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18. November 2005, 20.13 Uhr | Kategorie
Persönlich
Es gibt Dinge, auf die man verzichten kann. Dazu gehört auf jeden Fall die Beobachtung eines Unfalls und der daraus resultierenden Folge, Ersthelfer zu sein. Das interessiert aber das Schicksal nicht. Jedenfalls manchmal.
Direkt vor der FH im Norden Berlins radle ich über die Straße. Gegenüber versucht es ein anderer Radler ganz ordnungsgemäß aus einer Nebenstraße heraus, er hat grün. Ein Fahrzeug des magentafarbenen Telekommunikationsriesen schneidet ihm plötzlich aus der Linksabbiegespur rechts (!) den Weg, so dass der Mann keine Chance hat und vom PKW zu Boden gerissen wird. Trotz Fahrradhelm fällt der Mann mit einem sehr unangenehmen Geräusch auf den Asphalt. Regungslos bleibt er liegen.
Schnell stelle ich mein Rad ab und renne auf die Kreuzung. Der Mann ist zunächst nicht ansprechbar. Der Mitarbeiter unseres „Lieblings“-Kommunikationsdienstleisters hält auf der Kreuzung, steigt aus und sagt zu mir, während ich über dem Verletzten hocke, dass er kurz das Auto an die Seite fährt. Mittlerweile sind ein paar Leute mehr am Unfallort und helfen dem Mann. Eine Frau versucht, die Fahrerin eines Pflegedienstes dazu zu bewegen, ihren Verbandskasten zu opfern, was erschreckenderweise nicht gelingt. Kurze Zeit später ist doch noch Verbandsmaterial zur Stelle, eine Autofahrer hilft mit einer Decke aus. Irgendwer stoppt die starke Blutung am Kopf, denn trotz Helm hat es den Mann ganz schön erwischt.
Kurze Zeit später treffen auch schon der Rettungsdienst und die Polizei ein. Mittlerweile ist der Mann aber wieder etwas bei Bewusstsein, verspürt aber angeblich keine Probleme, was unglaublich scheint in Anbetracht seiner schweren Kopfverletzung und offensichtlichen Brüchen an der Hand. Soll wohl eine Schockreaktion sein, sagt man.
Wer nicht wieder kommt ist allerdings der Unfallverursacher. Traurig, aber war: Unfallflucht. Dieses Verhalten bereitet mir echte Kopfschmerzen. Glücklicherweise merkten wir Zeugen uns das Autokennzeichen. Es sollte (hoffentlich) kein Problem sein, den Fahrer zu ermitteln, nicht nur, weil der T-Com-Kombi sicher Spuren des Unfalls mit sich führen dürfte.
Der Radfahrer hatte alles richtig gemacht. Er hatte sogar Licht am Fahrrad, obwohl es noch nicht dunkel war, hielt sich an jede notwendige Regel der Verkehrsordnung, fuhr sehr aufmerksam, trug Helm und die allerbesten Komponenten am Bike. Das alles hilft leider nichts gegen derart unvorhergesehene Verkehrsegomanen.
Ich hoffe, es geht im bald wieder besser.
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