Da sich Jürgen Siebert vom Fontblog und Ralf vom Netzbuch gerade mit der Thematik beschäftigen, möchte auch ich ein geradezu unglaubliches Beispiel für die Fehlverwendung der von Vincent Connare entworfenen Schrift Comic Sans hinzufügen. Das Langenbeck-Virchow-Haus neben der Berliner Charité wurde kürzlich renoviert und bekam seinen Namen in silbernen Lettern neu verpasst:

Mit dem Ziel »wissenschaftliche Bestrebungen auf dem Gesamtgebiet der Medizin zur fördern, ein kollegiales Verhältnis unter ihren Mitgliedern zu erhalten und die ärztlichen Standesinteressen zu wahren« sowie »bei dem stets wachsenden Umfang der Wissenschaft die chirurgischen Arbeitskräfte zu einigen, durch persönlichen Verkehr den Austausch der Ideen zu erleichtern und gemeinsame Arbeiten zu fördern« hatten die Berliner Medizinische Gesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie das Langenbeck-Virchow-Haus im Jahre 1913 erbaut. Als ein medizinisches Zentrum in Berlin soll es auch international etabliert die Fortbildung unter Medizinern fördern.
Ich habe selten eine unpassendere Verwendung der Comic Sans gesehen.
(Wer nicht versteht, warum die Comic Sans nicht an eine Hauswand für eine renommierte wissenschaftliche Gesellschaft gehört, sollte mal die verlinkten Seiten der Artikel in den oben angesprochenen Weblogs genauer studieren.)


Krass. Einfach nur krass.
Und auch nett: Die falsch gesetzten Bindestriche. Oder macht man das so in Entenhausen?!
Die Leerzeichen zwischen den Bindestrichen sehen wir mal großzügig als künstlerische Freiheit an … ;)
Oder auch »den Austausch der Ideen zu erleichtern und gemeinsame Arbeiten zu fördern«. :) Dafür braucht man auch Platz beim Arbeiten…
Whoa. So sorry, aber das sagt nicht «Medizin», sondern «Waldorfschule».
PS: Nick, beim Design gibts die künstlerische Freiheit eigentlich nicht, oder?
Auch die UNO-Flüchtlinghilfe verwendet die Comic Sans – hab gestern einen Spot gesehen.
Beweisfoto 1: http://www.boesewicht.de/bilder/uno_sans.jpg
Echt fies! Ich heul gleich!
[...] Die ATypI ist in der typografischen Welt wohl bekannt. Seit drei Wochen gibt es nun auch die LTypI. Dies ist eine Flickr-Gruppe, die ich gemeinsam mit Stephen Coles gegründet habe, um beispielhafte Mängel an typografischer Fantasie — also die »Lack of Typographic Imagination« — zu sammeln, die uns zuweilen im Designalltag begegnen. Die Firma heißt BASE? Dann wird als Hausschrift natürlich die Base 9 genommen. Cooper Tires? Wozu hat man die Cooper Black? Die schottische Regierung greift für ihr Erscheinungsbild selbstverständlich zur FF Clan, ist doch klar. Wir sehen, LTypIs können manchmal auch ganz passend sein. Zumindest hätten wir nach dieser einfachen Logik keine Probleme mit der Comic Sans. [...]