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Fontwerk

× Beeindruckende Zahlen aus Asien

» 14. Juli 2006, 16.48 Uhr | Kategorie Drucktechnik

In genau zwei Wochen schaue ich mir nun die Druckbranche Chinas für ein halbes Jahr genauer an. Aus diesem Grunde beschäftige ich mich verständlicherweise im Moment verstärkt mit jener Szene. Heute vermeldet Heidelberg nachfolgende rekordverdächtigen Zahlen, die mich in diesem Zusammenhang natürlich noch mehr beeinducken, als sie es ohnehin schon täten:

Vor kurzem unterzeichnete die weltgrößte Banknotendruckerei China Banknote Printing and Minting Corporation (CBPM) einen Kaufvertrag über 12 Speedmaster CD 102 der Heidelberger Druckmaschinen AG. Es handelt sich um den größten Auftrag innerhalb der letzten vier Jahre für Heidelberg China. Insgesamt umfasst er 60 Druckwerke und sechs Farbmess-Systeme Prinect Image Control.

60 Druckwerke auf einmal, das ist schon ein ordentlicher Brocken. Die Chinesen können aber noch mit anderen Zahlen beeindrucken. Im Deutschen Drucker vom 18. Mai 2006 las ich folgendes über eine Druckerei in Heshan:

Die in der Leo-Paper-Group-Druckerei Heshan produzierten Mengen füllen jede Woche bis zu 250 Schiffscontainer (je 6,1 m × 2,4 m)! So gehen zum Beispiel 5 bis 6 Mio. Hardcoverbücher pro Monat in den Export. Aus dem ganzen Land kommen die meist ledigen Arbeiter – 20% Männer und 80% Frauen, Durchschnittsalter 22 Jahre! Sie schaffen meist zehn Stunden pro Tag und 60 Stunden in der Woche und erhalten rund 200 US-$ Monatsnettolohn.

Zahlen, die sicher aus hiesiger Sicht beängstigend wirken können. Mir selbst machen sie jedoch für den Moment große Lust auf meinen mehrmonatigen Aufenthalt. Erst recht, wenn ich dazu noch etwas über die produzierte Qualität lese, das so manches Vorurteil zu widerlegen scheint:

Der selbst gesetzte Qualitätsanspruch manifestiert sich in sieben internationalen Standards entsprechenden Zertifizierungen (so unter anderem ISO 9001:2000, ISO 14001 und OHSAS 18001) sowie zehn nationalen und internationalen Anerkennungen.

Mir scheint, dass nicht nur die Chinesen von uns „lernen“, sondern wir wohl auch sehr viel von den Chinesen lernen können. Ich bin also sehr gespannt.

Geschrieben von Ivo


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