;-(
    Mir graust davor, dass immer mehr Menschen sich wegen ihrer eigenen Handschrift schämen werden, weil sie selber nicht lesen können, was sie »geschrieben« haben.
    Zum Glück gibt es ja Computer, die sind, wie praktisch, sowieso immer an allem Schuld ;-(
    Man kann über die Preußen denken was man will, aber ihr Grundsatz » Was man beherrschen soll, muss geübt werden.«, ist mir schon sympatisch.
    Abschließen möchte ich meine »seltsamen« Gedanken mit der Hoffnung, dass es nach einem Niedergang immer wieder neuen Aufschwung gibt. ;-)

  9. 9 | stk | 26. April 2007 um 13.15 Uhr

    @Andreas Frohloff: Meines Erachtens ist weniger die Art der gelehrten Schrift entscheidend, sondern die Handhabung des Schreibgeraets. Lockere Handhabung in den Fingern, die Bewegung kommt aus den Schultern (kein “malen” mit den Fingern!) und fuehrt zu einer fluessigen Schreibbewegung mit fliessenden Linien, ohne bei laengeren Passagen zur Ermuedung zu fuehren. Das wurde “frueher”[tm] in langen Sitzungen mit der Kreide an der Tafel geuebt — da kommt die Bewegung wie selbstverstaendlich aus der Schulter — und schrittweise auf kleine Zeichen uebertragen (wo die Versuchung zu “malen” viel groesser ist). Im Endeffekt haben wir den Niedergang der Schreibkultur dem Humanismus zu verdanken, der den vermeintlichen Schreibdrill an der Tafel kritisch beaeugt, anstatt ihn als Vermittlung grundlegender handwerklicher Faehigkeiten zu sehen.

  10. 10 | Stefan | 26. April 2007 um 15.05 Uhr

    Warum muss ich bei Schreibdrill immer daran denken, dass ich früher mal mit links schreiben konnte …

  11. 11 | Andreas Frohloff | 26. April 2007 um 16.19 Uhr

    @stk: deswegen meine ich, dass es auch keien Vortellung mehr von Methodik gibt … Solche guten Ideen erscheinen heute geradezu illusorisch!
    Allerdings meine ich auch, dass es geignete und ungeeignete Schriftvorlagen gibt.

    @Stefan: auch so ein Unfug, dass man mit Rechts schreiben m u s s!

    Also es geht mir schon um das Ziel und geübt werden sollte mit geeigneten (ein weites Feld) Methoden ;-)

  12. 12 | Andreas | 26. April 2007 um 20.04 Uhr

    Die gute alte Schulschrift (Schnürchenschrift) hat in den letzten Jahren hier in der Schweiz heftige Diskusionen unter Lehrern und Schriftschaffenden ausgelöst – weil zu kompliziert, nicht gut lesbar und zudem schwierig zu schreiben.
    Hans Eduard Meyer (Syntax) hat vor einiger Zeit eine zeitgemässere Schulschrift entworfen, die meine Tochter nun im nächsten Schuljahr zu schreiben lernen wird.

    Hier findet Ihr weitere interessante Infos:

    http://www.schulschrift.ch/

  13. 13 | Boris | 27. April 2007 um 10.31 Uhr

    Eine interessante Diplomarbeit zu dem Thema gibt es hier: http://www.slanted.de/1258

  14. 14 | Florian Hardwig | 27. April 2007 um 13.53 Uhr

    Das ist ja lustig, der Ivo schreibt über Schulschriften!

    Auch ich habe mich letztes Jahr im Rahmen meiner Diplomarbeit mit den ›Formen der ersten Schrift‹ beschäftigt.
    Was ich besonders spannend finde: Es ist die einzige Schrift, die ein jeder selbst in ihrer Konstruktion nachvollzogen hat. Wie ist der 4-dimensionale Aufbau der Buchstaben, wie ist die Reihenfolge und Richtung der Striche? Wie hat ein ›normales‹ a oder F auszusehen?

    Auch wenn die eigene Handschrift oft als das Persönlichkeitsmerkmal gesehen wird, sind ihre Grundformen alles andere als individuell: Das in der Schulzeit erlernte Norm-Modell hinterlässt natürlich seine Spuren. Und weil die Institution Schule in der Regel national organisiert ist, lassen sich Handschrift-Stile verschiedener Ländern (und Zeiträume) voneinander unterscheiden. Auch wenn selbstverständlich niemand sklavisch bei seiner Grundschul-Schrift bleibt, existieren ›Dialekte‹ der Handschrift.

    Und die sind sicher nicht nur für Forensiker, sondern auch für (Schrift-)Gestalter interessant.

    In meiner Arbeit, die sich auf lateinische Schrift und Schreibmodelle der letzten 50 Jahre beschränkt, werden Beispiele aus Deutschland (inkl. der DDR), der Schweiz, Österreich, den Niederlanden, der Tschechischen Republik, Polen, Norwegen, Italien, Frankreich, Großbritannien, den USA und Australien präsentiert und analysiert.

    Vielleicht besteht ja Interesse, sich die Arbeit auf einem Typostammtisch in Berlin anzusehen? Da müssten wir dann natürlich auch Linda Hintz einladen, mit der ich mich bisher leider nur aus der Ferne austauschen konnte.

    Beste Grüße, Florian

  15. 15 | Florian Hardwig | 27. April 2007 um 13.57 Uhr

    Andreas Frohloff schrieb:

    Man kann über die Preußen denken was man will, aber ihr Grundsatz »Was man beherrschen soll, muss geübt werden.«, ist mir schon sympatisch.

    Das ist unbestritten. G. SE Briem stellt dem – hinsichtlich der dazu nötigen und in früheren Zeiten mit Gewalt erzielten Disziplin – gegenüber:

    Warum ging Schönschrift den Bach runter? Alle möglichen Feinde des zivilisierten Lebens wurden beschuldigt (der Kugelschreiber, Gewalt im Fernsehen, Kohlenhydrate; suchen Sie sich was aus). Ich mache einen weiteren Vorschlag: Menschlichkeit. Schlechte Handschrift ist der Preis, den wir für ein zivilisiertes Leben zahlen.

    —What works in the classroom?

  16. 16 | Jens Kutilek | 27. April 2007 um 14.24 Uhr

    Hört, hört, ein freiwilliges Vortragsangebot für den Stammtisch :)

    Bist Du am 4. Mai dabei, Flo? Deinen Vortrag kannst Du ja beim folgenden Stammtisch halten, für nächste Woche ist es vielleicht doch ein bißchen knapp … ;)

  17. 17 | Florian Hardwig | 27. April 2007 um 15.07 Uhr

    Hi Jens! freiwillig? Es wär mir eine Ehre! ;)
    4.Mai? Ich hab eigentlich vor, nach Mainz zur translations zu fahren … Mist, immer alles Gute gleichzeitig!

  18. 18 | Ivo | 28. April 2007 um 22.26 Uhr

    Dieses Vortragsangebot werde ich mal notieren, Florian. Für das nächste Mal dürfte das zwar noch nichts werden [wir haben dafür schon sehr Interessantes in der Pipeline], aber wenn du magst, bist du jederzeit gern gesehener Gast in unserer Berliner Runde. Wir sprechen da mal zu gegebener Zeit drüber, okay?

    Allen danke ich an der Stelle für eine bisher hervorragend geführte und äußerst informationsgeladene Diskussion. Freue mich sehr, wenn ich mit dem einen oder anderen kleinen Beitrag den Nerv meiner Leser treffe und von euren Reaktionen selbst durch neue Erkenntnisse und Blickwinkel profitieren kann. Das macht Spaß!

  19. 19 | Ivo | 2. Mai 2007 um 21.06 Uhr

    Von einer treuen Leserin wurde mir übrigens noch jener interessante Zeitungsartikel der Schweizer NZZ zugesendet, der gut zum Thema passt: nzz.ch/2007/01/03/il/articleEQT1D.html

  20. 20 | Florian Hardwig | 3. Mai 2007 um 10.10 Uhr

    Auch das Schweizer Fernsehen berichtete über H.E.Meiers Reformschrift:
    «Generationen von Schülern sin pauket worde zur Schnüerli-Schrift … aber die Zite schienet vorbi.»

  21. 21 | Fritz | 10. Mai 2007 um 13.10 Uhr

    Hallo Diskussionsrunde,

    es ist toll, wie das Thema Handschriftlichkeit gerade auf breiter Front wieder ins Bewußtsein von Graphikern und Typographen durchbricht.

    Ich selbst halte es für äußerst wichtig, welches Modell und welche Methode gelehrt werden. Und dabei ist die Form weniger wichtig als die Qualität, eine wirkliche Basis zur Entwicklung der eigenen Handschrift zu legen.

    Beim Schreiben gibt es naturgemäß zwei Pole: Geschwindigkeit und Artikulation. Ein gutes Modell muss einen guten Kompromiss zwischen diesen beiden Polen anbieten. Schreiben ist nicht nur eine persönliche Geste und ein kultureller Ausdruck, es ist auch eine sauwichtige Technik, um die ersten 16 bis 20 Jahre seines Lebens an der Wissensvermittlung teilzunehmen.

    Oder deutlicher: wer in den ersten 4 Jahren keine gute Schreibgrundlage bekommt, tut sich die nächsten acht Jahre schwer, in der Schule alles mitzuschreiben, es nachher beim Lernen noch lesen zu können und in Schulprüfungen (Bsp. Deutschaufsatz !) 6-8 Seiten A4 in eineinhalb bis zwei Stunden ohne Krämpfe herunterzuschreiben.

    Schüler, die schlecht schreiben schneiden in der Folge auch inhaltlich in den verschiedensten Fächern schlechter ab, als sie müssten.

    Eine sehr sehr spannende Arbeit dazu habe ich vor ein paar Jahren in Frankreich gesehen. Dort haben sich zwei Typo-Studentinnen daran gemacht, eine neue Schulschrift zu entwickeln.

    Bei einem Wettbewerb des Erziehungsministeriums 2001/02 wurde diese Schrift prämiert. Doch offiziell eingeführt wurde sie heute nicht.

    Veröffentlicht wurde das Modell dennoch: “La boîte à lettres – Guide pédagogique”, Paris : Nathan, 1998. Dazu hätt ich Euch jetzt gern nen Link geposted, aber die sind leider nicht mehr up to date… Ihr könnt nach “Laurence Bedoin” googeln.

  22. 22 | Ivo | 14. Mai 2007 um 16.32 Uhr

    Vielen Dank für diese spannenden Gedanken dazu. Dass das Lernen selbst mit dem Schreiben so eng zu tun hat war mir bisher nicht so bewusst, leuchtet aber ein und lässt dieses Thema noch interessanter werden.

  23. 23 | Ich hatte in der Schule die lateinische Ausgangsschrift gelernt… | IOIO | 9. Januar 2012 um 22.13 Uhr

    [...] http://www.fontwerk.com/442/welche-schulschrift-ist-die-richtige/ Dieser Artikel wurde aus meinem Google+-Stream automatisiert importiert. This entry was posted in Sideblog and tagged G+, Google, Google Plus, import. Bookmark the permalink. ← Reshared post from WELT ONLINE [...]

Kommentieren:

← home ← ↑ top ↑

Fontwerk
  • Fontwerk.com – Typografie.Design.Zeitgeist

    … ist das Webprojekt von Ivo Gabrowitsch mit dem Schwerpunktthema Typografie. Das ist die Kurzform des Ganzen. Die lange gibt’s hier.

  • Twitter (@gabrowitsch)

    • Themenspektrum

      • Grafikdesign 41
      • Indivosuell 140
      • Medientechnik 36
      • Persönlich 122
      • Typografie 257
      • Typostammtisch 53
      • Zeitgeist 102
    • Neue Kommentare

      • Ab ins App –
        Ivo: Noch besser: es wird daran gearbeitet, das FontBook systemunabhängig zur Verfügung zu stellen!
      • Ab ins App –
        Andreas: Lieber Ivo, bitte setzt die App doch endlich auch für das Iphone um.
      • Die besten Schriften 2011 –
        Peter: Danke Ivo für Deine Best of Liste und die geschmeidigen Begründungen. Die Novel...
    • Archiv

      • 2012
      • 2011
      • 2010
      • 2009
      • 2008
      • 2007
      • 2006
      • 2005
    • Kontakt Facebook Follow gabrowitsch on Twitter Flickr RSS


    © 1999 – 2012 Ivo Gabrowitsch | »Footer sind absolut unterbewertet.« | Fontwerk dankt WP | Kontakt Facebook Follow gabrowitsch on Twitter Flickr RSS