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1. August 2005, 10.15 Uhr | Kategorie
Persönlich
Leute, Leute, was für eine Woche. Hämatome am ganzen Körper, ich merke jeden einzelnen Knochen und stehe unter einem nicht unerheblichen Schlafdefizit. Eine Runde Sache also, wie der Bataillonskommandeur immer so schön sagte. Dazu habe ich während der Reservisten-Wehrübung sehr nette Kameraden kennen gelernt und durchaus interessante Aufgaben erfüllen dürfen. Trotz all dem Stress hatte diese Woche so eine Menge Spaß bereitet. Eine Möglichkeit, aus dem Alltag auszubrechen, die nur wenigen Leuten zuteil wird.
Auch hat mir gefallen, dass man in Einzelgesprächen mit Vorgesetzten über Sinn oder Unsinn einer passiven Truppe in Form der Reservisten sachlich diskutieren konnte. Ich weiß, dass viele die Bundeswehr als sinnlos und überholt betrachten. Jedoch meine ich, dass niemand darüber urteilen sollte, der sich nicht intensiv damit befasst hat. Das Ganze mit sich selbst auszumachen ist nämlich die eine Sache, eine andere, über die Notwendigkeit einer Verteidigungs- und Katastrophenunterstützungsarmee zu richten. Ich kann, vor allem nach Gesprächen mit Gegnern dieses Systems sagen, dass der Bundeswehr und ihren Aufgaben sehr oft Unrecht getan wird. Einige wenige Vorurteile sind sicher nicht ganz haltlos, aber im Großen und Ganzen werden darüber leider die anerkennenswerten Aufgaben und Leistungen übergangen. Die Bundeswehr wird immer kleiner. Die Aufgaben immer mehr. Das kann der aktive Teil nicht mehr allein schaffen. Er geht seinen Aufgaben also normal nach und die Reservisten unterstützen in der Heimat auf verschiedenste Weise, eine interessante Organisationsstruktur, man muss sich aber in der Tat etwas damit beschäftigen. Die alten Aufgaben (der aktiven und nichtaktiven Truppe) sind schon lange nicht mehr mit den heutigen Aufgaben zu vergleichen.
Ich war wirklich gern auf der Wehrübung, auch wenn es tatsächlich ziemlich stressig war.