× Die zehn besten Bücher zur Typografie
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14. Juni 2007, 09.23 Uhr | Kategorie
Typografie
Was? Es ist mal wieder Zeit für eine neue Rangliste? Na gut. Mir soll es Recht sein. Mal überlegen … die zehn besten Buchstaben … hmm … Schriften … hatten wir schon … ah, ja! Wie wär es mit den zehn besten Typografiebüchern? Gut? Okay. Ihr müsst aber bedenken, dass eine solche von einer Einzelperson erstellte Liste subjektiv sein muss und lediglich den heutigen Stand meines Empfindens widerspiegeln kann. In einem halben Jahr sieht die vielleicht schon wieder ganz anders aus. Eine reine Momentaufnahme also. So et voilà, hier sind meine ganz persönlichen Typobuchempfehlungen:
- Robert Bringhurst »The Elements of Typographic Style«
Grundsätzlich mag ich Bücher, die man aufgrund ihres Formates überall mit hin nehmen kann. Der Bringhurst ist ein solches und vereint auf diese Größe eigentlich alles, was man zum typografischen Gestalten wissen muss. Zugleich lebt es seine Inhalte hervorragend vor. - Friedrich Forssmann & Ralf de Jong »Detailtypografie – Nachschlagewerk für alle Fragen zu Schrift und Satz«
Ich lehne mich mal aus dem Fenster und nenne es das Standardwerk. Die TAZ bezeichnete das Buch einmal als »eine Art Duden für Typografen«. Das passt irgendwie. Daher ein sogenanntes Must Have. - Karen Cheng [ergänzt von Henning Krause] »Anatomie der Buchstaben – Basiswissen für Schriftgestalter [Designing Type]«
Der Pschyrembel der Typografie. Der Titel sagt alles. Das vom Hermann-Schmidt-Verlag liebevoll produzierte Buch ist nur etwas für echte Liebende. Die aber werden damit glücklich und es lieben und ehren bis an ihr Lebensende. - Hans Peter Willberg & Friedrich Forssmann »Die [neue] Lesetypografie«
Gewissermaßen das Pandon zur »Detailtypografie«. War aber eher da. Eines von beiden reicht meiner Meinung nach. Nichtsdestotrotz, es gehört einfach ob seiner Vollständigkeit zur Typobuch-Top-Ten. - Albert Kapr »Schriftkunst«
Mein Lieblingsklassiker, einfach, weil man jedem Kapitel den enormen Rechercheaufwand anmerkt. Die Illustrationsvielfalt ist ein typografischer Traum. Das Original vom VEB Verlag der Kunst Dresden ist längst nur noch im Antiquariat oder dann und wann bei eBay zu bekommen. - Mai-Linh Thi Truong, Jürgen Siebert und Erik Spiekermann »Fontbook«
Zwar nichts für den Nachttisch, aber ein derart aufwendig zusammengetragenes Kompendium über Fonts ist dann doch fast Pflicht für jeden Schriftenliebhaber. Nicht umsonst wird das Fontbook auch als »Gelbe Bibel« bezeichnet. Typoatheisten: Hände weg! - Jan Middendorp »Dutch Type«
Jan ist einer der aktivisten und besten Autoren der Typoszene. Mit »Dutch Type« hat er seinem Heimatland und dessen fantastischer Schriftszene ein kleines bibliophiles Denkmal gesetzt. - Erik Spiekermann »Ursache und Wirkung – Ein typografischer Roman«
Den mag ich, auch wenn er längst überholt ist. Die Idee, das Thema über einen Roman anzugehen, ist genial und verdient einen Platz in dieser Liste. Will man einen aktuellen Spiekermann, sollte man jedoch besser zu »ÜberSchrift« greifen. Vielleicht gibt es ja mal eine aktualisierte Romanauflage [Zaunpfahlwink]? - Jan Tschichold »Meisterbuch der Schrift«
Nomen est omen. Bereits 1952 erschien das Meisterbuch, kann aber heutzutage als zeitlos angesehen werden. Tschichold wird nachgesagt, die Typografie zur Wissenschaft gemacht zu haben. Dieses Buch ist an dieser Theorie nicht ganz unschuldig. - Otl Aicher »typographie«
Es gibt wohl kaum ein Fachbuch, das so umstritten ist. Aichers Werk ist tiefgründig, intelligent aber eben auch sehr kontrovers. Will man die Typografie kritisch betrachten, muss man »typographie« gelesen haben.
Natürlich würden mich die Top-Ten-Listen meiner Leser oder anderer Fontnerds interessieren. Kritische Anmerkungen zu meiner Liste sowieso. Auf Ralfs Buch möchte ich an dieser Stelle auch noch einmal gesondert hinweisen, nachdem der Fontblog es nun endgültig in die Verkaufscharts katapultierte. Um den Buchgroßkapitalist zu vermeiden und etwas fürs Karma zu tun, weise ich für den Fall des ernsthaft bestehenden Interesses an den gedruckten Werken neben dem gut sortierten Buchladen um die Ecke außerdem auf zwei mit positiven Vibes bestückte Bezugsquellen von Typobüchern hin: Zum Einen den großartigen Verlag Hermann Schmidt Mainz selbst und zum Anderen natürlich meinen Haus-und-Hof-Lieferanten FontShop.
Also raus aus dem Netz und rein in die Bücher!
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TrackBack URIalso für mich persönlich wären die bände der typography reihe vom tdc in der top ten ^^
doch ich glaube es geht hier eher um die “anderen” bücher, drum vermisse ich hier eigentlich nur zwei stück:
TYPO wann wer wie - Friedl, Ott, Stein
und
Typografie Basiswissen - Philipp Luidl
:)
noch ein paar klassiker zur losen ergänzung:
»das detail in der typografie« jost hochuli
»typografie« emil ruder
»schriftanalysen“ max caflisch
»typography« wolfgang weingart
:)
und vielleicht diese noch:
Typografie Schrift Lesbarkeit – Hans Rudolf Bosshard
Der Typografische Raster – Hans Rudolft Bosshard
Kompendium für Alphabeten - Karl Gerstner
Typoundso – Hans Rudolf Lutz
Typoreihe 1-7 der Comedia – Autorenkollektiv Richard Frick, Martin Sommer etc.
mir fehlt: typografisches gestalten von manfred simoneit, auch wenns nich mehr verlegt wird… n klassiker allemal!
Meine Nummer eins wäre: Tracy’s »Letters of Credit«
Darin gibt’s (noch viel stärker als in Willbergs Typolemik) starke Meinungen über typografische Themen – statt runtergebeten Regeln. Aha-Effekte garantiert.
Und wer Schriftkunst kauft, kann gleich noch »Vom Felsbild zum Alphabet« aus gleichem Verlag dazupacken.
Eine sehr interessante Liste.
Zuletzt gelesen habe ich “Praktische Typografie” von Turtschi, als nächstes ist “Zeichen setzen” dran.
Detailtypografie steht schon lange auf meiner Wunschliste ganz oben, aber der Preis schreckt doch immer wieder ab.
Hat jemand einen Tipp wo man das Buch gebraucht im Netz bekommt?
Tolle Ergänzungen. Vielen herzlichen Dank schonmal dafür. Der Tracy war übrigens heiß im Rennen für meine Top Ten, Ralf.
@ Conde: Ich denke, nur mit viel Geduld wird man Detailtypografie vielleicht mal bei eBay finden. Ich habe auch lange gehadert und gespart. Schlussendlich – so sage ich mir immer – gibt es wohl keine bessere Ausgabe, als Bücher.
Ich möchte noch die »Logo, Font and Lettering Bible« von Leslie Cabarga hinzufügen. Ist zwar auf den ersten Blick etwas chaotisch, aber super zum Durchblättern, festlesen und inspirieren lassen.
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