× Das CDAD-Projekt vorgestellt
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9. August 2006, 05.24 Uhr | Kategorie
Drucktechnik
Wie unter den Lesern dieser Seite bekannt sein dürfte, befinde ich mich derzeit in einem Praktikum im GTZ-Büro in Hefei (China). Die GTZ betreut hier unter anderem das CDAD-Projekt (Sino-German Printing Technique Training Center). Was aber ist das CDAD genau?
Trocken formuliert ist es eine staatliche Bildungseinrichtung mit eigener Rechtskörperschaft, der Provinzregierung von Anhui unterstellt. Das 1998 gegründete CDAD ist eine produzierende Berufsschule, die eine Fachausbildung in der Drucktechnik mit aktueller Ausrichtung auf Vorstufe, Mediengestaltung, Bogenoffsetdruck und Siebdruck anbietet. Die Absolventen erlangen einen landesweit anerkannten technischen Fachschulabschluss.
Seit 2004 wird außerdem eine Ausbildung nach dem deutschen Dualen System (Theorie plus Praxis) in Form der ersten Berufsakademie für Druck- und Medientechnik Chinas angeboten, aus der im kommenden Jahr die ersten Absolventen in das Berufsleben entlassen werden. Die Ausweitung zur Berufsakademie war dringend notwendig, da es derzeit keine Ausbildung für gehobene, nicht akademische Laufbahnen im Bereich Drucktechnik gibt. Die nicht markt- bzw. bedarfsgerechte Ausbildung, also die Vermittlung technischer Grundlagen mit unternehmerischer Ausbildung an vielen Universitäten und Hochschulen hat in den letzten Jahren trotz der vorhandenen Beschäftigungslücken zu höherer Arbeitslosigkeit der Hochschulabsolventen geführt. Derzeit gibt es in der Provinz Anhui etwa 2860 Druckereibetriebe mit rund 100.000 Beschäftigten. Davon haben 80% überhaupt keine fachliche Ausbildung, 15% sind ausgebildet und nur 5% können einen Hochschulabschluss vorweisen. Das BA-Konzept soll also genau die Lücke zwischen ausgebildeten Arbeitern und Hochschulabsolventen schließen.
Derzeit arbeiten am CDAD etwa 127 Mitarbeiter und 77 Fachlehrer, die produzierend 665 Auszubildene und fast 1199 Studierende an folgenden Maschinen ausbilden: 14 Druckwerke Heidelberg GTO (Ein- bis Vierfarben), zwei Druckmaschinen Klasse IIIb (jeweils zweifarbig), eine KBA Rapida 74 als 5-Farben plus Lackwerk und verlängertem Ausleger, zwei Rollenmaschinen für den 1/1-farbigen Schulbuchdruck ohne Trockner, eine vollständig eingerichtete Buchbinderei sowie eine Druckvorstufe. Mögliche Studiengänge, die nach sechs Semestern mit dem Titel Dazhuan (unterhalb des Bachelor) abgeschlossen werden, sind unter anderem Drucktechnik, Druckmaschinenkonstruktion, Druckvorstufe, Verpackungstechnik und -design, Publishing und Marketing und Multimediadesign mit CAD.
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Nick Blume
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